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Ernst Burgbacher „Eigenkapital ist ein zentrales Thema“

Im Gegesatz zu vielen kleineren und mittleren Unternehmen kann Ernst Burgbacher, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, derzeit keine Kreditklemme erkennen. Allerdings räumt der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung im Handelsblatt-Interview ein, dass es bei einer Zunahme der Kreditnachfrage eng werden könnte.
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Ernst Burgbacher: Ich halte es für richtig, dass die gesamte Kreditwirtschaft eine Bankenabgabe leisten soll. Quelle: FDP

Ernst Burgbacher: Ich halte es für richtig, dass die gesamte Kreditwirtschaft eine Bankenabgabe leisten soll.

Handelsblatt: Von einer Kreditklemme ist in Deutschland wohl kaum zu sprechen. Können wir also zur Tagesordnung übergehen?

Ernst Burgbacher: Ich würde aktuell von keiner Kreditklemme reden. In vielen Fällen kommen aber Kreditnehmer und Kreditgeber nicht zusammen. Da erhoffe ich mir auch noch Erkenntnisse vom Kreditmediator. Derzeit sehe ich die Kreditversorgung als gesichert an, allerdings könnten die Probleme größer werden.

Wieso?

Die Bilanzen vieler Mittelständler sind schlecht ausgefallen. Da werden die Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten, natürlich größer, weil die Kreditvergabe sich auch an der Bonität des Kunden orientiert. Auf der anderen Seite sind die Banken gehalten, ihre Eigenkapitalbasis zu erhöhen. Dadurch reduziert sich tendenziell das Kreditangebot. Wenn in dieser Konstellation der konjunkturelle Aufschwung einsetzt und mehr Kredite nachgefragt werden, könnte es eng werden.

Auf die Banken kommen ja nicht nur höhere Eigenkapitalanforderungen zu, sie müssen sich ja auch auf eine höhere Risikovorsorge für notleidende Kredite einstellen...

Burgbacher: Sicher, das ist eine potenzielle Gefahr. Aber das beobachten wir politisch sehr aufmerksam und versuchen das zu antizipieren durch unsere Hilfsprogramme. So wurde die Betriebsmittelfinanzierung im KfW-Sonderprogramm flexibilisiert und ausgeweitet, Kreditkonditionen und Zinsbindungsfristen wurden verbessert.

Müsste die Politik nicht stärker Einfluss nehmen auf die globalen Aufsichtsregeln nach Basel III, um die negativen Auswirkungen gerade auf die beiden Finanzverbünde Sparkassen und Genossenschaftsbanken so gering wie möglich zu halten?

Ich sehe hier auch eine Gefahr - wir müssen aufpassen, dass wir nicht durch zu hohe Auflagen die Kreditvergabefähigkeit der Banken einschränken. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken verfügen über eigene Sicherungssysteme und interne Kontrollen. Ich plädiere daher schon dafür, bei Finanzverbünden andere Überwachungssysteme anzuwenden als bei anderen Kreditinstituten.

Müssten die Finanzverbünde nicht von einer Bankenabgabe ausgenommen werden, da das Kreditgeschäft nicht ursächlich für die Krise war?

Ich halte es grundsätzlich für richtig, dass die gesamte Kreditwirtschaft eine Bankenabgabe leisten soll, die allerdings risikoorientiert ausgestaltet sein soll. Es wäre nicht richtig, die Finanzverbünde gänzlich auszunehmen, da auch sie von Stabilisierungsmaßnahmen profitieren.

Aber die Not scheint derzeit ja nicht so groß zu sein. Oder warum verläuft die Nachfrage nach staatlicher Unterstützung aus dem 115 Mrd. Euro schweren Wirtschaftsfonds Deutschland so schleppend?

Wir haben seit Frühjahr 2009 bis Anfang Mai 2010 über 13 800 Unternehmen mit 12,3 Mrd. Euro direkt geholfen. Rund 3 400 Anträge mit einem Volumen von 7,2 Mrd. Euro entfallen dabei auf Kredite. Beim Bürgschaftsprogramm verzeichnen wir bislang rund 10 400 Zusagen mit einem Volumen von 5,1 Mrd. Euro. 94 Prozent der Kredite und 99 Prozent der Bürgschaften wurden übrigens von Mittelständlern nachgefragt. Dazu kommen die Verträge über Globaldarlehen der KfW in Höhe von drei Mrd. Euro mit fünf Banken - Deutsche Bank, Commerzbank, HVB, BayernLB, IKB.

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1 Kommentar zu "Ernst Burgbacher: „Eigenkapital ist ein zentrales Thema“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • banken verursachen billiarden-Defizit.
    banken bekommen 100-Milliarden-Kredite.
    banken müssen Eigenkapital erhöhen und können keine Kredite geben.
    banken sind wieder in der Gewinnzone und können Gehaltserhöhungen und üppige boni ausschütten.

    Müssen wir hier mehr differenzieren oder werden wir (mit Verlaub) verarscht?

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