Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Studie Hohe Steuerlast für Mittelständler

Der Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Im internationalen Vergleich haben die Betriebe aber einen Wettbewerbsnachteil: Die Steuerlast ist höher als in vielen Nachbarländern – und sie steigt weiter.
9 Kommentare
Die Mittelständler, wie hier die Hess Lichttechnik GmbH im sächsischen Löbau, erbringen in Deutschland große Leistungen. Quelle: dpa

Die Mittelständler, wie hier die Hess Lichttechnik GmbH im sächsischen Löbau, erbringen in Deutschland große Leistungen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Gegen den weltweiten Trend ist die Steuer- und Abgabenlast für mittelständische Unternehmen in Deutschland einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Der Anteil aller Steuern und Abgaben („Total Tax Rate“) am Gewinn habe sich von 46,8 Prozent auf 49,4 Prozent erhöht, berichtete das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) am Dienstag in Frankfurt bei der Vorlage einer gemeinsam mit der Weltbank erstellten Analyse. Weltweit sei die „Total Tax Rate“ hingegen von 44,7 Prozent auf 43,1 Prozent gesunken.

Im weltweiten Steuerranking falle der Standort Deutschland damit von Platz 72 auf Platz 89 zurück. Diese Entwicklung sei allerdings ausschließlich auf die Abschaffung der degressiven Abschreibung für Wirtschaftsgüter zurückzuführen. „Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass bereits eine vermeintlich kleine steuerrechtliche Änderung erhebliche Folgen für die Abgabenbelastung haben kann“, sagte PwC-Unternehmensteuer-Experte Tobias Taetzner. Eine höhere „Total Tax Rate“ gehe unmittelbar zulasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands.

Ohnehin seien deutsche Mittelständler im europaweiten Vergleich einer relativ hohen Steuerlast ausgesetzt. Nur in sieben europäischen Staaten sei die Quote höher als hierzulande - darunter Spanien (58,6 Prozent), Frankreich (64,7) und Italien (65,8).

Am niedrigsten ist die „Total Tax Rate“ nach den Angaben in Kroatien (19,8 Prozent), Luxemburg (20,7 Prozent) und Zypern (22,5 Prozent). Auch Länder, die gemeinhin nicht als Niedrigsteuerland gelten, bürden mittelständischen Unternehmen eine weitaus geringere Last auf als Deutschland, betonte PwC: In Dänemark beispielsweise belaufe sich die Rate auf 27 Prozent, in Norwegen müssten Betriebe im Durchschnitt 40,7 Prozent ihres Unternehmensgewinns an den Staat abführen. Taetzner betonte: „Der Vergleich der Steuersysteme zeigt selbst zwischen Nachbarstaaten mit ähnlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen gravierende Unterschiede auf.“

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Studie - Hohe Steuerlast für Mittelständler

9 Kommentare zu "Studie: Hohe Steuerlast für Mittelständler"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dafür, dass der Mittelstand des Rückgrat der deutschen Wirtschaft sein soll, wird - wie auch in dieser zitierten Studie - kaum Substanzielles für die nicht involvierte Öffentlichkeit berichtet. Es geht nicht nur um Steuern und die eigene Altersversorgung, sondern u. a. auch um Rücklagen für die Mitarbeiter in auftragsschwachen Zeiten. Daher müssen immer mehr Kleine schließen und Arbeitsplätze weg rationalisieren.
    Wenn man die Lebensleistungszeit der meisten Kleinunternehmer sieht und was ihnen dann heutzutage im Ruhestand bleibt, obwohl sie gespart und freiwillig in die Rentenkasse eingezahlt + frühzeitig privat vorgesorgt wurde, bleibt im Alter immer weniger für sie selbst übrig. Kleinunternehmer müssen froh sein, wenn sie überhaupt die zigtausendfachen Insolvenzen überleben, ihr Gespartes und Angelegtes nicht schleichender Enteignung zum Opfer fällt und sie letztendlich ihre Restgesundheut in einer günstigen Mietwohnung leben können und nicht noch aufstocken müssen.
    Den ausgebildeten und angestellten Mitarbeitern geht es oft besser, was zumindest noch einen Sinn für alle Anstrengungen ergibt.
    Nach 35 Jahren Selbständigkeit und der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftspolitik fühlt man sich wenig motiviert, weiterhin für den sogenannten "Sozialstaat" abzustrampeln und Arbeitsplätze zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

    Mindestlohndiskussionen gehören zu den Gewerkschaften, Ausbeuter bestraft. Aber doch nicht so, dass kollektiv staatlich eingegriffen wird. Wir haben für gute Leistung immer weit mehr gezahlt als die Tarifpartner ausgehandelt hatten.

