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Tönnies Gericht verhandelt über Entlassung von Mitarbeiterin, die Kantinenvideo veröffentlichte

Wegen eines Videos, das mutmaßliche Corona-Verstöße in der Tönnies-Kantine zeigt, wurde einer Mitarbeiterin gekündigt. Diese wehrt sich vor Gericht.
02.07.2020 - 18:23 Uhr Kommentieren
Die Cateringfirma, die bei Tönnies die Kantine mit Essen beliefert, hatte sich mit der Frau, die das Kantinenvideo veröffentlicht hatte, bei einem Gütetermin Anfang Juni auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung geeinigt. Quelle: dpa
Tönnies-Schild

Die Cateringfirma, die bei Tönnies die Kantine mit Essen beliefert, hatte sich mit der Frau, die das Kantinenvideo veröffentlicht hatte, bei einem Gütetermin Anfang Juni auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung geeinigt.

(Foto: dpa)

Rheda-Wiedenbrück Nach der Veröffentlichung eines Videos mit mutmaßlichen Verstößen gegen Corona-Präventionsregeln aus der Kantine des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurde einer Mitarbeiterin gekündigt. Das Arbeitsgericht Bielefeld verhandelt jetzt über die Wirksamkeit der Entlassung aus dem April, wie Direktor Joachim Kleveman der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte. Ein Verhandlungstermin sei aber noch offen.

Die Cateringfirma, die bei Tönnies die Kantine mit Essen beliefert, hatte sich mit der Frau bei einem Gütetermin Anfang Juni auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung geeinigt. Laut Kleveman hatte die Frau bei dem Gespräch bestätigt, das Video ins Internet gestellt zu haben.

Sie bestritt demnach aber, dass eine negative Kommentierung in dem Video von ihr sei. Nach einem Anwaltswechsel widerrief die Frau den Vergleich vom 9. Juni. Jetzt muss vor dem Arbeitsgericht verhandelt werden. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Das Video mit mutmaßlichen Verstößen gegen Corona-Präventionsregeln war Ende März im Internet aufgetaucht. Die Firma Tönnies hatte am 28. März von ihm erfahren. Das genaue Erstellungsdatum dagegen ist umstritten. Die Bilder zeigen Tönnies-Mitarbeiter, die in der Kantine an Tischen zusammensitzen und essen.

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    Nach einer Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen musste auch in Firmenkantinen seit dem 22. März aus Gründen des Infektionsschutzes ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Ob es Verstöße gab, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft Bielefeld nach dem Eingang zahlreicher Anzeigen gegen das Unternehmen.

    Laut Tönnies hatten sich die Arbeiter damals in der Kantine nur mit Kollegen aufgehalten, mit denen sie auch in einer Abteilung zusammen gearbeitet hatten. Dieses Verhalten, das sogenannte Clustern, sei mit dem Arbeitsschutz abgestimmt gewesen. Das Unternehmen erklärte dazu in der Stellungnahme, dass es in dieser Phase der Pandemie keine vermehrten Positivfälle gegeben habe. Später seien die Plätze „erheblich“ reduziert und eine Mundschutzpflicht in der Kantine eingeführt worden.

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    • dpa
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