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Selbstständigkeit Deutschland gehen die Firmengründer aus

Noch nie seit der deutschen Einheit war das Interesse an der Selbstständigkeit geringer als heute. Einziger Lichtblick: Frauen gründen so fleißig wie nie zuvor.
12.04.2012 - 19:25 Uhr 27 Kommentare
Trotz Aktionen wie der Gründerwoche sinkt das Interesse an der Selbstständigkeit. Quelle: dpa/picture alliance

Trotz Aktionen wie der Gründerwoche sinkt das Interesse an der Selbstständigkeit.

(Foto: dpa/picture alliance)

Berlin Deutschland hat sich nach der Weltwirtschaftskrise 2009 erstaunlich schnell erholt und ist für diesen Wiederaufstieg weltweit bewundert worden. Doch 2012 könnte als Jahr des Niedergangs in die Wirtschaftsgeschichte eingehen: als das Jahr, in dem den Deutschen der Unternehmergeist abhandenkam.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schreibt in seinem „Gründerreport 2012“, der in wenigen Tagen veröffentlicht werden soll: „Der DIHK rechnet damit, dass es im Jahr 2012 weniger als 400000 Existenzgründungen geben wird – und damit so wenig Gründungen wie in keinem Jahr zuvor seit der Wiedervereinigung.“

Den gleichen alarmierenden Trend beobachtet auch die staatliche Förderbank KfW, die Gründern bei der Anschubfinanzierung hilft. Ihr „Gründungsmonitor“, der am 25. April veröffentlich wird, weist in dieselbe Richtung. Einziger Lichtblick: Vier von zehn an einer Unternehmensgründung Interessierten sind inzwischen Frauen – mehr als je zuvor.

Infografik

Die Konjunktur läuft, der Unternehmergeist schwindet

Erwerbslose, Mio. (2001 bis 2012)


Dabei ist das rohstoffarme Deutschland dringend auf kreative Köpfe wie den Xing-Gründer Lars Hinrichs, die mit Internet-Start-ups erfolgreichen Samwer-Brüder oder die sächsische IT-Unternehmerin Viola Klein angewiesen. Die Politik weiß, dass Kreativität und Unternehmergeist wichtige Ressourcen sind. Ende März erst betonte Kanzlerin Angela Merkel auf einem Kongress der Union, wie wichtig es sei, „dass wir unsere Neugierde, unser Tüftlertum, unsere Gründerfreundlichkeit und unsere Bereitschaft erhalten, für dieses Land immer neue Dinge zu entwickeln“.

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    Doch diese Botschaft kommt umso weniger an, je besser die Konjunktur läuft. Vielen erscheint derzeit ein gut bezahlter Angestelltenjob attraktiver als das Wagnis einer Firmengründung.

    Vielen Start-Ups stellt sich die Bürokratie in den Weg
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    27 Kommentare zu "Selbstständigkeit: Deutschland gehen die Firmengründer aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

    • Man muss dann ber zwangsläufig in die Schweiz übersiedeln, ne? Habe Sie konkrete Informationsseiten (Webseiten) oder Anderes Infomaterial?

    • Nachtrag:
      War gerade am Finanzamt, um denen eine gewünschte Information incl. meiner Unterschrift zu überbringen: Erst werde ich angemault, weil ich mich vergewissern wollte, ob meine Information genau die ist, die sie nachgefragt haben, und dann werde ich angemault, weil ich statt des Formulars für 2012 - ein bis auf die Jahreszahl absolut identisches Formular aus dem Jahr 2010 benutzt habe.

    • Wer sich von Politikern und sonstigen Amtsträgern und deren Ideen und Bütteln schikanieren lassen möchte, und sein Geld der Verschwendung preisgeben möchte, der soll gerne eine Firma in Deutschland gründen.
      Ich verweigere diesm Staat mein (sofern vorhandenes) Potential aus Erfahrung.

