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Simon: „Nachfolgeplanung muss mit 50 beginnen“ Psychologische Aspekte prägen Nachfolgeproblematik

Oft müssen kleinere und mittlere Firmen in Deutschland schließen, nur weil sich kein Nachfolger findet. "Familien ticken einfach anders als Unternehmen", erklärt Wirtschaftswissenschaftler und Psychoanalytiker Prof. Fritz B. Simon im Gespräch mit dem Handelsblatt.
  • Florian Flicke

Handelsblatt: Nach den neuesten Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn müssen künftig jedes Jahr 5.900 kleinere und mittlere Firmen in Deutschland für immer schließen, nur weil sich kein Nachfolger findet. Ist denn wenigstens dort, wo Sohn oder Tochter noch dem Vorbild der Eltern folgen, alles im Lot?

Simon: Leider nein. Der böse Spruch „Erst ruinierte das Unternehmen die Familie – dann die Familie das Unternehmen“ birgt viel Wahrheit in sich. Gerade beim Übergang von der ersten auf die zweite Unternehmergeneration sind die Probleme gewaltig.

Warum ist das Thema Nachfolge so konfliktträchtig?

Familien ticken einfach anders als Unternehmen. Bis heute werden die psychologischen Faktoren beim Generationswechsel in Familienunternehmen schlichtweg unterschätzt im Vergleich zu den zweifellos wichtigen rechtlichen oder steuerlichen Fragen. Dabei ist die Beziehung zwischen Übergeber und Nachfolge reine der konfliktträchtigsten, die man sich überhaupt vorstellen kann.

Was macht die Sache für den übergebenden Senior denn so schwierig?

Für ihn steht die Firma und damit sein Lebenswerk auf dem Spiel. Er wünscht sich zwar meist jemanden, der sein Werk fortsetzt. Zugleich misstraut er dem Nachfolger in spe aber auch oft, weil der vieles anders machen wird als er selbst. Der mögliche Nachfolger wird daher nicht systematisch aufgebaut.Oder ihm werden widersprüchliche Botschaften gegeben– und dieser fühlt sich dann ein- und ausgeladen zugleich. Das ist aus Sicht des Seniors zwar nachvollziehbar. Für das Unternehmen aber kann diese Situation tödlich sein, weil so oft notwendige Veränderungen verschlafen werden.

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