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Start-ups mit Franchise-System Gründen mit Sicherheitsnetz

Das Franchise-Konzept ist durch Skandale in Verruf geraten. Doch noch immer bietet es Jungunternehmern einen Start mit bewährtem Konzept. Oft muss der Geschäftsnachwuchs aber hohe Hürden meistern, bevor der Rubel rollt.
  • Axel Gloger
02.05.2015 - 13:19 Uhr Kommentieren
Sie hilft Firmen, Einkaufskosten zu senken. Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Franchise-Gründerin Birgit Geist

Sie hilft Firmen, Einkaufskosten zu senken.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Bonn Wenn Felix Peckert dieser Tage auf Franchising angesprochen wird, ist oft ein Krisenfall bei Burger King der Aufhänger. Die Hamburger-Kette musste im letzten Jahr 89 Filialen dichtmachen, das schlug einige Wellen in der Öffentlichkeit. „Ja, es gab diese Krise“, sagt der Branchenexperte dann, „aber die Turbulenzen hatten nichts mit Franchising zu tun. Das waren Unstimmigkeiten zwischen zwei Eigentümern, die sich nicht verstanden.“

Wenn das abgehakt ist, kommt er zu einem Thema, über das er viel lieber spricht als über die Negativ-Schlagzeilen: „Franchising ist ein Chancenmarkt“, sagt der Bonner Berater, „da sind Unternehmen wie McDonald‘s, Morgengold, Back-Factory, Town & Country Haus, Pirtek und viele andere unterwegs, die neue Berufsperspektiven schaffen.“

„Unternehmer gesucht“, tönt es aus der Franchise-Wirtschaft. An jedem Arbeitstag werden dieses Jahr 20 neue Franchise-Betriebe gegründet – und jeder von ihnen braucht einen Betreiber. „Die Branche zählt 117.500 Inhaber. Für 2015 rechnen wir damit, dass die Zahl der Unternehmer um 2,3 Prozent steigt“, berichtet der Experte aus einer neuen Studie, die sein Institut für Markenfranchise vorgelegt hat.

Straße zum Erfolg?

Für Einsteiger ist Franchising die Gründung mit einem bewährten Konzept. Eines der Urgesteine am Markt, McDonald‘s, zeigt die immer gleiche Funktionsweise des Unternehmensaufbaus mit Anleitung: Die Zentrale, Franchise-Geber genannt, hat den Betrieb eines Schnellimbisslokals bis in alle Details durchdacht. Sie weiß, welche Standorte funktionieren und wie Werbung gestaltet wird, die Kunden vom Eröffnungstag an in den Laden zieht.

Sie sucht den passenden Betreiber als Lizenznehmer, der das Konzept nach Handbuch umsetzt – und bringt diesem bei, wie man Burger baut, Pommes frites zubereitet und den Betrieb einer Filiale organisiert. Anschließend darf der frisch gebackene Franchise-Nehmer als Unternehmer auf eigene Rechnung einen Imbissstandort unter der Marke McDonald‘s führen.

Das hört sich nach der Straße zum Erfolg an: Wer sich mit einem erprobten System auf den Weg macht, hat die Gewähr, dass er nicht an Amateurfehlern scheitert: Eine nicht zu Ende gerechnete Finanzierung, falsche Standortwahl oder vernachlässigtes Marketing – das gibt es bei einer Franchise-Gründung nicht, weil der Lizenzgeber den Fahrplan zuverlässig vorgibt. Das führt dazu, dass Gründer mit Handbuch etwa von Subway, McDonald‘s, Fressnapf oder Apollo Optik seltener scheitern. Dichtgemacht haben drei Jahre nach der Eröffnung nur 18 Prozent der Franchise-Betriebe – das ist ein erheblich geringeres Risiko als bei Unternehmern, die auf eigene Faust an den Start gehen. „Hier scheitern 30 Prozent der Gründer in den ersten drei Jahren“, so Peckert.

„Keine endlosen Meetings“

Für Birgit Geist war deshalb klar, dass sie ihr eigenes Unternehmen mit einer Lizenz startet. „Ich habe mir vier Franchise-Systeme genauer angesehen. Meine Wahl fiel auf Expense Reduction Analysts (ERA). Hier konnte ich meine Erfahrungen am besten einbringen“, sagt die 50-Jährige. Sie war zuvor als Projektleiterin beim IT-Dienstleister Debis in Berlin angestellt. Ihre Abteilung sollte an einen anderen Standort verlegt werden – für sie das Signal zum Aufbruch in ihre neue Existenz als Unternehmensberaterin. Sie suchte einige andere ERA-Lizenznehmer auf, befragte sie nach ihren Erfahrungen. Dann unterschrieb sie einen Vertrag beim Kölner Lizenzgeber. Es folgte eine zehntägige Schulung. Hier erlernte sie ihr neues Geschäft: Berater von ERA gehen zu ihren Kunden und durchleuchten die Beschaffung nach Sparmöglichkeiten.

Ihren Start bei den Kostensparberatern bereut sie bis heute keine Minute – im Gegenteil. „Keine endlosen Meetings, keine internen Fingerhakeleien, keine langen Fahrten durch den Berufsverkehr ins Büro“, zählt sie die Dinge auf, die sie aus ihrem Angestelltenleben nicht vermisst.

Der Weg der Berliner Unternehmerin zeigt, was auf diesem Arbeitsmarkt gefragt ist: Franchising ist das El Dorado der Berufserfahrenen, die eine zweite Karriere anstreben.„Leute zwischen 40 und 50 Jahren, die sich sagen: Das kann es im Beruf doch noch nicht gewesen sein“, beschreibt Jürgen Dawo, Geschäftsführer des Einfamilienhausbauers Town & Country, das Profil. Bei ihm als Franchise-Geber landen viele Bewerber, die Karriere in einem Konzern gemacht haben – aber irgendwann genug hatten von Hierarchie, Ränkespielen und ständiger Reorganisation. „Raus aus der Sandwichposition, endlich sein eigener Chef sein“, beschreibt Dawo den Antrieb dieser Gründer.

Konzept für Berufserfahrene
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