Recycling Schrott-König im Schwabenland

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Scholz will mehr Rohstoffe auf alten Fahrzeugen holen

Die teuren Rohstoffe belasten viele Unternehmen. Dabei fährt die Lösung sozusagen auf der Straße: Nur 20 Prozent der deutschen Fahrzeuge werden recycelt. Das soll sich jetzt ändern. Scholz will die Rohstoffgewinnung aus Altautos forcieren.

Rund drei Millionen Fahrzeuge würden jährlich in Deutschland abgemeldet, davon aber nur 420000 in Deutschland wiederverwertet. „Der deutschen Industrie gehen jedes Jahr etwa 2,5 Millionen Tonnen Industriemetalle wie Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Nickel durch Fahrzeugexporte verloren“, rechnet Unternehmensvorstand Oliver Scholz vor. Aus einem Altfahrzeug könnte rund eine Tonne Sekundärrohstoffe gewonnen werden. Dazu gehören legierte und unlegierte Stähle, werthaltige Nichteisenmetalle – etwa Kupfer oder Aluminium, Kabeldrähte und Kunststoffe.

Von China, das nicht nur Rohstoffe, sondern auch Schrott hortet, weiß er, wie ernst insbesondere Schwellenländer die Wiederverwertung nehmen. Scholz setzt bei der Autoverwertung vor allem auf das firmeneigene Werk in Espenhain bei Leipzig. Dieses sei mit einer Verwertungsquote von mehr als 90 Prozent eines der „effizientesten zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altfahrzeugen in Europa“, sagt er. In jedem Monat würden in Espenhain rund 6500 Altfahrzeuge verwertet. Im Durchschnitt liefert ein Auto knapp eine Tonne wiederverwertbares Material. Und Scholz sieht noch Potenzial: „Wir könnten bis zu 12000 Tonnen mehr Sekundärrohstoffe im Monat gewinnen.“

Der geringe Anteil des Recyclings bei Kraftfahrzeugen hat einen simplen Grund. Statt beim Verwerter „landen rund 80 Prozent der deutschen Altfahrzeuge im Ausland“, sagt Ulrich Leuning, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV). Dort würden sie meist noch gefahren und später vor Ort verschrottet.

Das Geschäft mit dem Altmetall lohnt sich – trotz des jüngsten Preisrutsches. Denn gegenüber den Tiefständen des Jahres 2005 hatten sich die Preise für eine Tonne guten Stahlneuschrott zeitweise verdreifacht. Aktuell müssen dafür rund 300 Euro bezahlt werden. In den Preisen spiegelt sich die Entwicklung an den internationalen Rohstoffmärkten wider. „Der Wert hängt maßgeblich von der Marktentwicklung ab“, bestätigt Leuning. Und weil die Rohstoffpreise sinken, dürfte auch der Schrottpreis noch billiger werden.

Um Konjunktureinbrüche und Schwankungen an den internationalen Rohstoffmärkten besser in den Griff zu bekommen, hat die Scholz-Gruppe mit Parag-Johannes Bhatt einen Investmentspezialisten von der Deutschen Bank als Finanzchef engagiert. Er soll verhindern, dass sich die Ereignisse des Jahres 2009 wiederholen. Damals hatte sich der Umsatz des Recyclers im Vergleich zum Vorjahr auf 2,5 Milliarden Euro fast halbiert. Erstmals seit zehn Jahren schrieb die Gruppe rote Zahlen.

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