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Ralf Bos Trüffel-Papst aus Leidenschaft

Ralf Bos ist Weltreisender in Sachen Delikatessen: Er kauft und vertreibt Trüffel aus China oder Italien, forscht nach dem besten Ahornsirup in Nordamerika oder der besten Foie Gras im Périgord. Mit seiner Bosfood GmbH ist er heute der führende Händler der Top- und Sterne-Gastronomie.
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Ralf Bos verkauft seine Produkte auch über das Internet an Privatkunden. Quelle: RUHL STUDIOS

Ralf Bos verkauft seine Produkte auch über das Internet an Privatkunden.

Herr Bos, weil es an Fachliteratur über Trüffel in Deutschland mangelte, griffen Sie selbst zur Feder. Daraus entstand das mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Standardwerk "Trüffel und andere Edelpilze". Die Feinkostbranche nennt Sie anerkennend "Trüffel- Papst". Haben Sie eine Lieblingsspeise mit Ihrem Luxusprodukt?

Bei Speisen, die ich zu oft esse, nimmt der Genussreiz nach einer Zeit ab. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Trüffel. Bei uns zu Hause gibt es in der Trüffel-Saison oft Eier mit Trüffel zum Frühstück. Mein Leibgericht ist allerdings der Eckart Witzigmann- Klassiker: Rahmspinat mit Spiegelei und weißen Trüffelscheiben.

Sie sind ausgebildeter Koch und Sommelier, waren Tourmanager bei Ralph Siegel für die Popgruppe "Wind" und importierten Elektronikteile. Seit vielen Jahren sind Sie nun Lebensmittel-Spezialist und Inhaber eines Feinkostimperiums. Was treibt Sie an?

Meine größte Leidenschaft gehört nach wie vor der Küche und ihren Produkten. Wenn ich etwas mache, dann möchte ich auch andere davon überzeugen. Das ist mein Antrieb, der Erfolg meines Unternehmens ist nur der Ausdruck dieser Haltung. Das Geldverdienen hat bei mir nie im Vordergrund gestanden, sondern der Gedanke, etwas in Bewegung zu setzen. Einmal mit der Qualität der Delikatessen selbst, aber auch mit unserer Fachberatung. Wenn das bei anderen wahrgenommen wird und gut ankommt, ist das ein wunderbares Gefühl.

Und wie und wo tanken Sie Kraft?

In erster Linie in meiner Familie. Was können Sie besonders gut kochen? Ob ich gut kochen kann, sollen lieber andere beurteilen. Für wirklich gut halte ich meine Variante der Tournedos Rossini. Kleine Rinderfilets mit Speck umwickelt, im Backofen mit Gänsestopfleber und Trüffeln überbacken. Dazu Trüffelrahmsauce und Basmatireis.

Was war Ihre größte Herausforderung?

Neben den vielen beruflichen und familiären Herausforderungen ist mein soziales Engagement heute meine größte persönliche Herausforderung. Ich habe eine Initiative mit dem Namen "Spitzenköche für Afrika" gegründet. Mit individuellen Spendenaktionen deutscher Top-Gastronomen unterstützen wir die Karlheinz Böhm-Stiftung.

Gibt es ab und zu noch einen freien Platz in Ihrem Terminkalender?

Kaum, denn ich kann so wahnsinnig schlecht nein sagen.

Können Sie sich trotz Ihrer vielfältigen Aufgaben auch einmal dem Nichtstun hingeben?

Manchmal genieße ich es, mit dem Auto im Stau zu stehen. Dann schaffe ich es mal für eine Weile, in mich zu gehen. Gut ist auch joggen, das hilft abzuschalten. Was wollten Sie eigentlich mal werden? Ich habe mich als Fünfzehnjähriger in die Gastronomie verliebt, vorher kann ich mich nur daran erinnern, dass ich mal mit dem Beruf des Piloten geliebäugelt habe.

Wie definieren Sie Luxus?

Luxus bedeutet, sich Dinge leisten zu können, die viele nicht haben. Mit dieser Art Luxus und mit Statusdenken kann ich nichts anfangen. Denn Luxus ist auch relativ. Für viele Kinder in Äthiopien ist schon ein Schulbuch Luxus, obwohl wir da gerade mal über den Preis für einen Espresso in einem Restaurant sprechen. Der Luxus den ich mir gönne: Delikatessen mit meinem Team verkosten und genießen.

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