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Spülmittel Fit Wie das Palmolive des Ostens den Durchbruch schaffte

Fit galt als legendäres Spülmittel der DDR und hat die Wende überdauert. Mit findigen Strategien konkurriert der Hersteller heute mit den Großen der Branche. Dabei helfen der Status als Familienunternehmen – und Zukäufe.
04.08.2015 - 10:14 Uhr Kommentieren
Das legendäre Spülmittel des Ostens war im Westen völlig unbekannt. Nun es den Einzug in die westdeutschen Regale geschafft. Quelle: dpa
Fit Spülmittel

Das legendäre Spülmittel des Ostens war im Westen völlig unbekannt. Nun es den Einzug in die westdeutschen Regale geschafft.

(Foto: dpa)

Zittau Weiße Teller werden von Hand mit Eigelb eingepinselt, in den Tassen steht schwarzer Tee so lange, bis sich schmutzige Ränder bilden. Im Labor des Reinigungsmittelproduzenten Fit im ostsächsischen Zittau (Landkreis Görlitz) türmen sich Berge von schmutzigem Geschirr.

Hier wird getestet, ob die entwickelten Geschirrspül-Tabs und Spülmittel halten, was sie versprechen. Im Raum nebenan rumpeln Waschmaschinen und Trockner. Es duftet nach frisch gewaschener Wäsche. Auch Weichspüler und Waschmittel entwickelt und produziert Fit vor Ort.

Gut 22 Jahre ist es her, dass Wolfgang Groß für den Traum vom eigenen Unternehmen aus Mannheim in das Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien kam. Zuvor arbeitete er als Chemiker in großen Konzernen. „Fit war genau das Richtige“, sagt der 63 Jahre alte Geschäftsführer heute. Auch wenn sich damals meterhohe Kohleberge vor der Fabrik stapelten, alles in einem „fürchterlichen Zustand“ war, erinnert sich Groß.

Mit 60 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund acht Millionen startete der Unternehmer Anfang der 90er Jahre – 2014 waren es bereits 158 Millionen Euro und mehr als 200 Mitarbeiter. Ein Erfolg, den er sich nach der Übernahme des ostdeutschen Traditionsunternehmens kaum hatte vorstellen können. „Nie im Leben. Völlig undenkbar.“

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    Welche Ostmarken auch im Westen punkten
    Rotkäppchen
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    Rotkäppchen ist der unangefochtene Sieger einer Bekanntheits-Studie, die die MDR-Werbung in Auftrag gegeben hat. 2014 untersuchte das IMK zusammen mit der MDR Werbung für die repräsentative West-Ost-Markenstudie 60 Ostmarken und deren Image. Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche ostdeutschen Marken den Bewohnern jeweils in Ost- und Westdeutschland bekannt sind. Insgesamt wurden 3000 Personen, 2000 in West- und 1000 in Ostdeutschland, befragt. Auf beiden Seiten wurden die Namen von ostdeutschen Marken genannt, verbunden mit der Frage: Kennen Sie die?

    Rotkäppchen erreichte im Osten 93 Prozent Bekanntheitsgrad, im Westen waren es 85 Prozent. Doch längst nicht alle Ost-Marken haben so überzeugend abgeschnitten.

    (Foto: Reuters)
    Vita Cola
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    Im Osten ist sie die zweitbeliebteste Cola: die Vita Cola. 1958 bekam Hans Zinn von der Regierung den Auftrag, ein Getränk zu entwickeln, das nah an die amerikanische Coca-Cola herankommt. Dabei war die Ostmarke 1990 wieder vom Markt verschwunden. Vier Jahre später erlebte das Erfrischungsgetränk dann sein großes Comeback. Im Jahr 2013 verzeichnete die Marke sogar einen Absatzrekord. Vita Cola ist 89 Prozent der Ostdeutschen ein Begriff, den Westdeutschen allerdings weniger. In den Top Ten der bekanntesten ostdeutschen Marken in Westen ist sie nicht vertreten.

    (Foto: ZB)
    Radeberger Bier
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    Die Biermarke Radeberger, traditionell in Ostdeutschland hergestellt und schwerpunktmäßig vermarktet, ist 88 Prozent der Ostdeutschen ein Begriff. In Westdeutschland kennen 79 Prozent die Biermarke, die mit der Dresdner Semperoper in TV-Spots wirbt. „Mittlerweile gelten viele (Ostmarken) als kultig, werden verbunden mit Regionalität und Nachhaltigkeit“, sagt Sören Schiller vom Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK).

    (Foto: dpa)
    Hasseröder Bier
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    Die Investitionen in Promi-Werbung (hier 2010 mit Oliver Pocher) scheinen sich zu lohnen: Die Marke Hasseröder tritt in ihren Spots gerne männlich, bodenständig und kumpelig auf. 86 Prozent der Bevölkerung in den neuen Bundesländern kennen die Biermarke, im Westen sind es immerhin 72 Prozent.

    (Foto: dpa - picture-alliance)
    Bautz'ner Senf
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    Er gilt als der Marktführer im gesamtdeutschen Senfreich. Und das, obwohl er konsequent seine Rezeptur mit einem leichten Meerrettichgeschmack beibehalten hat, was ihn von den Mitbewerbern unterscheidet. Der Bautz'ner Senf ist eine der bekanntesten Ostmarken im Osten (85 Prozent), im Westen ist die Marke nur 43 Prozent ein Begriff. Ostmarken werden in Westdeutschland zwar bekannter – aber es bleiben Unterschiede zwischen Ost und West.

    (Foto: dpa)
    Wernesgrüner Bier
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    „Alles im grünen Bereich“ lautet der Slogan der Brauerei Wernesgrüner. Ihre Produkte kennen in Ostdeutschland 83 Prozent der Befragten, im Westen sind es 52 Prozent. Musiker Peter Maffay ließ sich auf seiner Tour 2011 von dem Getränkehersteller sponsern.

    (Foto: dpa - picture-alliance)
    Köstritzer Bier
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    Auch die Biermarke Köstritzer ist den Konsumenten in ganz Deutschland ein Begriff, spätestens nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel 2013 auf einer Wahlveranstaltung der CDU ein Köstritzer Schwarzbier getrunken hatte: 83 Prozent kennen es im Osten, im Westen gaben 67 Prozent die Marke als bekannt an.

    (Foto: dpa)

    Schließlich galt Fit zwar als das legendäre Spülmittel des Ostens – war aber im Westen völlig unbekannt. „Nach der Wende war es schwer, dort in die Regale zu kommen.“ Zunächst polierte Groß die Marke Fit auf, entwickelte neue Düfte, modernisierte die Produktion und baute neue Produktionsgebäude. Die alte Flaschenform, angelehnt an den Roten Turm in Chemnitz, ist geblieben.

    Rei, Sunil und Gard – in den Westen eingekauft
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