Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sportartikel So reagieren Fachhändler auf die rasante Expansion von Decathlon

Die Franzosen überziehen die gesamte Republik mit ihren Discount-Märkten. Die Fachhändler suchen nach Gegenmitteln – auch mit neuen Kooperationen.
Kommentieren
Der Discounter expandiert rasant. Quelle: LightRocket/Getty Images
Decathlon-Filiale

Der Discounter expandiert rasant.

(Foto: LightRocket/Getty Images)

München Niemand verkauft in Deutschland so viele Sportartikel wie die Intersport-Genossen. Zur Gruppe gehören bekannte Namen wie Sport Scheck, Sport Schuster oder Engelhorn Sports. Der größte einzelne stationäre Sporthändler ist indes ein Billiganbieter: Decathlon.

Der Discounter expandiert rasant. Allein in diesem Monat haben die Franzosen bislang drei Märkte in der Bundesrepublik eröffnet. Insgesamt kommt die Kette jetzt auf 75 Geschäfte. Zum allergrößten Teil sind es riesige Flächen von mehreren Tausend Quadratmetern. In Berlin weihte die Gruppe Anfang Oktober bereits ihre siebte Filiale ein.

Das Geschäft der Sportfachhändler dagegen bricht zusehends weg. Immer öfter kaufen die Kunden bei Onlinekonzernen wie Amazon und Zalando oder eben beim Billigheimer Decathlon. In Deutschland zahlten die Kunden im vergangenen Jahr für Sportartikel rund acht Milliarden Euro.

So ging der Umsatz bei Intersport von Flensburg bis Berchtesgaden 2018 um drei Prozent auf 2,85 Milliarden Euro zurück. Mit 1480 Geschäften ist die Genossenschaft der Marktführer in Deutschland. Die Konkurrenten von der Fachhandelsgruppe Sport 2000 schlugen sich mit einem Plus von 0,3 Prozent zwar ein wenig besser.

Das größte Problem der Fachhändler aber ist überall dasselbe: Die Konsumenten machen zunehmend einen Bogen um die Geschäfte.

„Das ist ein alarmierendes Zeichen für uns Sportfachhändler“, sagte Stefan Herzog, Generalsekretär des Verbands deutscher Sportfachhandel, zu Jahresbeginn auf der Sportmesse Ispo. Vier Prozent weniger Kunden zählten die Sport-2000-Händler vergangenes Jahr. Die Händlerorganisationen wollen die Kunden nun mit attraktiveren Läden wieder stärker anlocken. Sport 2000 setzt insbesondere darauf, spezialisierte Geschäfte aufzubauen, also eigene Shops etwa für Läufer oder Outdoor-Begeisterte.

Auch die Intersport-Händler werden sich künftig stärker auf einzelne, ausgewählte Sportarten konzentrieren. Die Verbundzentrale hat sich darüber hinaus vorgenommen, die Händler besser zu unterstützten, etwa bei der Auswahl der Sortimente. „Wir müssen aber auch die beste Digitalerfahrung bieten“, unterstrich Intersport-Vorstand Mathias Boenke auf der Ispo. Ziel sei es, der Ansprechpartner Nummer eins für alle Dinge im Sport zu werden.

Neue Marke soll helfen

Der Händlerverbund schwenkt deshalb seit diesem Sommer im Internet radikal um. Erstmals unterstützt Intersport die Ladenbesitzer aktiv, um ihre Turnschuhe, Shirts und Shorts über die großen Plattformen im Netz anzubieten. „Der Druck im Handel ist weltweit spürbar. Deshalb müssen wir Lösungen präsentieren“, erläuterte Markus Gunnesch, Leiter Unternehmensstrategie von Intersport, jüngst dem Handelsblatt.

Zwei Initiativen startete die Verbundgruppe deshalb im vergangenen Sommer. Mit „Budget Sport“ führte das Hauptquartier eine neue Marke ein. Unter diesem Label können die Händler jetzt Restposten beim Internetkaufhaus Amazon verkaufen. „Es geht darum, ganz gezielt Altware abzusetzen“, erklärt Gunnesch. Dazu gibt Intersport den Geschäftsinhabern technische und werbliche Unterstützung.

Darüber hinaus kooperiert die Genossenschaft mit Sportmarken24. Das Start-up aus Wiesbaden ermöglicht Händlern, mit minimalem Aufwand ihre gesamten Bestände auf den führenden Internetmarktplätzen zu präsentieren. Ob das reicht? Decathlon jedenfalls will weiter kräftig wachsen. Das Unternehmen sei „noch lange nicht am Ende seiner Expansionsvision“, heißt es in einer Mitteilung, die sich wie eine Kampfansage liest.

Allein in Bayern würden 2020 drei neue Filialen entstehen, darunter eine am Münchener Hauptbahnhof. Decathlon scheut auch nicht die unmittelbare Konfrontation mit dem Konkurrenten Intersport. Ausgerechnet an dessen Hauptsitz in Heilbronn soll noch dieses Jahr ein weiterer Markt eröffnen.

Mehr: Der Familie Mulliez gehören die Einzelhandelskette Auchan und der Sportausrüster Décathlon. Doch die Umsätze sind rückläufig – die Familie wird zunehmend nervös.

Startseite

Mehr zu: Sportartikel - So reagieren Fachhändler auf die rasante Expansion von Decathlon

0 Kommentare zu "Sportartikel: So reagieren Fachhändler auf die rasante Expansion von Decathlon"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.