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Rügenwalder Mühle „Wir sind die Leckeren“

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Doch auch im Ammerland gilt: Was der Chef entscheidet, sollte möglichst zügig in die Tat umgesetzt werden. Also musste erst einmal ein Unterscheidungsmerkmal her. Da kam den Produktentwicklern der entscheidende Einfall: Ein Schinken, der besonders schonend am Spieß gegart wird. Damit war zugleich die Idee für den ersten Kochschinken mit einem Loch in der Mitte geboren.

Doch es dauerte nicht lange, da hatte der erste Konkurrent das Spießloch abgekupfert. Rügenwalder zog vor den Kadi. Aber die Richter urteilten, dass ein Loch im Schinken allein noch kein schützenswertes Markenzeichen sei. Und so nimmt es Rauffus letztlich gelassen und seufzt: „Das Plagiat ist schließlich die herrlichste Form eines Komplimentes.“

Obwohl der original „Pommern Spieß“ bei vielen Verbrauchern, trotz seines hohen Preises, inzwischen wegen seiner Qualität geschätzt wird, ist Rauffus mit diesem Produkt noch nicht endgültig zufrieden. Denn beispielsweise die Variante mit einer Kruste, die den Fettanteil von vier auf zwölf Prozent treibt, wird von figurbewussten Konsumenten gemieden. „Eine neue Produktvariante kommt 2008 auf den Markt“, sagt Rauffus, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat.

Der Wellness-Trend geht eben auch an den Fabrikanten deftiger Wurstwaren nicht spurlos vorüber. Und so gibt es inzwischen auch von der Rügenwalder Teewurst eine fettreduzierte Variante. Aber auf diesem Gebiet engagiert sich Rauffus „nur so viel wie nötig“. „Wir sind die Leckeren“, weiß auch Marketingleiter Godo Röben. Und lecker und fettarm will einfach nicht zusammenpassen.

Röben hat die Darstellung der Markenwelt von Rügenwalder Mühle in den letzten zehn Jahren entscheidend geprägt und dafür zahlreiche Auszeichnungen eingefahren: Es ist die letztlich undefinierbare „gute alte Zeit“ in einem Pommern, dass es so heute nicht mehr gibt, denn es fiel nach dem Weltkrieg an Polen. „Dabei täuschen wir niemanden“, betont Röben, dessen Schreibtisch heute in einem schmucklosen Gewerbegebiet im niedersächsischen Bad Zwischenahn steht. Rügenwalder Mühle gehört zu den zahlreichen vertriebenen Unternehmen, die ihre Ursprungsbezeichnung weiterführen dürfen – und schließlich stammen ja auch die ländlich, deftigen Rezepturen eindeutig aus dem Osten.

Rügenwalder Mühle fand neue Heimat

Ursprung Pommern

Im Jahr 1834 von Metzgermeister Carl Müller im pommerschen Rügenwalde gegründet, wird das Familienunternehmen heute in fünfter Generation von Christian Rauffus geführt. Seit 1946 hat die Rügenwalder Mühle ihren Sitz in der Region Ammerland in Niedersachsen, zunächst in Westerstede und seit 1956 in Bad Zwischenahn, und ist heute fest mit der Region verbunden.

Zukunft Ammerland

Mit knapp 400 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2006 einen Jahresumsatz von rund 138 Mill. Euro. Damit ist die Rügenwalder Mühle ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und einer der größten Arbeitgeber in der Region. Geblieben ist nach wie vor die starke Verbundenheit mit der pommerschen Herkunft und Tradition, die sich in Rezepten und Sortiment widerspiegelt.

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