    • Wer jemals versucht hat seine Steuerlast beim Finanzamt zu mindern, weil die Umsätze und Erträge zurück gegangen sind, wird wissen warum er kaum nochmal eine Firma in D gründen wird. Wer jemals versucht hat diesen ganzen Zwangskasten zu entgehen, wird wissen warum er besser in D keine Firma mehr gründet. Wer jemals als Neugründer versucht Aufträge zu aquirieren, besonders aus öffentlichen Ausschreibungen, wird wissen warum er besser in D keine neue Firma gründet.
      Wer einmal unverschuldet eine Firma "in den Sand gesetzt hat", ist fertig. Privat und geschäftlich, besonders wenn man auf Verträge mit mehr oder weniger öffentlichen Auftraggebern angewiesen ist. Ein Freund von mir bekam nicht mal mehr irgendwo auch nur ein Guthabenkonto.
      Die Folgen, die vielen kleinen Gewerbe, die eine Gemeinde erst innovativ und attraktiv werden lassen, haben keine Chance mehr. Ganze Infrastrukturen sind nur auf Großbetriebe ausgelegt. Was soll man da noch gründen? Das 15. Nagelstudio und den 25. Friseur? Die Arbeitsteilungen bis ins kleinste lassen diese kleinen innovativen Geschäfte in Dönerbuden, mobile Abflußreiniger, Brötchenverteiler etc mutieren, den ausgebildeten Fleischer findet man nur noch, wenn überhaupt, in riesigen Handelsketten. Da ist man doch besser in einem Großbetrieb aufgehoben, oder?

    • Deutschland ist psychisch und mental satt und vergreist, vom 18- bis zum 90-Jährigen. Und zusätzlich noch flächendeckend von Ökowahn und Wutbürgertum befallen. Es dürfte daher wenig nützen, die allseits beschimpfte Bürokratie abzubauen oder die Gründer finanziell zu unterstützen.

    • @Oldi
      Meine Frau ist aus SIngapore, erfolgreiche Kleinunternehmerin dort. Auch sie war entsetzt von der Gründerfeindlichen Gesellschaft, und auch vom maroden Bildungssystem. Hiess für uns: Umzug in die Schweiz.

    • @muuony
      Kann -aus eigener Erfahrung- den Schritt in die Schweiz nur empfehlen. Hier HILFT man Gründern, statt ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen...

    • Wer in Deutschland noch eine Firma gründet oder Kinder bekommt, der muss schon ganzschön irre sein. Ein guter Freund hat seine Firma von seinem Vater übernommen. Dadurch dass ihm alles gehört ind er keine Miete oder Zinsen bezahlen muss, kann er überhaupt noch im Preiskampf bestehen. Trotzdem schrumpfen die Gewinne und neu Maschinen und Geräte sind nicht mehr drin. Die Firma veraltet, weil er nur noch an der Substanz und an Neuinvestitionen sparen kann. Seine Kinder wollen die Firma später auch nicht haben. Er will die Firma bald verkaufen. Das Einzige was dann noch etwas Wert hat ist die Immobilie. Wer heute neu gründet kann bei Miete und oder Zinsen garnicht mehr im Preiskampf mitmachen. Es werden nicht nur weniger Firmen gegründet, es verschwinden auch immer mehr Firmen, weil man vom Ertrag kaum noch leben kann.

    • Und nicht nur das. Ein befreundeter Unternehmer, mit einer Menge Mitarbeiter muss seine Firma demnächst dichtmachen. Er ist zu alt und seine Kinder wollen die Firma nicht übernehmen. Zu stressig und wirft kaum noch was ab. Sein Junge, Biomechaniker, geht in die USA, weil dort die Gründungsmöglichkeiten mit weniger Bürokratie verbunden ist.

      Durch die deutsche Bildungspolitik, wird sich kaum was verändern, ehr verschlechtern. Die Politiker wissen das, schließlich kommt das Thema regelmäßig im Wahlkampf vor. Doch ist der Wahlkampf vorbei, bleibt alles beim Alten.

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