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Soley Dieses Start-up verschafft Firmen einen Überblick übers eigene Portfolio

Der eine hatte ein Problem, der andere die Lösung. Gemeinsam erobern die Münchener Gründer von Soley nun die Industrie.
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Peter Grüner, Bergen Helms, Maximilian Kissel, Alexander Golovatenko. Quelle: Soley GmbH / Benjamin Olszewski
Soley-Gründer (von links):

Peter Grüner, Bergen Helms, Maximilian Kissel, Alexander Golovatenko.

(Foto: Soley GmbH / Benjamin Olszewski)

DüsseldorfDass Wissenschaft sich nicht nur mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt, sondern manchmal auch mühselige Kleinarbeit bedeutet, hatte Maximilian Kissel während seiner Promotion an der TU München erfahren müssen.

Seitenweise studierte der Maschinenbauer damals lange Excel-Dokumente, erstellte Stücklisten und untersuchte die Produktportfolios großer Unternehmen auf ihre Effizienz – mit dem Ziel, darin Muster zu erkennen, um die Firmen bei ihrer Planung zu unterstützen. „Ich habe Excel wirklich an seine Grenzen geführt“, sagt Kissel dem Handelsblatt. Bis er auf einen Institutskollegen traf.

Dass Wissenschaft manchmal so abstrakt arbeitet, dass der praktische Nutzen auf den ersten Blick nur schwer ersichtlich ist, hatte Bergen Helms während der Arbeit an seiner Dissertation erlebt. Über Jahre beschäftigte sich der studierte Maschinenbauer mit der mathematischen Formalisierung komplexer Systeme, „ein sehr akademisches Problem“, so beschreibt er es heute.

Doch mit Kissel hatte Helms einen Anwender gefunden. „Er hatte eine Lösung, aber kein reales Problem“, erzählt Kissel im Rückblick. „Ich hatte ein Problem, aber keine Lösung.“ Und so taten sich die beiden zusammen – und gründeten 2015 das Start-up Soley.

Die Idee: Firmen auf einen Blick sichtbar machen, welche Produkte das eigene Portfolio umfasst, aus welchen Bauteilen sie bestehen und was es bedeuten würde, sie aus dem Programm zu nehmen. „Man kann sich ein Produktportfolio wie ein großes Netzwerk mit Knotenpunkten vorstellen“, erklärt Helms den Grundgedanken.

So werden beispielsweise häufig gleiche Bauteile für verschiedene Produkte verwendet. Das kann wichtig sein, wenn man etwa ein Produkt auslaufen lassen will. „Das Netzwerk kann man analysieren. So bekommt man einen 360-Grad-Blick auf die Zusammenhänge.“

Was für den Menschen schnell unübersichtlich wird, macht die Software von Soley in wenigen Augenblicken sichtbar: Welche Abteilungen sind von einem möglichen Produktauslauf betroffen? Fallen Vorprodukte weg, oder werden sogar ganze Anlagen überflüssig? Und welche Kunden könnten abspringen, wenn es bestimmte Angebote nicht mehr gibt? Als „Fitnessprogramm für komplexe Produktportfolios“ beschreibt Mitgründer Kissel sein Unternehmen.

Mit solchen Fragen beschäftigte sich auch der Allendorfer Heiz- und Kältetechnikhersteller Viessmann, der inzwischen zu den Investoren von Soley gehört. „Aufgrund der wachsenden Komplexität in unserem Produktprogramm kommt dem Thema Produktauslauf eine immer größere Bedeutung zu“, sagt Markus Klausner, Technologiechef bei Viessmann. „Soley hilft uns festzustellen, ob ein Produkt noch ökonomisch sinnvoll ist oder ob wir es auslaufen lassen.“ So ließ das Familienunternehmen seither 25 bis 30 Prozent mehr Produkte auslaufen. Viessmann spart dadurch einen siebenstelligen Betrag.

Auch der Maschinenbauer Festo, der Lkw-Hersteller MAN sowie Bosch-Rexroth zählen zu den Kunden der jungen Firma mit heute rund 35 Mitarbeitern. Als Nächstes wollen die Gründer weitere Branchen erschließen. Und danach? „Ich kann mir durchaus vorstellen, irgendwann im Leben noch einmal ein Unternehmen zu gründen“, sagt Kissel. Fehlt nur noch ein neues Problem.

Mehr: Spanische Unternehmer und Politiker sehen im deutschen Mittelstand ein Vorbild. Sie wollen den eigenen Unternehmen nun helfen, mithilfe des Modells zu wachsen.

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