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Studie zu Familienunternehmen Flexibilität und Fehlerkultur – Mit diesen Werten locken Firmen junge Fachkräfte

Nachwuchskräfte wollen mit ihrer Arbeit Gutes tun. Deutsche Mittelständler vertreten die nötigen Werte. Doch sie werben noch nicht genug für sich.
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Ohne geeignete Fachkräfte geht der Digitalisierungsprozess in Unternehmen nicht wie gewünscht voran. Quelle: dpa
Fachkräftemangel

Ohne geeignete Fachkräfte geht der Digitalisierungsprozess in Unternehmen nicht wie gewünscht voran.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIn den verdreckten Flussläufen von Haiti suchen Menschen nach Plastikmüll. Es ist ein besonderes Pfandsystem, das die Organisation Plastic Bank im Jahr 2013 initiiert hat. Wer Abfall in den Sammelstellen abgibt, bekommt dafür Geld. Das kommt Umwelt und Sammlern zugute.

Der Waschmittel und Klebstoffkonzern Henkel unterstützt das Projekt, indem er das recycelte Plastik für seine eigenen Produktverpackungen verwendet. So rüstet sich das Unternehmen für die Zukunft und für die Wertvorstellungen künftiger Fachkräfte.

Die von allen Unternehmen so gesuchten Digital Natives sind anspruchsvoll. Sie definierten die Attraktivität eines Arbeitgebers nicht so sehr über Aufgaben und Geld, „sondern auch darüber, ob sich ein Unternehmen im gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereich engagiert und über einen zeitgemäßen Wertekanon verfügt“, sagt Uwe Rittmann, Leiter für Familienunternehmen und Mittelstand bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Fachkräfte gewinnt man also über die richtigen Werte.

Und die werden immer wichtiger, zeigt einen aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung PwC, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Befragt wurden 3.000 Familienunternehmen aus 53 Ländern, davon 171 aus Deutschland. 70 Prozent von ihnen sehen in der Digitalisierung die größte Herausforderung.

Um diese stemmen zu können, brauchen sie die Digital Natives, die mit moderner Technik groß geworden sind. Den Fachkräftemangel betrachten daher 84 Prozent der deutschen Familienunternehmen als primäres Problem.

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In Deutschland verfügen rund drei Viertel der befragten Familienunternehmen über entsprechende Werte. Sie schöpfen das Potenzial jedoch nicht voll aus. Nicht einmal die Hälfte von ihnen nutzt die Werte, um die eigene Bekanntheit im Markt zu steigern. Das sei eine verpasste Chance im „War for Talents“, heißt es in der Studie. International nutzen dagegen 73 Prozent der Befragten ihre Werte proaktiv bei der Bewerbersuche.

Henkel kommuniziert die Unternehmenswerte schon beim ersten Kennenlernen mit potenziellen Mitarbeitern. „Die klare Orientierung an unseren Werten gibt oft den entscheidenden Ausschlag im Gespräch“, versichert Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah. „Dann können beide Seiten prüfen: Sind wir hier auf derselben Wellenlänge.“

Die Bereitschaft zur Veränderung ist gering

Bislang setzen die meisten Unternehmen jedoch eher auf traditionelle Werte: Ehrlichkeit, Integrität, Nachhaltigkeit, Respekt und Mitarbeiterorientierung. „Diese Werte sind nach wie vor enorm wichtig, weil sie in disruptiven Zeiten für Stabilität sorgen und sich Familienunternehmen damit gegenüber den von ihren Quartalsergebnissen getriebenen Großkonzernen abgrenzen können“, betont Rittmann.

Doch das genüge nicht mehr: Die „neue Normalität“, geprägt von politischer Instabilität, Urbanisierung und Digitalisierung, verlange auch neue, moderne Werte. Da geht es um Mut und Nachhaltigkeit Flexibilität und Fehlerkultur.

Dennoch, so zeigt die Umfrage ganz deutlich, ist die Bereitschaft etwas zu ändern, gering. Nur knapp jedes zehnte Unternehmen wolle das eigene Geschäftsmodell grundlegend überdenken. Weltweit sind es mit 20 Prozent doppelt so viele. Der Grund für die deutsche Zurückhaltung: Weniger als ein Viertel sieht in der Digitalisierung eine reale Gefahr für die eigene Firma. Uwe Rittmann bezeichnet das als „Blauäugigkeit“.

Wie aber gestaltet man Werte attraktiv für Digital Natives? Uwe Rittmann empfiehlt Familienunternehmern, sich die Hilfe der nächsten Generation zu holen. Bisher tun dies nur 60 Prozent. „Die NextGen ist mit neuen Technologien und Arbeitsweisen groß geworden, oft hervorragend und international ausgebildet − und vor allem weiß sie, wie die nächste Mitarbeitergeneration tickt, weil sie selbst dazu gehört.“

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