Rocket Internet Diese 5 Start-ups will Oliver Samwer zum nächsten Zalando machen

Der Chef von Rocket Internet steht unter Druck, neue Erfolgsgeschichten zu liefern. Diese jungen Firmen aus Samwers Portfolio haben das Potenzial dazu.
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Rocket Internet: Oliver Samwer muss Erfolgsgeschichten liefern Quelle: Krisztian Bocsi/Bloomberg
Oliver Samwer

Der Milliardär war einer der ersten Unterstützer von Zalando und half, das Unternehmen zu Europas größtem Online-Modehändler zu machen.

(Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg)

DüsseldorfOliver Samwer steht unter Druck. Der Vorstandschef von Rocket Internet muss Start-ups zu finden, die seinen Aktionären Geld einbringen. Und es wird nicht leichter für den Milliardär, der einer der ersten Unterstützer von Zalando war und mithalf, das Unternehmen zu Europas größtem Online-Modehändler zu machen.

Denn Samwer wird von Oktober zusätzlich auch noch den Posten des Finanzchefs übernehmen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der aktuelle CFO Peter Kimpel zur Investmentbank Barclays wechselt. Die zusätzliche Funktion in seinem Unternehmen erschwert Samwers Aufgabe nur.

„Die Investoren wollen nun, dass Samwer neue Erfolgsgeschichten schreibt, indem er mehr Unternehmen gründet oder unterstützt, die in größerem Umfang erfolgreich sein können“, sagt Alexander Rummler, Analyst bei der Privatbank Oddo BHF. „Zwei Jobs zu haben wird nur den Druck auf ihn erhöhen.“

Seit im letzten Jahr einige der besten Wetten von Samwer an die Börse gingen – die Lieferfirma Delivery Hero, der Kochbox-Versender Hello Fresh und der Möbelhändler Home24 – gab es kaum Neuigkeiten über andere potenzielle Hits. Währenddessen liegt Rocket Internets Bargeld in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro ungenutzt auf der Bank.

Samwer hat jedoch eine neue Strategie: Rocket Internet so umstellen, dass es sich mehr wie eine Venture-Capital-Firma verhält und weniger wie sein früheres Modell, erfolgreiche US-Internetunternehmen zu kopieren.

Rocket Internet sagt, dass Kimpel, der den Börsengang des Unternehmens 2014 mitgestaltet hat, ein erfahrenes Finanz- und Buchhaltungsteam aufgebaut hat, das Samwer viel Arbeit abnehmen wird. Oliver Samwer könne so seine Aufmerksamkeit darauf richten, den Zalando-Erfolg mit einigen der weniger bekannten Start-ups zu wiederholen, die sein Unternehmen unterstützt.

1. Instafreight

Rocket Internet besitzt etwa 60 Prozent des Berliner Start-ups Instafreight – eine Plattform, die über eine App Lkw-Fahrer mit Überkapazitäten in ihren Fahrzeugen und Unternehmen, die Fracht versenden müssen, zusammenbringt. Durch Instafreight sollen die Unternehmen Zeit und Geld sparen können, da das System sofort einen festen Preis berechnet. Dieser Festpreis basiert auf den Verlade- und Entladestellen sowie der Art der Fracht.

Instafreight, gegründet 2016 und nun in der gesamten EU aktiv, befindet sich noch in der Anfangsphase. Im November hat es in einer Serie-A-Runde acht Millionen Euro gesammelt. Aber es ist in einem globalen Logistikmarkt tätig, der laut Daten von Transparency Market Research bis 2023 rund 15,5 Billionen Dollar schwer sein wird.

2. Caterwings

Samwers Start-up-Inkubator kennt sich mit der Essensbranche aus, hat Lieferungen digitalisiert und in vielen europäischen Märkten und den USA Kochboxen eingeführt. Während sich diese Modelle auf Privatkunden konzentriert haben, hat Samwer nun den B2C-Sektor im Auge. Das in Berlin ansässige Unternehmen Caterwings, das zu 48 Prozent Rocket Internet gehört, ist ein Marktplatz, der Caterer mit Firmenkunden verbindet, um Dienstleistungen wie wöchentliche Mittagsessen anzubieten und Firmenevents mit Food Trucks zu versorgen.

Die Konkurrenz ist hart: Caterwings hat in den vergangenen zwei Jahren drei Führungskräfte verloren und steht nun vor einem intensiven Wettbewerb mit dem US-Rivalen Ezcater. Erst im vergangenen Monat hat Ezcater den französischen Konkurrenten Go Cater gekauft, um in Europa expandieren zu können.

3. Spotcap

Spotcap bietet kurzfristige Kredite für kleine und mittlere Unternehmen in Großbritannien, den Niederlanden, Spanien, Australien und Neuseeland an. Es verspricht den Firmen einen schnelleren Zugang zu Geld.

Insgesamt hat das Start-up rund 100 Millionen Euro eingenommen, sowohl von Rocket Internet, das etwa 40 Prozent des Unternehmens besitzt, als auch von anderen Anteilseignern wie der Beteiligungsgesellschaft Access Industries und der Private-Equity-Firma Finstar Financial Group des russischen Glücksspiel- und Finanzinvestor Oleg Bojko. Aber es gibt eine starke Konkurrenz von traditionellen Banken und gut kapitalisierten Start-ups wie der Kreditplattform Funding Circle, an der auch Rocket Internet 2,1 Prozent besitzt.

4. Pflegetiger

Rocket Internet besitzt mehr als die Hälfte des Berliner Start-ups Pflegetiger, das Vollzeit-Pflegekräfte beschäftigt und sie mit Senioren aus der deutschen Hauptstadt verbindet. Kunden können die Pflegekräfte per Telefon oder Internet buchen, um Hilfe im Haushalt, Einkaufsfahrten und medizinische Leistungen wie Insulininjektion oder Blutdruckmessung in Anspruch zu nehmen.

Der Markt für Altenpflege ist groß und wächst. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von rund 2,6 Millionen im Jahr 2014 auf rund 3,4 Millionen Menschen bis 2025 steigen wird. Doch die Branche ist stark reguliert und das Geschäftsmodell des Pflegetigers erfordert ein hohes Kapital.

5. Expertlead

Auch an Expertlead besitzt Rocket Internet die Mehrheit. Das Start-up ist ein E-Recruiter, der darauf spezialisiert ist, qualifizierte freiberufliche Technologiearbeiter – wie Softwareentwickler, Blockchain-Experten und Datenwissenschaftler – mit Start-ups und Firmenkunden zu verbinden, die kurzfristige Expertise benötigen.

Expertlead prüft seine Freiberufler durch standardisierte Tests und verfolgt die Entwicklung, die sie bei den Unternehmen machen. Kunden, die von Google, über die Deutsche Telekom bis zu Axel Springer reichen, bezahlen die Freiberufler stundenweise.

Die Nachfrage nach Technologie-Knowhow ist enorm, da Europas Industrie digitalisiert. Doch Expertlead muss sich gegen etablierte Konkurrenten wie Linkedin und das deutsche Karriere-Netzwerk Xing durchsetzen.

  • Bloomberg
  • ahol
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