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Stihl Wenn die Motorsäge vom Roboter kommt

Stihl hat ein neues Rekordjahr hinter sich. Die Finanzkraft erlaubt Vorstöße in neue Richtungen. Der Hersteller von Motorsägen will so seine Fertigung modernisieren – und setzt dabei voll auf Roboter.
27.04.2015 - 14:54 Uhr Kommentieren
Roboter sollen den Mitarbeitern bei dem Unternehmen künftig zur Hand gehen. Quelle: dpa
Fertigung bei Stihl in Waiblingen

Roboter sollen den Mitarbeitern bei dem Unternehmen künftig zur Hand gehen.

(Foto: dpa)

Waiblingen Der Motorsägenhersteller Stihl jagt von Rekordjahr zu Rekordjahr. Die Finanzkraft aus dem Stammgeschäft ermöglicht nicht nur hohe Investitionen, sondern erlaubt auch Vorstöße in neue Bereiche. So ist Stihl in Deutschland und den USA in die kollaborative Robotik eingestiegen. Dabei geht es um Roboter, die keine Schutzzäune mehr brauchen und die Hand in Hand mit Menschen arbeiten können.

„Wir testen die Roboter in der Serienfertigung und integrieren sie in unsere Automatisierungstechnik“, sagte Stihl-Chef Bertram Kandziora auf der Jahreskonferenz des Waiblinger Traditionsunternehmens. Dabei werden die Modelle von Kuka, Fanuc und auch Bosch verwendet. Selbst bauen will der Motorsägenhersteller solche Roboter nicht. Kandziora unterstrich aber die Bedeutung dieser innovativen Technologie: „Die ‚kollaborative Robotik‘, das intelligente Zusammenarbeiten von Mensch und Roboter, bedeutet einen Quantensprung für die Arbeitswelt.“

Die neue Robotergeneration mit ihrer feinen Sensorik und Bilderkennung war eines der Hauptthemen der Hannover Messe in diesem Monat. Die neue Robotik ist einer der Bausteine der vernetzten Industrie 4.0. Dem Mittelstand wird in der Diskussion darüber häufig vorgeworfen, zu wenig für den digitalen Umbau der Wirtschaft zu tun. „Wir haben schon viele Dinge, die heute auf Kongressen und Messen präsentiert werden, längst in der Automatisierung unserer Fertigung in der Praxis“, entgegnet Kandziora. Für ihn sei Robotik ein fester Bestandteil der Automatisierung. „Technisch ist die vollautomatisierte Produktion längst möglich. Aber es muss auch von den Kosten her sich rechnen“, räumte der Stihl-Chef ein. Noch sei die Vollautomatisierung zu teuer.

Stihl kann sich die Investitionen in modernste Fertigungstechnik leisten. Im vergangenen Jahr investierte Stihl rund 180 Millionen Euro. Trotz eines Dämpfers wegen der Russlandkrise bleibt Stihl auch für 2015 optimistisch. „Ich erwarte für das nächste Jahr moderates Wachstum“, sagte der Stihl-Chef. Schon im ersten Quartal habe Stihl ein Umsatzplus verbucht. Die Absatzplanung für Russland sei aber deutlich nach unten korrigiert worden.

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    Vor der Krise sei Russland nach Stückzahlen die „Nummer Zwei“ für Stihl gewesen. Der Einbruch werde in anderen Regionen teilweise ausgeglichen. Dank des starken US-Dollars rechnet der Hersteller 2015 zum ersten Mal seit Jahren außerdem nicht mehr mit negativen Währungseinflüssen.

    Der Kettensägen-Perfektionist: Hans Peter Stihl. Quelle: obs

    Der Kettensägen-Perfektionist: Hans Peter Stihl.

    (Foto: obs)

    2014 hatte Stihl vor allem dank guter Verkäufe in Nordamerika seinen Umsatz um 5,9 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro steigern können. In allen wichtigen Märkten außer Russland habe Stihl eine positive Entwicklung verzeichnet. Angaben zum Gewinn macht das Unternehmen nicht. Es habe aber ebenso wie Absatz und Umsatz einen Rekordwert erreicht, so Kandziora. Das Unternehmen gehört der Familie Stihl mit Hans Peter Stihl nach wie vor als persönlich haftenden Gesellschafter. die Eigenkapitalquote liegt bei stattlichen 70 Prozent.

    Der Kettensägen-Perfektionist
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    Der Firmengründer, Andreas Stihl, häufig auch als „Vater der Motorsäge“ bezeichnet, beginnt 1926 in Stuttgart und baut das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf. Sein Anspruch: Den Menschen die Arbeit in der Natur erleichtern. Die erste Motorsäge aus dem Hause Stihl ist eine Zweimannelektromotorsäge für den Einsatz beim Ablängen (Zerteilen) gefällter Bäume auf Rundholzplätzen.

    Stihl Typ A
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    Stihl´s Baumfällmaschine Typ A: 1929 kann Andreas Stihl seine erste Säge mit Benzinmotor vorstellen; es ist eine Zweimannsäge mit einer Leistung von 6 PS bei 46 kg Gewicht. Früh wird Stihl auf dem Weltmarkt verkaufen: erste Exporte gehen in die Schweiz, die Niederlande, nach Frankreich, Belgien und Russland.

    Stihl Weiblingen-Neustadt
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    Das Stihl-Werk in Waiblingen-Neustadt wurde nach dem 2. Weltkrieg zum Stammsitz. Damals zählt das Unternehmen 271 Mitarbeiter. Rund 80 Jahre später ist Stihl nach wie vor tief in der Region Waiblingen verwurzelt.

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    Hans Peter Stihl auf dem Allzweck-Schlepper Typ 140, den sein Vater 1949 auf den Markt bringt. Der Tragschlepper von STIHL wird von einem luftgekühlten Zweitakt-Dieselmotor aus eigener Produktion angetrieben. Erst 1963 steigt Andreas Stihl auf Drängen seiner Kinder Hans Peter und Eva aus der mittlerweile defizitären Schlepperproduktion wieder aus.

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    1959 gelingt Stihl der Durchbruch auf dem Weltmarkt mit der Stihl Contra, der ersten getriebelosen Einmann-Benzinmotorsäge. Die Contra ist 6 PS stark und wiegt 12 Kilogramm. Zahlreiche Innovationen wie eine verbesserte Kettenschmierung, eine verstärkte Führungsschiene sowie neuartige Schalldämpfer ebnen den Weg für die Motorisierung der Waldarbeit. 1971, zwölf Jahre nach Einführung der Contra, wird Stihl zur meistverkauften Motorsägenmarke weltweit.

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    Der Firmengründer Andreas Stihl mit seinen beiden ältesten Kindern, Eva Mayr-Stihl und Hans Peter Stihl. 1960 tritt der Diplomingenieur Hans Peter Stihl als Assistent der Geschäftsführung in das Unternehmen ein. Zusammen mit seiner Schwester teilt er sich ein Büro. 1966 wird Hans Peter Stihl Mitglied der Geschäftsführung. Er übernimmt die Bereiche Entwicklung, Materialwirtschaft, Produktion und Organisation.

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    Am 23. März 1960 verlässt die 100 000. Stihl-Motorsäge das Werk. Die wachsende Nachfrage nach der neuen Contra zieht umfangreiche Maßnahmen zur Erweiterung und Rationalisierung der Produktion nach sich.

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