Siempelkamp Castor-Hersteller baut Arbeitsplätze ab

Für die Firma Siempelkamp war der Castorenbau jahrelang ein krisenfestes Geschäft. Das ändert sich nun. Angesichts starker Konkurrenz verlagert der Mittelständler Teile seiner Produktion nach China und Tschechien.
Der Mittelständler verlagert Teile seiner Produktion ins Ausland. Quelle: PR
Siempelkamp

Der Mittelständler verlagert Teile seiner Produktion ins Ausland.

(Foto: PR)

DüsseldorfEs galt jahrelang ein krisenfestes Geschäft: Mit dem Bau von strahlungssicheren Castoren für den Transport von Atommüll, dem Rückbau von Kernkraftwerken sowie der Herstellung von Pressen für Flugzeugteile und Spanplatten fuhr der Krefelder Mittelständler Siempelkamp bislang durch jedwede Konjunkturwirren. Doch ein verschärfter Wettbewerb und ein Nachfrageeinbruch wichtiger Exportmärkte wie Brasilien und Russland zwingen den Pressen- und Atomspezialisten zu einer verstärkten Internationalisierung seiner Fertigung.

So sollen die bereits existierenden Werke in China und Tschechien deutlich ausgebaut werden. Im Gegenzug streicht das Unternehmen bis 2017 rund 350 Arbeitsplätze an seinen deutschen Standorten. Das Unternehmen machte zuletzt mit seinen rund 3000 Mitarbeitern gut 600 Millionen Euro Umsatz .

Mit diesem Schritt will Siempelkamp seine Marktführerschaft vor allem bei Pressen für Holzwerkstoffe und die Metallumformung stärken. Zudem gilt es, die Position auf dem wichtigen Markt in China auszubauen. „Wir werden da produzieren, wo unsere Kunden sind“, sagte am Freitag der Sprecher der Geschäftsführung, Hans Fechner. So wird die im Oktober 2015 neu in Betrieb gegangene Großfertigung im chinesischen Qingdao künftig intensiver als bisher für die Herstellung von Großteilen für den Pressenbau genutzt. „Ferner werden wir die Fertigung im tschechischen Blatnice deutlich ausbauen, um auch zukünftig zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren zu können“, sagte Fechner weiter.

Vor allem die Gießerei-Sparte steht unter Druck: Investitionen würden auf unbestimmte Zeit verschoben, dazu kämen die Folgen des Russland-Embargos, klagte Fechner: „Wir sehen auf absehbare Zeit keine Verbesserung der Situation, sodass wir nun reagieren müssen.“ Ein Abfluss von Know-how aus Deutschland sei mit diesen Maßnahmen aber nicht verbunden, betonte er: „Komplexe Technologien und Betriebsgeheimnisse verbleiben hier in Krefeld beziehungsweise an den anderen Standorten in Deutschland.“

Diesen Investoren gehört der deutsche Mittelstand
Platz 10: JP Morgan Asset Management
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Mary Callahan Erdoes, CEO der JP Morgan Privatbank. 2015 hatte das JP Morgan Asset Management insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro in den börsennotierten Mittelstand investiert. Im Jahr davor waren es nur 846,5 Millionen Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der cometis AG, einer Beratungsgesellschaft für strategische Finanz- und Unternehmenskommunikation und dem Investor- Relations-Datenbankanbieter Ipreo. Dabei wurde ausgewertet, welche Investoren gemessen an der Summe ihrer Investments die größten Beteiligungen im börsennotierten deutschen Mittelstand halten.

Quelle: cometis

Platz 9: Oppenheimer Funds
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Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Oppenheimer Funds belegt Platz neun unter den größten Investoren in MDax, SDax und TecDax. 2015 hielten sie Beteiligungen im Wert von insgesamt 1,66 Milliarden Euro. Das waren 300 Millionen Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Hoch im Kurs steht bei den Amerikanern der Medienkonzern ProSiebenSat.1.

Platz 8: MFS International
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Auf Platz acht der größten Investoren schafft es MFS International mit Beteiligungen in Höhe von 1,73 Milliarden Euro. Seine größten Beteiligungen hält die in Großbritannien registrierte Gesellschaft an dem Industrieunternehmen Gea, dem Chemiekonzern Brenntag und LEG Immobilien.

Platz 7: Elliott Management Corporation
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Paul Singer, Gründer und CEO der Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds hat 18,8 Prozent seines Portfolios im deutschen Mittelstand investiert. 2015 waren es rund 1,79 Milliarden Euro. Die zwei Unternehmen, an denen sich der Investor am stärksten beteiligt hat, sind Kabel Deutschland und der Maschinenbauer DMG Mori Seiki.

Platz 6: MFS Investment Management
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Mit Investments in Höhe von 1,97 Milliarden Euro schafft es MFS Investment Management auf Platz sechs der größten Investoren im börsennotierten deutschen Mittelstand. Seine größte Beteiligung halten die US-Amerikaner in der Symrise AG, die Duft-, Geschmacks- und Wirkstoffe für Kosmetika und Lebensmittel herstellt.

Platz 5: Capital Research Global Investors
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Die Capital Research Global Investors gehören zu den Top-Fünf der größten Investoren in MDax, SDax und TecDax. Die Amerikaner haben 2,01 Milliarden Euro in Unternehmen der Indizes angelegt. Zu den deutschen Unternehmen, an denen sie am stärksten beteiligt sind, gehört neben ProSiebenSat.1 und Freenet auch Hugo Boss.

Platz 4: Capital World Investors
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Mit Capital World Investors gehört die zweite Tochtergesellschaft des US-Riesen „The Capital Group“ zu den größten Investoren im deutschen börsennotierten Mittelstand. Capital World Investors bringt es auf Beteiligungen in Höhe von 2,61 Milliarden Euro. Das ist jedoch deutlich weniger als noch 2014, als die Summe 3,28 Milliarden Euro betrug. Besonders beliebt bei den Amerikanern ist beispielsweise der Münchner Triebwerkhersteller MTU Aero.

Das gilt vor allem für das Atomgeschäft. Das läuft zwar nach dem Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung nicht mehr so gut wie früher. Die Fertigung von Castoren in Mülheim an der Ruhr hat sich inzwischen stabilisiert, wenn auch auf deutlich niedrigem Niveau. Auch hier will Fechner Stellen abbauen.

Deutlich besser läuft dagegen in den USA läuft das Geschäft um den Rückbau von Kernkraftwerken: Erst vor wenigen Wochen beendete Siempelkamp die erfolgreiche Zerlegung der Reaktordruckbehälter im US-Kernkraftwerk Zion am Lake Michigan – es war der bislang größte Rückbau in der US-Atomgeschichte. Nach diesem Erfolg erwartet die Ingenieurstochter des Mittelständlers weitere Rückbaufolgeaufträge aus den USA, so Fechner.

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