Tech-Branche zückt Geldbörse für Start-up Der Duschkopf für Kalifornien

Ein Start-up begeistert die Technologiebranche im dürregeplagten Kalifornien. Das Produkt: Ein Duschkopf, der 70 Prozent Wasser sparen soll. Apple-Chef Cook und Google-Manager Schmidt investieren.
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Mit einem besonders sparsamen Duschkopf begeistert die kleine Firma die Technologiebranche. Quelle: PR
Duschen mit Nebia

Mit einem besonders sparsamen Duschkopf begeistert die kleine Firma die Technologiebranche.

(Foto: PR)

San FranciscoMini-Tröpfchen statt strömender Wasserstrahlen: Ein Start-up aus Kalifornien will einen extrem wassersparenden Duschkopf bauen und begeistert damit die Technologiebranche in dem dürregeplagten US-Bundesstaat. Binnen zwei Tagen sammelte die kleine Firma Nebia über die Crowdfunding-Seite „Kickstarter“ gut 1,38 Millionen Dollar (1,24 Millionen Euro) ein, obwohl sie nur 100.000 Dollar als Ziel ausgegeben hatte. Der Erfolg sei „unglaublich“, sagte Nebia-Mitgründer Philip Winter am Donnerstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP.

Zu den Unterstützern des Duschkopf-Projekts zählen Apple-Chef Tim Cook und der Chef der neuen Google-Dachgesellschaft Alphabet, Eric Schmidt. Interessenten können auf „Kickstarter“ für 299 Dollar eins der Bauteile vorbestellen, die ab Mai 2016 ausgeliefert werden sollen. Der Nebia-Duschkopf versprüht Millionen kleinster Wassertröpfchen und soll damit gegenüber herkömmlichen Produkten rund 70 Prozent Wasser sparen.

Nebia hat seinen Sitz im kalifornischen San Francisco und damit in unmittelbarer Nähe zum Silicon Valley, Heimat zahlreicher großer US-Technologieunternehmen. Kalifornien, der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, erlebt derzeit eine der schwersten Dürreperioden seiner Geschichte. Gouverneur Jerry Brown erließ wegen der andauernden Trockenheit drastische Vorschriften zum Wassersparen.

96 Millionen Bälle gegen die Dürre
Bälle auf Beton
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Vier Jahre hält eine historische Dürre den US-Bundesstaat Kalifornien bereits in Atem: Nun sind die Wasserreservoires leer, die Flüsse auf einem historischen Tiefststand, und die Politik ist alarmiert. Um die Wasserversorgung zu garantieren, greift die Regierung nun zu einem ungewöhnlichen Mittel: Bälle...

Ab ins Wasser
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Im kalifornischen Sylmar, nahe Los Angeles, purzeln Millionen Bälle in ein Wasserreservoir: Die sogenannten „Shade Balls“ sollen die gesamte Wasseroberfläche bedecken und die Verdunstung des knappen Guts stoppen.

20.000 Bälle
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Schwarze Bälle bedecken die Wasseroberfläche des Los-Angeles-Wasserreservoirs:: In Sylmar wurden am Mittwoch während einer Pressevorführung 20.000 Bälle „versenkt“.

Plastik
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96 Millionen schwarze Plastikkugeln im Los Angeles Wasserreservoir sollen verhindern, dass zu viel Wasser in der Sonne verdunstet: Um die Bälle ins Wasser zu bringen, hatten Helfer alle Hände voll zu tun...

Bürgermister hilft
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In Sylmar half auch der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti (links) mit, die Bälle in das Reservoir zu bugsieren. Er stellte die Plastikbälle als kostengünstige Variante, um Wasser zu sparen, vor und half tatkräftig mit...

Medienrummel
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Kameraleute filmen das Spektakel in Sylmar: Trinkwasser ist ein Aufregerthema in den USA, insbesondere im „Sunny State“ Kalifornien. Die Maßnahme ist auch für den Bürgermeister von Los Angeles eine günstige Gelegenheit, sich als Retter in Szene zu setzen...

Mit Krawatte und Ball
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Eric Garcetti, seines Zeichens Bürgermeister von Los Angeles, mit einem der „Shade Balls“: Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 34,5 Millionen Dollar.

Die Nebia-Mitarbeiter arbeiteten nach Angaben des Unternehmens mehr als fünf Jahre lang an ihrem Duschkopf. Seit rund einem Jahr wird das Bauteil, dass in jedem Badezimmer montierbar sein soll, auf den Betriebsgeländen von Apple und Google sowie an der Universität Stanford getestet. Würden alle kalifornischen Haushalte den Duschkopf einbauen, würde dies im Jahr laut Nebia rund 757 Milliarden Liter Wasser und knapp vier Milliarden Dollar sparen.

  • afp
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