Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Schunk Group Wie ein deutscher Mittelständler Trumps China-Zölle umschifft

Die Hessen waren mit Klimaschränken, die sie in China fertigen, in den USA nicht mehr konkurrenzfähig. Nun kaufen sie dort für Millionen einen Wettbewerber.
Kommentieren
Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, dass die amerikanische Handelspolitik Grund für seinen Millionen-Zukauf in den USA ist. Quelle: Schunk Group
Klimaschrank von Weiss Technik

Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, dass die amerikanische Handelspolitik Grund für seinen Millionen-Zukauf in den USA ist.

(Foto: Schunk Group)

Düsseldorf„America first!“ lautet die Devise von Donald Trump. Um den heimischen Markt zu schützen, hat der US-Präsident im September Importe aus China im Wert von rund 250 Milliarden Dollar mit hohen Strafzöllen belegt. Leidtragende des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits sind nicht nur Chinesen, sondern auch deutsche Mittelständler.

Die Schunk Group aus Heuchelheim bekam dadurch große Absatzprobleme auf dem amerikanischen Markt: Klimakammern, die ihre Tochter Weiss Technik in China herstellt, sind mit 25-prozentigen Strafzöllen belegt und in den USA kaum noch wettbewerbsfähig, erklärte der Mischkonzern gegenüber dem Handelsblatt. Die Nordhessen haben nun Konsequenzen gezogen, die sie einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosteten.

Um den Strafzöllen für Importe aus China zu umschiffen, hat die Schunk Group den Großteil von Cincinnati Sub Zero gekauft. Der US-Hersteller von Klimaschränken und -kammern hat 230 Mitarbeiter. „Durch die Übernahme wird Weiss Technik zur Nummer eins für Umweltsimulationen in Nordamerika mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent“, sagte Arno Roth, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schunk Group.

Die Schunk Group, nicht zu verwechseln mit dem Greiftechnikspezialisten Schunk aus Baden-Württemberg, macht keinen Hehl daraus, dass die amerikanische Handelspolitik Grund für den millionenschweren Zukauf ist. Allerdings erhoffen sich die Nordhessen langfristig Vorteile. „Mit dieser größten Akquisition in der Geschichte der Schunk Group erschließen wir uns große Zukunftschancen in unserer strategischen Wachstumsregion Amerika“, so Roth.

Das Stiftungsunternehmen mit 8200 Mitarbeitern weltweit und 1,2 Milliarden Euro Umsatz ist in vielen Nischen Weltmarktführer.

„In unseren Klimakammern simulieren wir im Zeitraffer Wüstenklima bis Polarkälte“, erklärt Roth. Dazu kommen Wind, Regen, UV-Strahlung, Salzwasser und Vibration. Solche Härtetests müssen heute alle Produkte bestehen von Medikamenten über Elektrogeräte bis ICE-Loks.

Weiss Technik sei mit Klimakammern bereits in den USA stark, allerdings mit Sonderanfertigungen, sagte Peter Manolopoulos von Weiss Technik, der auch in der Unternehmensleitung der Schunk Group tätig ist. Standard-Klimakammern dagegen produzierte Weiss Technik nicht in Amerika, sondern importierte diese bisher aus China. Cincinnati Sub Zero dagegen fertigt Standard-Klimaschränke, in denen beispielsweise Smartphones bei unterschiedlichen Klimabedingungen auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Die US-Volkswirtschaft profitiert einer Studie zufolge massiv von den Strafzöllen gegen China. Der Gesamtnutzen summiere sich auf rund 18,4 Milliarden Dollar, heißt es in einer Untersuchung für das Forschungsnetz EconPol Europe. „Das Probleme mit dem Protektionismus ist, dass er sich tatsächlich wirtschaftlich vorteilhaft auf die USA auswirken kann“, meint Co-Autor Gabriel Felbermayr vom Münchener Ifo-Institut. Auch wenn die Schunk Group nun den amerikanischen Wettbewerber aufgekauft hat - die Arbeitsplätze bleiben in den USA.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite

Mehr zu: Schunk Group - Wie ein deutscher Mittelständler Trumps China-Zölle umschifft

0 Kommentare zu "Schunk Group: Wie ein deutscher Mittelständler Trumps China-Zölle umschifft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.