Siegwerk Es kommt auf die Verpackung an

Seite 2 von 3:

Den ersten Schritt auf der internationalen Bühne geht Siegwerk 2003 in den USA. Dort erwirbt das Unternehmen den Verpackungsfarbenhersteller Color Converting. In der zweiten Runde setzt Siegwerk den Fuß auf asiatischen Boden - dieses Mal in enger Abstimmung mit einem Großkunden. Der finnische Verpackungshersteller Huhtamaki bietet Siegwerk die gemeinsame Expansion in Asien an. "Kauft doch auch etwas in Thailand. Wir expandieren mit euch", ist die Devise.

"Follow the customer" ist laut Jan-Klaus Tänzler vom Institut für Mittelstandsforschung an der Universität Mannheim vor allem eine Möglichkeit für kleinere Unternehmen. "Es ist eine Chance, lange Verträge einzugehen und langfristig die Kunden zu halten", sagt Tänzler. Die Strategie berge aber auch Risiken: "Die Unternehmen binden sich an einen Kunden. Bricht die Zusammenarbeit, stehen sie plötzlich in Konkurrenz mit anderen vor Ort", erklärt Tänzler. Gleichzeitig stiegen die Kosten und das Know-How könne abwandern. "Noch hinzu kommt die Abwägung, ob die Fertigung mit den gleichen Qualitätsstandards wie in Deutschland möglich ist", sagt der Mannheimer Wissenschaftler.

Nach den ersten Käufen gerät die Expansion von Siegwerk ins Stocken. "Wir hätten gerne so weiter gemacht, aber es kam zur Konsolidierung in unserer Branche", sagt Forker. Unternehmen wie BASF oder Akzo Nobel wollen das Siegburger Familienunternehmen übernehmen. "Wir verkaufen nie", ist die Antwort der Eigentümer. Stattdessen bekommt Siegwerk selbst das Angebot, einen Konkurrenten zu akquirieren. 2005 übernimmt das Siegburger Unternehmen die Verpackungsdruckfarbensparte des Schweizer Konzerns Sicpa und steigt zum weltweit drittgrößten Hersteller auf.

Der Zukauf bringt mehrere Vorteile auf einmal. Weil Sicpa schon international aufgestellt ist, besitzt Siegwerk plötzlich Vertretungen auf der ganzen Welt. Zeitgleich wird die Verpackungssparte gestärkt, die in der Branche als zukunftsträchtiger angesehen wird als das Drucken von Katalogen und Zeitschriften.

Der Kauf wird mit Hilfe eines Kredits finanziert. Das ist ein Schlüsselmoment, die Eigentümer sorgen sich um das finanzielle Risiko, doch Forker leistet Überzeugungsarbeit. "Wir mussten das Risiko eingehen um das Geschäftsrisiko zu mindern". So nimmt das externe Management die Eigentümerfamilie mit auf den Weg in die Globalisierung, man erfindet sich gemeinsam neu. "Familienunternehmen ist ein Wert, aber eben nur, wenn wir genau so gut sind wie die anderen", sagt Forker.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Siegwerk: Es kommt auf die Verpackung an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%