Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Mittelstandsfinanzierung Ein Fonds entzweit die Finanzbranche

KfW und Commerzbank wollen Mittelständler mit Eigenkapital aushelfen. Doch der geplante neue Mittelstandsfonds von KfW und Commerzbank sorgt schon vor seinem Start für massive Verärgerung bei Beteiligungsgesellschaften und Teilen der Kreditwirtschaft. Banken sehen die Neutralität der KfW verletzt.
3 Kommentare
KfW-Zentrale in Frankfurt. Verletzt die staatliche Bank ihre Neutralität, indem sie der privaten Kreditwirtschaft Konkurrenz macht? Quelle: dpa

KfW-Zentrale in Frankfurt. Verletzt die staatliche Bank ihre Neutralität, indem sie der privaten Kreditwirtschaft Konkurrenz macht?

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Die Private-Equity-Branche sieht in dem zunächst vermutlich 200 bis 250 Mio. Euro schweren Fonds eine Wettbewerbsverzerrung. Die Kreditinstitute bemängeln, dass sich die KfW vorschnell auf einen Kernpartner festgelegt hat. Kritiker werfen dem Fonds außerdem schon jetzt vor, dass er nur kosmetische Wirkung haben wird.

Der KfW-Verwaltungsrat soll heute den Start des Fonds absegnen - und so mitten in der Spardebatte den Grundstein für eine weitere Subvention legen. In der Vorlage für das Gremium ist von "marktgerechten, aber mittelstandsfreundlichen Konditionen" für Investments die Rede, um die knappe Eigenkapitaldecke, unter der viele Mittelständler leiden, zu stärken. Die Formulierung legt nahe, dass die Firmen über den Mittelstandsfonds günstiger an Geld kommen sollen, als über private Fonds, die ihnen Geld zu Marktpreisen zur Verfügung stellen. Aus ordnungspolitischer Sicht überrascht das: Gerade die schwarz-gelbe Regierung hatte angekündigt, die Rolle des Staats in der Wirtschaft zurückzufahren.

Konkurrenten wittern politischen Druck

"In der Branche findet keiner lustig, dass sich der Staat jetzt direkt ins Private-Equity-Geschäft einmischt", sagt der Manager eines seit langem am Markt etablierten Mittelstandsfonds. "Vermutlich gab es da politischen Druck von ganz oben." Schließlich sei die Commerzbank mit einer 25-prozentigen Beteiligung des Bundes ja auch "teilstaatlich". Commerzbank und KfW wollten sich zum Thema nicht äußern. Im Umfeld der Initiatoren hieß es, die Maßnahme habe natürlich Fördercharakter. Vor allem gehe es darum, die Scheu vieler Familienbetriebe auszuräumen, sich Eigenkapital zu holen. Am Ende des Engagements soll der Rückkauf der Minderheitsanteile stehen - nicht etwa ein Börsengang oder der Weiterverkauf an andere Investoren. "Negativbeispiele hat es gegeben", heißt es bei der KfW.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

3 Kommentare zu "Mittelstandsfinanzierung: Ein Fonds entzweit die Finanzbranche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist wirklich nett, wie frei mit begriffen um sich geworfen wird. Eine Subvention ist eine Förderung, die nicht zu Marktkonditionen erfolgt. Die Differenz zum Markt stellt die Subvention dar. Die Konditionen des Mittelstandsfonds werden sich nach der bonität des Unternehmens richten. Es ist nicht zu erwarten, dass sich hier ein Subventionswert ergibt.

    Weiterhin hat JEDE bank die Möglichkeit Fördermittel der KfW an Unternehmen weiter zu geben. Das kann auch mit einer Rahmenvereinbarung, wie die eines Fonds, vorgenommen werden.

    So wäre ja jedes KfW Darlehen, das von einer bank an ein Unternehmen vergeben würde, eine Wettbewerbsverzerrung. Da die Vergabe auf strenge Vorgaben der KfW beruht, kann diese Auffassung verworfen werden. So ist das auch bei den öffentlichen beteiligungen und Nachrangdarlehen. Die sind im Verhältnis zum Kredit teuer und werden nur eingesetzt, wenn die Vorteile die Kosten überkompensieren.

    Und bitte daran denken: Zuschüsse gibt es nicht bei der bank.

  • Ja das kann ich mir gut vorstellen, dass Deutsche bank und Co aufheulen, man sollte die Sparkassen, ebenfalls involvieren. Vielerorts halten die bereits den Mittelstand am Leben, und reden sich nicht auf basel 69, und andere Sachen raus weil sie meinen dort nichts verdienen.

  • Es ist schon wieder toll. Die Neiddiskussion der Großbanken, wegen der Förderung des Mittelstandes ist bald nicht mehr zu ertragen.
    Mir ist bis jetzt kaum eine bank bekannt, wo für die Förderung des Mittelstandes wirklich etwas getan wurde. Nun soll etwas dafür gemacht werden, da schreit der ganze Chor - Wettbewerbsverzerrung -.
    Was ist denn das was sich unsere banken erlauben. ich würde dazu sagen Ausplünderung der Kunden und Kleinaktionäre.
    Auch die anderen banken könnten von der Krise profitieren, aber dort sind die Spekulationen wichtiger. nach neuesten informationen tagt ja zurzeit das europäische bankengremium in Wien und überlegt, was sie unternehmen können um die Gefahren der Abgaben für Spekulationen abzuwenden.
    Mir tut es in der Seele leid, wie schlecht doch unsere armen banker behandelt werden. in Deutschland haben aber immer noch 54% der Kunden Vertrauen zu bankern. ich absolut nicht! Schade, dass man den Staat nicht zwingen kann, sein Gehalt wie früher in bar ausgezahlt zu bekommen, damit wir die Mafia von bankern nicht mehr brauchen.
    in den letzten Jahren riesige Verluste gemacht und nun riesige Gewinne vermelden. Wer hat dafür gesorgt? Der bürger, indem die Steuern für die banken als Stützungen bereitgestellt wurden und durch neue - höhere bearbeitungsgebühren bei diesen Einrichtungen. Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert.

Serviceangebote