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Start-up Battle in Dortmund „Ring frei für Gründer!“

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Lebensretter gegen Schneckenlack
Startup Battle2

In der Schwergewichtsklasse schließlich treten zwei „Lebensretter“ gegeneinander an. Darunter die einzige Frau im Start-up-Battle. Die zierliche Kielerin Nadine Sydow präsentiert sich bestens präpariert. Im Puma-Trainingsanzug mit grünen Bandagen an den Fäusten zieht sie zur Musik ein. Im Ring wirft die 29-Jährige die Kapuzenjacke von sich und hüpft im Muscle-Shirt auf der Stelle. “Ich bin Biologin aus Überzeugung”, lautet ihre Kampfansage.

Ihr Gegner lässt sich keine Verunsicherung anmerken. Schließlich hat die Firma Restube bereits den Deutschen Gründerpreis 2015 gewonnen. Christopher Fuhrhop zieht im Boxring unvermittelt an einer kleinen Gürteltasche. Mit lautem Zischen bläst sich ein knapp ein Meter langer gelber Schlauch auf. Ein Raunen geht durchs Publikum. „Beim Kitesurfen wäre ich fast ertrunken“, erzählt der sportliche Gründer. Damals kam dem Maschinenbau-Studenten die Idee, einen kleinen tragbaren Lebensretter für Wassersportler zu entwickeln. Inzwischen hat die Firma 15 Mitarbeiter und schon 40.000 Restubes in alle Welt verkauft. „Jetzt wollen wir die USA rocken“, ruft Fuhrhop.

Bodenständiger gibt sich Gründerin Sydow von Solvoluta. Dennoch ist ihre Geschäftsidee nicht weniger als eine Kampfansage an die Pestizidkonzerne. Nach jahrelanger Forschung entdeckte die Biologin durch Zufall ein Material, an dem Schnecken nicht haften können. „Unser umweltverträglicher wetterfester Lack lässt sich überall auf Blumentöpfe, Holz oder Steintreppen streichen und hält gefräßige Schnecken fern.“

Schnexagon soll im Frühjahr auf den Markt kommen – als Alternative zum giftigen Schneckenkorn. „Wir bieten ein Viertel der Firmenanteile für 200.000 Euro“, buhlt sie im Boxring um Investoren. Herausforderer Fuhrhop gibt sich mit solchen Summen nicht zufrieden. Restube will nicht weniger eine Million einsammeln.

Die Kampfrichter beraten. Letztlich kann Energiebündel Nadine Sydow zwei Jurymitglieder von ihrer Schneckenrevolution überzeugen. Spontan mach die 29-Jährige einen Freudensprung, rennt ins Publikum und fällt ihrem Geschäftspartner und Mentor, einem erfahrenen ergrauten Ex-Manager, um den Hals.

Die junge Gründerin darf nun wie Tinnitus-Arzt Walter und Telefonapp-Entwickler Bünger zum Nordeuropa-Battle nach London fahren – und vielleicht zum Finale in die USA. Dafür müssen alle aber noch eifrig trainieren: Denn die nächsten Start-up-Battles werden auf Englisch ausgetragen.

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