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Umfeld fördert Leistung Mitarbeitermotivation als Erfolgsfaktor

Sensibilisierung für Sustainable Excellence – das Projekt „Mitarbeiter-Motivation zu Nachhaltigkeit“ (MIMONA) vergibt Auszeichnungen für die zehn besten Praxisbeispiele zu sozialem und ökologischem Handeln im Unternehmen.
  • Susanne Bergius (Handelsblatt)

Erfolgreiche Unternehmen haben motiviertere Mitarbeiter – eine ausgeprägte soziale Kompetenz der Führungsspitze lohnt sich. DiesergabeineBenchmark-Studie zur Leistungsfähigkeit in der deutschen Wirtschaft von der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ): „In den 25 Prozent der erfolgreichsten Unternehmen laufen Veränderungen leichter, kontinuierlicher und schneller ab als in der Gruppe weniger erfolgreicher Unternehmen. Die Widerstände der Mitarbeiter sind geringer“, resümiert Benedikt Sommerhoff von der DGQ. Hoch motivierte und ausgebildete Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften.

„Mit Motivationssteigerung kann man nachweisbar Produktionszuwächse von zehn bis 20 oder 30 Prozent erreichen“, sagt Thomas Merten von der Trifolium-Beratungsgesellschaft mbH. Diese ist Partner bei der Sensibilisierungskampagne der DGQ für Sustainable Excellence (www.sustainable-excellence.de). Hier geht es um Mitarbeitermotivation und - beteiligung, um Ergebnisorientierung, Kundenausrichtung,Prozessmanagement, Lernen und Innovation, Partnerschaften sowie gesellschaftliche Verantwortung. Partner ist auch die unternehmerische Umweltinitiative future e.V. Umfeld fördert Leistung Nicht die Höhe von Lohn oder Gehalt entscheidet über die Motivation von Mitarbeitern. Ein Lohnaufschlag sei das letzte Mittel, denn er stelle nur für den Moment zufrieden, sagt Merten. „Um glücklich zu sein, braucht ein Kind nicht nur Spielzeug, sondern zufriedene Eltern, ein schönes Kinderzimmer, Freizeit, einen Garten.Genauso brauchen Arbeitnehmer eine Führung, die motiviert, sowie ein Arbeitsumfeld und Strukturen, bei denen man gerne arbeitet.“ Praktisch heißt das zum Beispiel, für helle, saubere Räume und ergonomische Arbeitsgeräte und -haltungen zu sorgen. Oder durch gewisse Entscheidungsfreiheiten, etwa beim Einkauf vonWerkzeugoder Büromaterial, Wertschätzung zu zeigen.

„Erforderlich sind auch transparente Strukturen und Vorgaben, wonach die Beschäftigten beurteilt werden und an die sie sich halten können“, betont Merten. Das Problem inDeutschland liege nicht bei den Arbeitnehmern, sondern bei den Führungskräften: Diese würden zu sehr technisch und fachlich ausgebildet und erhielten viel zu wenig soziale Kompetenz. „Um motivieren zu können, muss man selbst motiviert sein.“ Das könne man aber lernen.

Damit sich nachhaltiges Wirtschaften in der unternehmerischen Praxis durchsetzen kann, sind motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor, betont auch Dieter Brübach vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.), der vor 20Jahren gegründeten ersten europäischen Umweltinitiative der Wirtschaft. „Auf diesem Weg müssen Mitarbeiter einbezogen werden, am besten schon bei den Entscheidungsprozessen“, sagt Brübach. „Aber leider engagieren sich 84 Prozent der deutschen Mitarbeiter gar nicht in ihren Unternehmen.“ Brübach betreut das unlängst gestartete Projekt MIMONA – Mitarbeiter-Motivation zu Nachhaltigkeit. Es stellt in einer Datenbank rund 300 besonders innovative und kreative Praxisbeispiele vor, die Mittelständlern Anregungen geben, wie sie ökologische und soziale Ziele konkret in Unternehmensabläufe integrieren können. Einige Beispiele: Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat Mitarbeiter motiviert, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Die Zahl der Radler stieg um 43 Prozent, die Errichtung von Duschen, Spinden und Fahrradständern amortisierte sich bereits in Jahresfrist, und es wird mit Einsparungen bei Parkplatz- und Krankheitsausfallkosten gerechnet.

Die mittelständische Handelsvermittlung. memo AG hat ein ECOFahrseminar für ein Drittel der 70 Mitarbeiter durchgeführt. Durchschnittlich 19Prozent Sprit haben sie mit der ökologischen Fahrweise eingespart, Umweltschadstoffe und Verkehrslärm gemindert und ihren Stress beim Fahren verringert – bei höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Unter dem Motto „Fit im Job“ sorgt beim Naturkostunternehmen Ulrich Walter GmbH/Lebensbaumseit vier Jahren ein Personaltrainer und Sportphysiotherapeut jede Woche für optimale Ausrichtung aller Bewegungsabläufe und für die Sitzergonomie der Mitarbeiter – abgestimmt auf den jeweiligen Arbeitsplatz. Das wirke sich positiv auf den Krankenstand und das Betriebsklima aus, beobachtet Geschäftsführer Walter. „Die Mitarbeiter sind außerdem wacher und machen weniger Fehler.“

Besonders zukunftsorientiert ist Kosmetikhersteller Weleda AG mit seiner Waldorf-Kindertagesstätte. Anders als üblich, werden Kinder nicht nur betreut, so dass ihre Eltern berufstätig sein können. Zusätzlich gärtnern sie und lernen ökologisch verantwortliches Verhalten. Der Mittelständler setzt die Erkenntnis um, dass eine nachhaltige Entwicklung nur zu erreichen ist, wenn Kinder nachhaltige Lebensweisen lernen und dies später an ihre Kinder weitergeben.

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