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Studie Einkäufer verlieren den Überblick

In vielen mittelständischen Unternehmen hat der Einkauf einen geringen Stellenwert. Oft bestellen Sekretärinnen und Produktionsleiter einfach das, was sie gerade brauchen. Und ihr Chef bezahlt.
  • Chris Löwer
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Im Einkauf gibt es in vielen Firmen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Quelle: dpa

Im Einkauf gibt es in vielen Firmen noch Verbesserungsmöglichkeiten.

(Foto: dpa)

BERLIN. Der Preis ist für Fred Kapella nicht entscheidend. Der Regionalgeschäftsführer des Baustoffhändlers Bauking für Berlin und Brandenburg achtet beim Einkauf zuerst auf andere Dinge. Er wählt seine Lieferanten nach definierten Kriterien aus und verbessert mit ihnen gemeinsam die Prozesse. „Wir legen auch Wert auf innovative Produkte, um uns mit veralteten Waren nicht selbst langsam aus dem Markt zu katapultieren“, sagt Kapella. Ein guter Preis brächte ihm dann auch nichts mehr. Über langfristige Kooperationen und optimierte Kostenstrukturen gelinge es ihm dennoch, Einkaufsvorteile von drei bis acht Prozent zu realisieren.

Kapella ist eine Ausnahme. „In vielen mittelständischen Unternehmen hat der Einkauf einen geringen Stellenwert. Er gilt lediglich als Ort der Bestellabwicklung“, sagt Thorsten Makowski, Mitglied der Geschäftsführung der Berliner Einkaufsberatung Valueneer. Grundsätzlich gelte: Je kleiner das Unternehmen, desto schlechter der Einkauf. „Es gibt einen scharfen Bruch bei der Umsatzgröße von 100 Mio. Euro. Bis zu dieser Grenze gelingt es den wenigsten, ihren Einkauf effizient aufzustellen“, sagt er. Das ist eines der Ergebnisse der Globalen Einkaufsstudie von Valueneer, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Das größte Problem sei, dass die Firmenchefs das Potenzial eines effizienten Einkaufs nicht wahrnehmen oder ignorieren, berichtet Makowski. „Während die vom Vertrieb und der Produktion dominierte Mittelstandsdenke insgesamt vorteilhaft ist, ist sie für den Einkauf von Nachteil“, erklärt Makowski.

Alles rund um die Beschaffung ist oft dem Produktionsleiter unterstellt. In der Valueneer-Studie hat sich dieses Konzept als sehr schlecht erwiesen. Weil der Fokus der Produktionsleiter auf den Qualitätsanforderungen liegt, werden so kaum Kosten vermieden. „Dabei sind durchschnittlich Einsparungen von vier Prozent möglich“, sagt Makowski.

Besser sei es daher, wenn die Einkäufer an den Geschäftsführer oder den kaufmännischen Leiter berichten, erklärt der Berater. Vom Ideal eines eigenen Einkaufsvorstands, wie es der Siemens-Konzern vorgemacht hat, sind Mittelständler weit entfernt. Oft kommt es durch die fehlende Organisation gar zu einem gewissen Wildwuchs bei den Bestellungen. Meister, Sekretärinnen und Produktionsleiter kaufen dann einfach das ein, was sie gerade brauchen.

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