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Sophia Bendz Schwedische Star-Investorin wechselt nach Berlin

Die Risikokapitalgeberin Sophia Bendz zog einst das Musikunternehmen Spotify mit auf. Bei Cherry Ventures unterstützt sie ab September Start-ups mit Kapital.
02.07.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Investorin beteiligte sich früh am Streamingdienst Spotify. Quelle: Getty Images
Sophia Bendz

Die Investorin beteiligte sich früh am Streamingdienst Spotify.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Die Bilanz kann sich sehen lassen: Risikokapitalgeberin Sophia Bendz beteiligte sich in den vergangenen Jahren bei mehr als 40 verschiedenen Start-ups. Nur drei davon haben es nicht überlebt. Die anderen wie die KI-Firma Aiden.ai oder Bioessenlieferant Simple Feast florieren. Ihre Erfahrung sammelte die 40-Jährige viele Jahre beim Aufbau des Musik-Streamingdienstes Spotify.

Kein Wunder, dass die Expertise der Schwedin gefragt ist. Seit 2018 arbeitet sie als Beraterin für Neugründungen bei der Investmentgesellschaft Atomico. Jetzt kommt sie auch nach Deutschland. Bei Cherry Ventures steigt Bendz als Partner ein – und zwar als erste Frau.

Das Berliner Unternehmen investierte seit seiner Gründung 2013 in mehr als 50 Start-ups, darunter Flixbus oder Flaschenpost. Gegründet wurde es von Filip Dames, Christian Meermann, beide ehemalige Manager von Versandhandel Zalando, und Daniel Glasner. „Wir sind schon seit Langem von Sophias Arbeit beeindruckt“, sagt Meermann.

Bendz studierte Wirtschaft und Marketing Management an der Universität Stockholm. Ihre Erfolgsgeschichte fing 2007 in einer kleinen Wohnung in Stockholm an. Dort arbeitete sie mit neun Freunden an einer damals neuen Idee: Musik per Internet und Abonnement zu hören. Aus diesem Start-up wurde einer der weltweit größten Musik-Streaming-Dienste namens Spotify.

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    Sieben Jahre lang war Bendz die internationale Marketing Managerin des schwedischen Unternehmens, leitete die wichtige Markteinführung in den USA und war maßgeblich am Aufbau der Marke beteiligt. „Ich war extrem froh, etwas aus dem Nichts aufzubauen, was die Welt noch nicht kannte“, sagt Bendz.

    Früher Abgang von Spotify

    Die Erfahrung faszinierte sie: einer Idee zum Leben zu verhelfen. Deshalb verließ Bendz Spotify auch 2014, als das Unternehmen längst nicht mehr in der Gründungsphase war, sondern sich bereits auf einen Börsengang vorbereitete.

    In dem Jahr hatte Spotify bereits 3000 Mitarbeiter und mehrere hundert Millionen Abonnenten. „Ich entschied mich dazu, Spotify zu verlassen, bevor ich dastehen würde und denken würde: Die guten alten Zeiten waren besser.“

    Im September fängt Bendz bei Cherry Ventures an und kümmert sich vor allem um Start-ups, die noch in den Kinderschuhen stecken und vorwiegend in Skandinavien unterwegs sind. Als Partnerin wird sie sich um Seed-Investitionen kümmern, also zu einem frühen Zeitpunkt Kapital an Start-ups vergeben „Es gibt nichts Spannenderes als Gründer zu treffen, die ein Problem finden, auf ihre eigene Art auf eine Lösung kommen und entschlossen sind, sie der Welt anzubieten”, sagt Bendz.

    Ein besonderes Thema motiviert die Schwedin: mehr Frauen in hohe Positionen bringen, damit die wiederum Frauen fördern können. Um die Sache steht es bislang schlecht, wie eine Studie von Atomico zur Situation der Start-up-Szene in Europa zeigt.

    Im Jahr 2019 gingen knapp 92 Prozent aller Förderungen an rein männliche Gründerteams. Der Grund liegt laut Bendz auch darin, dass viele Geldgeber ebenfalls Männer sind. „Und für die meisten ist es leichter, Menschen zu fördern, die so ähnlich sind wie sie selbst.“

    Aus diesem Grund und aus persönlichem Interesse investiert Bendz in FemTech Start-ups, also technische Innovationen von Frauen für Frauen. Unter anderem ist sie an der Menstruations-Tracking-App Clue und dem Tampon-Startup Daye beteiligt.

    Damit will Bendz nicht nur für mehr Diversität in der Welt der Tech-Start-ups sorgen, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, gesellschaftliche Stigmata zu lösen. Tabuthemen wie die Schwierigkeit, schwanger zu werden, oder die Menopause müssten aus der Welt geschafft werden, sagt die Investorin. „Viele junge Frauen, die Unternehmen gründen, haben die Chance, das zu tun.“

    Beraterin von Löfven

    Die Freude daran, in der Gesellschaft etwas zu verändern, war wohl auch ein Grund, der Bendz auch eine ungewöhnliche Anstellung für eine Investorin bescherte. Nebenbei arbeitet sie als Beraterin für Innovationen für den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven.

    Die Themen, die sie besprechen, darf sie zwar nicht verraten. Doch wenn man sie fragt, welches Unternehmen sie jetzt gründen würde - dann kann man es sich fast denken: „Heute würde ich im Bereich Klimatechnologien gründen“, sagt Bendz. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, das Klima zu schützen.“

    Mehr: Start-up-Finanzierer überbieten sich mit neuen Fonds für Europa.

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