Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rügenwalder Mühle „Wir sind die Leckeren“

Seite 2 von 3:

„Ich bin froh, dass ich mich damals durchgesetzt habe“, sagt sein Sohn Christian in der Rückschau. Aber Markenwerbung müsse auch nachhaltig sein. Den Sticheleien des Vaters, der nach einer Weile die Hälfte des Werbeetats wieder streichen wollte, „weil das Geschäft ja jetzt läuft“, gab Rauffus deshalb niemals nach. Inzwischen ist der Senior verstorben und Christian Rauffus führt allein die Geschicke des Unternehmens.

Heute zahlt sich erst richtig aus, was im Laufe der Jahre in Werbung investiert wurde. Denn während der letzten Dekade wandelte sich das Wurstangebot in deutschen Supermärkten erheblich. So verschwand vielfach aus Kostengründen die vor zehn Jahren noch obligatorische Bedientheke, in der die Wurst kein Markenartikel ist, sondern als anonyme Salami, Leber- oder Fleischwurst einträchtig nebeneinander liegt.

Inzwischen bedienen sich die meisten Kunden selbst aus dem Kühlregal, wo die SB-Ware verpackt und portioniert auf den Käufer wartet. Sie greifen dort häufig zu einer vertrauenswürdigen Marke ihrer Wahl - mag sie Herta, Zimbo oder auch Rügenwalder Mühle heißen. „Jede Bedientheke, die wegfällt, stärkt den Schinkenspicker“, sagt der 54-Jährige Firmeninhaber, der sowohl ausgebildeter Fleischermeister als auch Diplom-Kaufmann ist.

Rauffus hatte noch vor der Jahrtausendwende in einem radikalen Schritt 400 Produkte aus dem Sortiment gestrichen und zunächst nur mit „Rügenwalder Teewurst“ weitergemacht. Dann kamen nach und nach „Pommersche Gutsleberwurst“ und „Schinkenspicker“ hinzu. „Inzwischen haben wir über 20 Artikel im Programm. Bald müssen wir aufpassen, dass wir nicht den Überblick verlieren“, gibt Rauffus zu bedenken.

Wachstumsimpulse habe vor allem der neue Frische-Becher gegeben, berichtet Rauffus. „Der Absatz an SB-Ware hat sich allein bei der Teewurst seit der Einführung des Bechers im September 2005 nahezu verdoppelt. Die Kunden möchten immer kleinere Mengen in wieder verschließbaren Packungen", stellt Rauffus fest.

Mit ihrem zuletzt eingeführten Produkt, dem Kochschinken „Pommern Spiess“, wagte sich die Rügenwalder Mühle sogar in einen Markt, der eigentlich von Discountern dominiert wird - und daher unter massivem Preisdruck steht. Rauffus' Anspruch, den Schinken dazu noch möglichst teuer zu verkaufen, erschien zunächst wie eine Schnapsidee.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote