Schweizer Start-up On Running „Wir wollen keine Kunden mit Unterhosen gewinnen“

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Die Produktion aus Asien zurück holen
Das Büro im trendigen Quartier Zürich West hat auch einen eigenen Garten und bietet eine Rückzugsmöglichkeit für Pop-up-Meetings. Quelle: Gerry Nitsch für Handelsblatt
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Das Büro im trendigen Quartier Zürich West hat auch einen eigenen Garten und bietet eine Rückzugsmöglichkeit für Pop-up-Meetings.

(Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)

Gibt es denn, außer den beiden Hamburger Lunge-Brüdern, noch Laufschuhhersteller, die in Europa produzieren?
David: Es gibt immer wieder Versuche, eine Mini-Produktion von technisch weniger komplexen Schuhen in Europa zu machen. Das ist dann Manufaktur und lässt sich nicht stark skalieren. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich das in der Zukunft wieder entwickelt, wenn man es schafft, die Schuhproduktion so zu automatisieren, wie es der Automobilindustrie gelungen ist. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Adidas will doch im Herbst im 3-D-Druck in die Serienproduktion von Turnschuhen gehen…
David: 3-D-Druck ist immer noch sehr langsam...
Olivier: Ich glaube schon, dass das umgesetzt werden kann. Nicht im Millionenfachen, aber es ist eine Option, wie die Produktion in Zukunft wieder aus Asien zurück nach Europa oder in die USA geholt werden kann.

Man ist ja auch sehr abhängig von den ganzen exotischen Herstellern, oder? Beispielsweise bei der Produktqualität: Immer wieder beschweren sich Kunden, dass einzelne Clouds von der Sohle abreißen.
Olivier: Inzwischen haben wir das Problem im Griff. Aber das war 2010 wirklich eine Herausforderung. Unser System funktioniert komplett anders. Gummi an der Sohle ist nicht einfach Abriebschutz, sondern wichtiger Bestandteil der Dämpfungstechnologie. Am Anfang mussten wir von 0 auf 100 und zusammen mit Materialwissenschaftlern eine neue Gummimischung entwickeln. Auf den Flügen nach Asien haben wir dann dicke Bücher über Gummi-Mischungen gelesen und wie die unterschiedlichen Kunststoffe funktionieren, aber wir haben nicht wirklich viel verstanden (lacht).

David: Bei einer Mischung für Laufschuhsohlen gibt es normalerweise zwei gegensätzliche Interessen. Macht man sie besonders abriebfest, ist die Flexibilität des Materials nicht mehr vorhanden. Will man eine starke Rückstellkraft, ist die Sohle weniger abriebfest.

Erklären Sie kurz, was Rückstellkraft bedeutet?
David: Das ist bei Laufschuhen die Kraft, die das zusammengedrückte Sohlenmaterial wieder in die Ausgangslage bringt. Im Unterschied zu einem normalen Laufschuh ermöglicht unser System ja hunderttausende von Bewegungen in den einzelnen Clouds, ohne dass dabei die Abriebfestigkeit eingeschränkt ist.

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