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Kapitalfonds Die große Krise der Mittelständler bleibt aus

Die Horrorszenarien über verzweifelt Geld suchende Betriebe haben sich nicht bewahrheitet. Kaum ein Unternehmen nimmt das Kapital der Kreditwirtschaft in Anspruch. Die Krise der Mittelstandsfinanzierung ist ausgeblieben.
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Mitarbeiter des Maschinenbauers Trumpf: Die Eigentümerfamilie will keine fremde Hilfe und steckt privates Kapital in die Firma. Quelle: dpa

Mitarbeiter des Maschinenbauers Trumpf: Die Eigentümerfamilie will keine fremde Hilfe und steckt privates Kapital in die Firma.

(Foto: dpa)

BERLIN/FRANKFURT. Die Befürchtungen hatten es zum Jahreswechsel in sich. Dramatische Szenarien wurden von Politik und Wirtschaft an die Wand gemalt: Sinkende Umsatzverluste 2009 bei vielen Unternehmen, schrumpfende Eigenkapitalquoten, die die Bonität der Betriebe senken. Diese kämen kaum mehr an Kredite und könnten notwendige Investitionen im Aufschwung nicht mehr finanzieren. Die Angst ging um, dass eine Kreditklemme den Aufschwung gefährden und fehlendes Fremdkapital Unternehmen zur Aufgabe zwingen könnte.

Erleichtert wurde daher eine Initiative der Kreditwirtschaft aufgenommen, den Unternehmen gleich Eigenkapital bereitzustellen, um ihr Rating und damit die Fähigkeit zu verbessern, Kredite zu erhalten. Jetzt steht das Kapital zur Verfügung - und kaum einer nimmt es in Anspruch. Die Krise der Mittelstandsfinanzierung ist ausgeblieben.

Sparkassenkunden fragen nur 50 Mio. Euro Eigenkapital nach

"Das Interesse an Beteiligungsfinanzierung hält sich in Grenzen", heißt es beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Der Kapitalhunger der Unternehmen wird vielmehr aus anderen Quellen gestillt. Die Sparkassen-Finanzgruppe stellte im März dieses Jahres 550 Mio. Euro zusätzliches Beteiligungskapital über die regionalen Gesellschaften bereit. Bislang wurden nur Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 50 Mio. Euro angefragt. Über die Vergabe wird verhandelt.

Noch kein einziger Cent floss bei dem Mittelstandsfonds, den die Deutsche Bank öffentlichkeitswirksam aufgelegt und vermarktet hat. Deutsche-Bank-Chef Joseph Ackermann rief im Februar dieses Jahres einen Hilfsfonds für von der Krise gebeutelte Mittelstandsunternehmen ins Leben. Der Fonds soll Eigenkapital in Form von Genussrechten zur Verfügung stellen. Die Deutsche Bank hat 300 Mio. Euro eingeplant. Ackermann forderte öffentlich Investoren und die Industrie dazu auf, weitere 200 Mio. Euro für den Fonds zu spenden.

Eigenkapitalausstattung der Betriebe bleibt auch in der Krise konstant

Ein halbes Jahr später sieht die Bilanz recht bescheiden aus. Insgesamt 130 Anträge von Unternehmen sind bei der Deutschen Bank bisher eingegangen. Und auch mit Investoren wird immer noch verhandelt. "Wir haben bisher 25 Unternehmen ausgewählt und unterziehen diese gerade einer Due-Dilligence-Prüfung", sagt Jürgen Fitschen, Deutschland-Chef der Deutschen Bank. Das erste Geld solle im Herbst fließen.

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