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Sepp Krätz Vom Hippodrom zum Kobe-Rind

Der Schickeria- und Wiesn-Wirt Sepp Krätz kann nicht nur Prominente wie Jürgen Schrempp und Veronica Ferres in seinen Restaurants bewirten, er gehört schon längst selbst zur Münchener Prominenz. Doch nun will sich der 55-Jährige teilweise aus dem Geschäft zurückziehen - und Rinder züchten.
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Sepp Krätz will künftig Kobe-Rinder züchten. Quelle: Pressebild

Sepp Krätz will künftig Kobe-Rinder züchten.

(Foto: Pressebild)

MÜNCHEN. Mit den Gedanken ist Sepp Krätz noch ganz woanders. Um kurz vor zwölf fährt er mit seinem Luxuswagen in der Waldwirtschaft in Großhesselohe vor. Die WaWi, wie sie von den Einheimischen genannt wird, ist eine Legende. Hier in diesem Anwesen hoch über dem Isartal begründete der Bauernsohn und gelernte Metzger Krätz vor fast 30 Jahren die gehobene Biergartenkultur für die Münchener Schickeria. Und doch, in etwa zwei Jahren will der 55-jährige Krätz die Verantwortung für die legendäre Waldwirtschaft abgeben.

Der Grund ist seine neueste Leidenschaft: die Rinderzucht. Wie gewohnt dezent bayerisch gekleidet - im karierten Hemd mit grünem Sakko - und dem freundlichen Lächeln des Gastgebers im Gesicht betritt Krätz seine Waldwirtschaft. Doch sein neuestes Projekt hat so gar nichts mit der bisherigen Glamour- und Glitzerwelt als der "In-Wirt" der Münchener Schickeria zu tun. Krätz kommt direkt von einer Besamungsstation. Auf Zetteln führt er Listen von Rinder-Embryos, die er schon erworben hat oder noch kaufen könnte. Der Bauernsohn Krätz will als einer der ersten hierzulande im größeren Stil Kobe-Rinder züchten. Bis zu 200 Euro zahlt man in Deutschland für das Kilo Kobe-Fleisch. Da packt Krätz der Ehrgeiz, selbst zu züchten.

Das mag so erst einmal gar nicht passen zum Wiesn-Wirt. Denn sein Hippodrom ist in München eine Institution. Die Pferde, auf denen die Besucher einst auf einer Reitbahn durchs Bierzelt reiten konnten, sind zwar Historie. Dafür geben sich heute die Promis ein Stelldichein, Wirt Krätz immer mittendrin. Mit gehobener Küche, die mehr bietet als Hendl und Haxe, und reichlich Champagner hat er das Bierzelt gesellschaftsfähig gemacht. So ist der Wirt selbst ein kleiner Star geworden. Für den guten Zweck wurde kürzlich "Ein Tag auf der Wiesn mit Sepp Krätz" bei Ebay versteigert. 3 100 Euro ist das Spektakel einem Bieter wert gewesen.

Nun also geht es für Krätz von der Promiwiesn zurück zu seinen Wurzeln.Von Kindesbeinen an musste er auf dem elterlichen Bauernhof in Bayerisch-Schwaben mit anpacken. Die Eltern mussten die Landwirtschaft später aufgeben. Nun will Krätz zurückkehren und auf dem Hof etwa 20 bis 30 Kobe-Rinder sowie Kälber halten.

Von dem Bauernhof im Norden von München aus hat er es weit gebracht. Sieben bis acht Mio. Euro Umsatz dürfte er Branchenschätzungen zufolge allein mit dem Wiesnzelt machen. Hinzu kommen die Einnahmen in der Waldwirtschaft und dem lukrativen "Andechser am Dom" in der Münchener Innenstadt.

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