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Spezialmaschinenbauer Krones „Ich kenne keinen Fachkräftemangel“

„Unsere Konkurrenten sitzen hauptsächlich in Europa.“ Der Chef des Spezialmaschinenbauers Krones, Volker Kronseder, äußert sich in einem Interview mit dem Handelsblatt über die Stärken des Standortes Deutschland, die Bedrohung durch chinesische Plagiate und die Gefahren, die von der schwachen amerikanischen Währung ausgehen.
  • Wolfgang Gillmann und Joachim Hofer
Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender der Krones AG, über Chancen und Nachteile des Standorts Deutschland. Foto: dpa Quelle: dpa

Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender der Krones AG, über Chancen und Nachteile des Standorts Deutschland. Foto: dpa

(Foto: dpa)

Handelsblatt: Herr Kronseder, die meisten Maschinenbauer nutzen Standorte in Asien oder Osteuropa, um dort günstig zu produzieren. Sie hingegen fertigen Ihre Maschinen nur in Deutschland. Warum diese Treue zur Heimat?

Kronseder: Viele Maschinenbauer und Zulieferer müssen im Ausland produzieren, das ist ganz klar. Denken Sie nur an die Automobilzulieferer. Bei den Spezialmaschinenbauern ist das anders. Mit Treue zur Heimat allein können aber auch wir keine Löhne bezahlen. Dass wir hauptsächlich hier produzieren, hat einen einfachen Grund: Hier ist die Produktivität am höchsten. Bei uns sind 95 Prozent der Belegschaft Spezialisten, davon gut zehn Prozent Ingenieure.

Liegt die hohe Produktivität an der guten Ausbildung?

Die duale Ausbildung ist weltweit ein sehr positives Alleinstellungsmerkmal. Ich glaube, dass unsere gut ausgebildeten Facharbeiter mit manch ausländischem Ingenieur gleichzustellen sind. Hinzu kommen das Netzwerk hochqualifizierter Zulieferer und die gute Infrastruktur. Durch viele ausländische Standorte erhöhen sich dagegen die Komplexitätskosten, und die Schnittstellenproblematik nimmt zu. Damit meine ich technische Schnittstellen ebenso wie die Zusammenarbeit der Menschen.

Sie müssen aber auch mit wesentlich höheren Kosten kalkulieren als Ihre Wettbewerber in Billiglohnländern.

Verpackungs- und Getränkemaschinenhersteller wie wir, die Gesamtlösungen liefern, haben keine Wettbewerber in Billiglohnländern. Unsere Konkurrenten sitzen hauptsächlich in Europa. Durch höhere Produktivität kompensieren wir die höheren Kosten. Durch Auslandsfertigung entstehen oft noch zusätzliche Schwierigkeiten.

Von welchen Schwierigkeiten reden Sie?

Beispielsweise von Ländern, in denen sich der Maschinenbau gerade entwickelt. Nehmen wir China. Dort fertigen wir Formen für Pet-Flaschen, Ersatzteile und Nachrüstgarnituren, wenn eine Maschine neue Behälterformen abfüllen soll. Allein schon der Aufwand, um die Materialqualität zu prüfen, ist dort bedeutend größer. In China schicken wir etwa die Hälfte des angelieferten Materials wieder zurück.

Viele andere Maschinenbauer haben sich dennoch dazu entschlossen, in Asien oder Osteuropa Werke zu bauen. Werden Sie durch Ihre Strategie nicht langfristig zu teuer?

Was für andere Maschinenbauer gilt, muss noch lange nicht für uns Spezialmaschinenbauer richtig sein. Wir haben aufgrund der Komplexität der Abfüllanlagen nur sehr wenige Gleichteile und damit sehr geringe Losgrößen in der Fertigung. Wir freuen uns schon, wenn wir mal hundert gleiche Teile produzieren können.

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