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Start-ups Finanzminister Scholz legt überraschend Milliardenpaket für Gründerszene auf

Der Finanzminister will der Gründerszene mit weiteren Milliarden helfen. Damit zieht er offenbar einen Teil eines länger angedachten Programms vor.
31.03.2020 - 18:10 Uhr 3 Kommentare

Regierung legt Milliarden-Hilfsfonds für Start-ups auf

Berlin, Hamburg Thomas Jarzombek (CDU), der Digitalbeauftragte der Bundesregierung, war noch am Morgen eher vage. In einer Online-Pressekonferenz schaltete der Start-up-Verband den Politiker für einige warme Worte zu einer Verbandsumfrage zu, die aufrütteln sollte: Mehr als 90 Prozent der befragten Start-ups fürchten in der Coronakrise um Umsätze, 70 Prozent bangen gar um die Existenz. Aus Jarzombeks Worten, bei den Staatshilfen sei das „Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht, war nicht absehbar, wie schnell der Hilferuf erhört werden sollte.

Nur gut zwei Stunden später überraschte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bei einem Statement in München zu den Coronahilfen selbst einige seiner Beamten, die im Berliner Ministerium geblieben waren, mit einer fast beiläufig eingestreuten Ankündigung: Die Start-up-Szene bekommt noch einmal zwei Milliarden Euro Hilfe vom Bund – zusätzlich zum bereits getroffenen Beschluss, größere Start-ups ab einer Bewertung von 50 Millionen Euro unter den Corona-Liquiditätsschirm miteinzubeziehen.

Mit den beiden zusätzlichen Milliarden erfüllt Scholz einige Wünsche, die vor allem die im Start-up-Verband versammelten deutschen Frühphasen-Investoren geäußert hatten. Diese fürchten zum einen, dass fest eingeplante Anschluss-Investitionsrunden für ihre Portfolio-Unternehmen ausbleiben könnten, weil sich keine Geldgeber mehr finden.

Dann müssten Gründer, die viel Anfangskapital verbrennen, aufgeben. Zum anderen fürchten die Gründungsfinanzierer den Ausfall ihrer eigenen Geldgeber, also derjenigen Investoren, die bereits Geld für die Risikokapitalfonds zwar fest zugesagt, aber noch nicht eingezahlt haben.

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    An beiden Stellen setzt Scholz an. Zum einem erfüllt er den Wunsch vom Start-up-Verband und vom Digitalverband Bitkom nach einem Matching-Fonds. Dabei geht es darum, Investitionen von Geldgebern mit Fördergeld aufzustocken. Bestehende öffentliche Förderfonds wie KfW Capital und der Europäische Investitionsfonds EIF sollen also zusätzliches Geld erhalten, mit dem sie Start-up-Investitionen von privaten Risikokapitalgebern aufstocken können. Das soll die Investitionssumme erhöhen, ohne zusätzliche Prüfungen nötig zu machen. Dieses Programm soll die KfW Capital koordinieren.

    Coronakrise beschleunigt Umsetzung einer alten Idee

    Auch beim Ausfall von Investoren will der Staat den Risikokapitalfonds zur Seite springen. Diese hatten sich zuletzt zunehmend mit Kapitalzusagen von Familienunternehmern finanziert, die oft neu in der Anlageklasse Venture Capital sind – und nun in der Krise womöglich ausfallen. Kurzfristig sieht das Finanzministerium diese Gefahr zwar nicht, mittelfristig sollen aber in solchen Fällen öffentliche Geldgeber wie der EIF einspringen können.

    Ziel sei, einen funktionierenden europäischen Sekundärmarkt für solche Fondsanteile aufzubauen, hieß es. Zusätzlich will die Bundesregierung bei der EU die Erlaubnis einholen, auch kleine Start-ups und Mittelständler bis 75 Millionen Euro Umsatz unterstützen zu können, die bislang keinen Investor an Bord haben.

    Mit den umfangreichen Vorhaben zieht Scholz offenbar einen Teil eines länger angedachten Programms vor. Bereits seit Ende 2019 plant die Bundesregierung einen Dachfonds von bis zu zehn Milliarden Euro zur Unterstützung der deutschen Start-up-Finanzierer – auch, um die Bedeutung gegenüber ausländischen Investoren zu stärken. Die Coronakrise beschleunigt diese zuletzt stockende Idee nun.

    Ursprünglich sollte der Fonds zum Start nur eine Milliarde Euro umfassen. Jetzt ist das neue Ad-hoc-Programm doppelt so groß – und kommt auf die übrigen Förderprogramme wie Kurzarbeit, die auch Start-ups offenstehen, obendrauf. CDU-Digitalpolitiker Tankred Schipanski sieht in den zusätzlichen Maßnahmen einen „wichtiger Beitrag zum Erhalt unseres Start-up- und Innovationsökosystems“.

    Mehr: Für Risikokapital darf es keine staatliche Vollkasko geben

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    3 Kommentare zu "Start-ups: Finanzminister Scholz legt überraschend Milliardenpaket für Gründerszene auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Seit wann kann ein Minister ein solches Programm "auflegen"? Wir haben das Feudalwesen abgeschafft.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Unterstellungen und Verdächtigungen ohne Bezug oder glaubwürdige Argumente, die durch keine Quellen gestützt werden, sind nicht erwünscht.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Unterstellungen und Verdächtigungen ohne Bezug oder glaubwürdige Argumente, die durch keine Quellen gestützt werden, sind nicht erwünscht.

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