    Wenn Friseurketten, Discounter, Paketdienste (Post macht Riesengewinne)ihre Mitarbeiter miserabel honorieren, kann man doch nicht dies als repräsentativ für die "guten kaufmännischen Sitten", die noch immer Gültigkeit haben, verantwortlich machen.
    Unsere Politiker sollen menschenwürdige Rahmenbedingungen schaffen und nicht schauen, ob Lohn- + Leiharbeiter € 8,50 verdienen. Ausbeuten gehört wie Kinderarbeit verboten.

  • Danke für diesen konstruktiven Beitrag!

  • "Gerade in Deutschland ist aufgrund der vielen Gestaltungsmöglichkeiten der Unterschied zwischen den theoretisch zu zahlenden Steuern und de tatsächlich gezahlten Steuern groß."

    Jep, und überhaupt sind das nicht diese Beratungsunternehmen die weltweit die Steuerverschiebungsmöglichkeiten aufzeigen, und ihre Kunden drängen, nach dem Motto, mach ma schnell, sonst kommen die Regierungen dahinter?

    Nach wie vor gilt, wer investiert (Ausbildung, Expansion, Forschung etc), zahlt auch keine Steuern auf die Gewinne, und man kann immer nur ein Boot fahren.
    Und stimmt, wie wird der Mittelstand überhaupt definiert? Nach Mitarbeiterzahl, Umsatz, Gewinn ... steht da alles nicht.
    Würde ich heute wieder eine Firma gründen, würden mich Steuerfragen nicht interessieren, sondern ganz andere Fragen. Es gibt nichts was variabler für ein Unternehmen ist als die Steuern.

  • Der Beamtenstaat kostet nun mal Geld!

    Wartet erst mal 2020 ab, wenn die geburtenstarke "große Horde" in Pension geht, dann wird es erst richtig spannend mit dem Steuersatz!

  • Ich würde sagen da hilft nur noch ein Höchstlohn von
    3,50EUR und der Herr Dipl.-Ing. bekommt sie zuerst!

  • Guten Tag Euroaus,
    Sie haben natürlich völlig recht!
    Aber nur zur Klarstellung: bis aus den nach Staatszugriffen verbleibenden Unternehmensgewinnen Privateinnahmen des Unternehmers werden, bleiben nochmals Zwangsabgaben in ähnlicher Höhe wie von Ihnen genannt auf der Strecke...
    Leistung lohnt sich eben nicht mehr in Deutschland - zumindest nicht für die, die die Leistungen erbringen!

  • Wie wurde die Total Tax Rate berechnet? Auf Basis der Steuersätze im Steuerrecht oder auf Basis der effektiv gezahlten Steuern und Abgaben bezogen auf den Gewinn?

    Gerade in Deutschland ist aufgrund der vielen Gestaltungsmöglichkeiten der Unterschied zwischen den theoretisch zu zahlenden Steuern und de tatsächlich gezahlten Steuern groß.
    Und: auf welche Gewinngröße wird das tatsächliche bzw theoretische Steueraufkommen bezogen?
    Und: wie ist der Kreis der mittelständischen Unternehmen definiert? Gerade in der deutschen Politik wird ja viel Mißbrauch mit der Verwendung des Wortes 'Mittelstand' getrieben!
    Und schließlich: gibt es eine neutrale Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie? dpa ist in den letzten Jahren unter dem Einfluß der Merkelschen spin doctors ja zu einer Abteilung des Bundespresseamtes degeneriert!

  • Für die Bürger liegt die "Total Tax Ratte" bei über 70%!!!

    Dies interessiert aber keine Sau!

    Pfui Teufel Deutschland!

  • Ein Bauer zum anderen: "Jetzt habe ich meine Kühe so weit gebracht, daß sie mit der Hälfte an Futter die doppelte Menge Milch liefern. Und wie danken es einem die Viecher? Sie verrecken einfach!"
    Auch der Staat nimmt immer mehr von den Unternehmen und gibt Ihnen immer weniger! Eine Frage der Zeit, bis Deutschen Unternehmern ähnliches blüht wie den Kühen des Bauern! Spätestens dann kapieren unsere Politiker und Beamten vielleicht, daß unser Wohlstand nicht auf der Verwaltung des gegenseitigen Haare schneidens oder Boden wischens ist, sondern unsere Unternehmer! Leider ist es dann zu spät, glücklicherweise auch für die Luxuspensionen unserer Beamten und Politiker :-)