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Tourismusbranche Holiday Check kauft Berliner Start-up Beach Inspector

Beach Inspector bewertet Tausende Strände weltweit. Nun machen die Gründer den Exit – das Reiseportal Holiday Check übernimmt das Start-up.
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Thomas Berndorfer (links), Anton Werner (Mitte) und Kai Schäfer haben seit 2015 Prüfer losgeschickt, um inzwischen mehr als 1500 Strände weltweit in 40 Urlaubsregionen nach 120 Kriterien zu checken. Quelle: Beach Inspector
Beach-Inspector-Gründer

Thomas Berndorfer (links), Anton Werner (Mitte) und Kai Schäfer haben seit 2015 Prüfer losgeschickt, um inzwischen mehr als 1500 Strände weltweit in 40 Urlaubsregionen nach 120 Kriterien zu checken.

(Foto: Beach Inspector)

Düsseldorf Wie oft buchen Urlauber Ferien am Strand und sind dann enttäuscht, wenn sie mehr Müll und Quallen statt Sand im Wasser vorfinden? Das Berliner Start-up Beach Inspector wollte dem vorbeugen – zumal die Geschmäcker verschieden sind. Der eine mag es am Strand trubelig, der andere einsam. Seit 2015 hat Beach Inspector Prüfer losgeschickt, die inzwischen mehr als 1500 Strände weltweit in 40 Urlaubsregionen nach 120 Kriterien gecheckt haben.

Die Sand- und Wasserqualität spielt dabei genauso eine Rolle wie die Kinderfreundlichkeit, die Zahl der Parkplätze und Toiletten und das Risiko, auf Haie oder Quallen zu treffen. Fotos und Videos geben Einblicke selbst auf die entlegensten Strände. Auch der Flirtfaktor wird bewertet. Immerhin geht jede zweite Reise der Deutschen laut „ADAC Reise-Monitor“ ans Meer. Weltweit gibt es etwa 700 Millionen Strand-Urlauber pro Jahr.

Nun hat das Reisebewertungs- und Buchungsportal Holiday Check das Start-up Beach Inspector übernommen. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Es war ein Flirt über mehrere Jahre“, so Kai Schäfer, Gründer und CEO von Beach Inspector gegenüber dem Handelsblatt. Man könne sich keinen passenderen Partner vorstellen.

„Unsere Vision ist es, das urlauberfreundlichste Unternehmen der Welt zu werden. Das Thema Strände gehört auf unseren Plattformen zu den meist gesuchten und geklickten“, sagt Christoph Ludmann, CEO von Holiday Check. Das Unternehmen ist eine Tochter der Holiday Check Group, wurde im Jahr 2003 gegründet und hat seinen Sitz im schweizerischen Bottighofen. Auf dem Portal finden sich mehr als 8,8 Millionen Hotelbewertungen, ein eigenes Online-Reisebüro sowie die Angebote von mehr als 100 Reiseveranstaltern.

Beach Inspector wurde von Kai Schäfer und den beiden Österreichern Anton Werner, zuvor Finanzchef von Outfittery, und Thomas Berndorfer, damals Manager bei Home24, gegründet. Der Saarländer, der sein BWL- und Tourismusstudium kurz vor dem Diplom abbrach, hatte bereits Erfahrung im Gründen – wenn auch mit Schnee statt mit Sand. 1997 startete er mit einem Freund das Wintersportportal Schneehoehen.de, das sie 2008 verkauften.

Beach Inspector hat nicht nur Strände bewertet, sondern die Entscheidungsfindung für ein Urlaubsziel umgedreht: Erst wählt man den Strand – und dann das Land. „Die Geschäftsidee ist weltweit konkurrenzlos“, konstatierte der Verband Internet Reisevertrieb VIR. 2015 gewann Beach Inspector den Start-up-Preis „Sprungbrett“ des Verbands. Die Berliner erhielten zudem 2017 den Brand USA Marketing Innovation Award.

Die Geschäftsidee überzeugte auch Investoren wie den Reiseführerverlag Mair-Dumont („Marco Polo“) und die Hahn Air Group. Im Herbst 2016 sammelte Beach Inspector zudem rund 750.000 Euro auf der Crowdfunding-Plattform Companista ein. Bis zuletzt waren die Gründer Mehrheitseigner.

Die wichtigste Einnahmequelle von Beach Inspector war bisher die Verlinkung zu Reiseanbietern wie Thomas Cook, FTI oder Alltours. Wer einen Strand anschaut, kann gleich ein passendes Reiseangebot anklicken. Daneben schalten viele Urlaubsregionen Werbung.

Das Berliner Start-up schaffte mit seinem einzigartigen Geschäftsmodell auch die ersten Schritte zur Internationalisierung. Die Webseite gibt es inzwischen in sechs Sprachen.

Die Gründer werden Beach Inspector nach der Übergabe an Holiday Check verlassen. Der 47-jährige Schäfer hat schon neue Projektideen in der Schublade. Vielleicht hat er dann auch einmal Zeit für Strandferien. „In den letzten Jahren habe ich so gut wie keinen Urlaub gemacht.“

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