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Startup Teens Tiktok soll Jugendliche für das Gründen begeistern

Die chinesische Videoplattform unterstützt die deutsche Gründerinitiative. Der Schritt, auf Bildungsinhalte zu setzen, könnte die Akzeptanz erhöhen.
13.08.2020 - 11:05 Uhr Kommentieren
Die Videoplattform soll dabei helfen, Jugendliche vom Gründen zu begeistern. Quelle: AFP
Tiktok

Die Videoplattform soll dabei helfen, Jugendliche vom Gründen zu begeistern.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die Videoplattform Tiktok steigt als Hauptsponsor bei Startup Teens ein. Die deutsche Nonprofit-Initiative will Schüler zwischen 14 und 19 Jahren ermuntern, eigene Unternehmen zu gründen, und hat bislang diese über die eigene Webseite und Veranstaltungen sowie Videos via Youtube auch zum Programmieren erreicht. Nun folgt Startup Teens der Zielgruppe auf Tiktok.

Das 2012 von Zhang Yiming gegründete Unternehmen hat laut Sensor Tower mittlerweile rund zwei Milliarden Nutzer weltweit, vorwiegend Jugendliche zwischen 13 und 18. Allein im Juni seien fast 90 Millionen weltweit hinzugekommen. Für Deutschland gehen die Schätzungen auseinander, von fünf bis neun Millionen Nutzern gehen Experten aus. Die Zielgruppen hierzulande passen also sehr gut zusammen.

Und auch sonst erscheint die Partnerschaft als Win-win-Situation. Auf der einen Seite steht das schnell wachsende Plattformunternehmen mit immer mehr Nutzern, die sich zum Teil stundenlang kurze Videos anschauen wollen. Auf der anderen Seite eine Non-Profit-Organisation, die versucht, der jungen Generation beizubringen, dass Unternehmensgründungen cool sind.

Zudem braucht Tiktok dringend Akzeptanz bei den Eltern und Vertrauen der Politik in Deutschland und Europa: Denn US-Präsident Donald Trump will das Netzwerk in seinem Land verbieten, wenn es nicht an einen US-Konzern verkauft wird. Weil der chinesische Konzern Bytedance hinter der Plattform steht, sieht er darin eine Spionagemöglichkeit für China, gegen das er einen Handelskrieg führt.

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    Das sorgt auch in anderen Ländern für Misstrauen. So hat Indien die Plattform verboten, in Frankreich wird sie beobachtet. Allerdings ist auch die US-Plattform Facebook im Visier von Datenschützern.

    Im Rahmen der Partnerschaft wird Startup Teens Inhalte zum Thema Unternehmensgründung und Start-ups liefern. Für die ersten Formate hat die Organisation viele prominente Gesellschafter und Förderer verpflichtet.

    Sie zeigen in tatsächlich sehr kurzen 60-Sekunden-Filmen, was sie antreibt, ein Unternehmen zu gründen, wie es Verena Pausder schon dreimal getan hat. Oder warum es sich lohnt, ein Familienunternehmen als Nachfolger zu übernehmen, wie Marie-Christine Ostermann, die einige Jahre die jungen Unternehmer und seit drei Jahren den Lebensmittelgroßhändler Rullko führt.

    Flixbus-Mitgründer Daniel Krauss erzählt, wie er Wichtiges und Dringendes sortiert. Auch die Investoren Frank Thelen und Florian Heinemann nehmen sich Zeit für das Projekt.

    Deutschland steht bei der Vermittlung von Gründerwissen sehr schlecht da

    Noch vor dem offiziellen Start hatten viele Unternehmer ihre Videos hochgeladen und innerhalb von 24 Stunden zum Teil, wie zum Beispiel Verena Pausder, bereits mehr als 80.000 Aufrufe erreicht. „Das zeigt die Dimension“, sagt Hauke Schwiezer, Mitgründer und Geschäftsführer von Startup Teens.

    Ab kommender Woche sind auch Livestreams zum Unternehmertum geplant. „Durch die neue Partnerschaft erreichen wir mit unseren Videos junge Menschen genau dort, wo sie täglich Inspiration suchen.“, sagt Schwiezer. Auf die Frage, ob die Vorbehalte der Datenschützer bei der Kooperation eine Rolle spielen, sagt der 43-Jährige: „Im Gesellschafterkreis von Startup Teens nehmen wir die öffentliche Diskussion um Tiktok sehr aufmerksam wahr.“

    Man habe sich dann „mit großer Überzeugung für eine Partnerschaft mit Tiktok entschieden, da die Plattform für Jugendliche in kürzester Zeit überragende Bedeutung gewonnen hat.“ Man folge der Zielgruppe, um noch mehr Schülerinnen und Schülern unternehmerisches Denken und Handeln sowie Coding beibringen zu können. „So möchten wir dazu beitragen, dass es in Deutschland mittelfristig mehr Gründer, Unternehmensnachfolger und Intrapreneure gibt.“ Intrapreneure sind unternehmerisch denkende Mitarbeiter.

    Tatsächlich gibt es hierzulande Nachholbedarf bei der Vermittlung von Gründerwissen. Vor allem im Schulalter fehle es an der Vermittlung, sagt Schwiezer. Laut Global Entrepreneurship Monitor liegt Deutschland auf Platz 36 von 54 betrachteten Ländern, ganz vorn liegt das Nachbarland Niederlande, aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, von den europäischen Ländern liegen darüber hinaus noch Schweden und die Schweiz unter den Top Ten. Startup Teens bezeichnet sich als reichweitenstärkste digitale Bildungsplattform für Unternehmertum und Coding in Deutschland.

    Gemeinsam mit dem auf Tiktok spezialisierten Beratungsunternehmen PlayTheHype hatte Startup Teens eine Umfrage bei 16- bis 19-Jährigen durchgeführt. Danach seien diese durchaus gründungswilliger und stärker geneigt, Verantwortung zu übernehmen, als von der Generation Z angenommen werde. Die Umfrage mit fast 4500 Teilnehmern habe bereits nach zwölf Stunden Ergebnisse geliefert, erklärt Schwiezer. Das bekomme man über kein anderes Medium so schnell hin.

    Sebastian Borek, Geschäftsführer der Founders Foundation, der sich ebenfalls an dem Projekt beteiligt, findet, dass das rasante Wachstum der Plattform zeige, dass sie „einen Nerv trifft und insbesondere junge Zielgruppen erschließt, die für unsere Zukunft essenziell sind“. Man müsse sich daher aktiv engagieren, „damit wir das Medium verstehen und mitgestalten können. Das hat auch etwas mit Verantwortung zu tun.“

    Mehr: Gute Ideen, viel Bürokratie – Gründer unter 18 haben es oft schwer.

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