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Start-ups

Start-ups in Deutschland sind einer Umfrage zufolge immer noch stark von Männern dominiert.

(Foto: dpa)

Umfrage Männlich, Akademiker, FDP-Wähler – So sieht die Gründerszene in Deutschland aus

Der Deutsche Start-up-Verband hat eine Umfrage zu Gründern veröffentlicht. Diese zeigt: Die jungen Unternehmer haben Probleme, IT-Fachkräfte zu finden – und trauen FDP-Chef Lindner viel zu.
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BerlinStart-ups in Deutschland haben Schwierigkeiten IT-Fachkräfte zu finden. Das geht aus dem Deutschen Start-up Monitor (DSM), einer breit angelegten Umfrage der Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, die im Auftrag des Bundesverbands Deutsche Start-ups erstellt wurde. Die Erhebung wurde am Mittwoch vorgestellt.

Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass es für sie schwierig bis sehr schwierig sei, IT-Systemadministratoren zu finden, rund 75 Prozent haben Schwierigkeiten Programmierer neu einzustellen.

„Der Mangel an Fachkräften wird nicht nur die großen Unternehmen treffen, sondern auch zunehmend zum Stolperstein für unsere Start-ups werden“, warnte Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen. Start-up-Politik sei daher auch Bildungspolitik.

An der Umfrage haben 1550 Start-ups teilgenommen, sie dient als Orientierung und Stimmungsmesser der Szene. Repräsentativ ist die Studie allerdings nicht. Das liegt daran, dass es keine Daten über die gesamte Zahl von Start-ups in Deutschland und deren Eigenschaften gibt und die Stichprobe somit nicht gewichtet werden kann. Interessant sind die Ergebnisse aber dennoch, denn es gibt in diesem Umfang keine vergleichbare Erhebung in Deutschland.

Aussagekräftig sind vor allem jene Bereiche, in denen man die Ergebnisse mit denen der Vorjahre vergleichen kann:

  • So zeigt sich wie schon in den vergangenen Jahren, dass Gründer in Deutschland in der weit überwiegenden Zahl Akademiker sind. Mehr als 81 Prozent gaben an, einen Hochschulabschluss zu haben.
  • Nach wie vor sind Frauen als Gründer deutlich in der Unterzahl. 85 Prozent der Gründer sind Männer. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Wert kaum verbessert. Beim ersten Bericht im Jahr 2013 waren 87 Prozent der Gründer männlich.
  • Das Geld für ihre Gründung bekommen die Unternehmer weiterhin zum größten Teil vom eigenen Sparkonto (80 Prozent). Zweitgrößter Geldgeber ist der Staat (35 Prozent), drittgrößter sind Familie und Freunde (31 Prozent). Erst auf dem sechsten Platz steht als Finanzierungsquelle Venture Capital – gerade mal 15 Prozent der Gründer bekamen aus dieser Quelle Geld. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich dieser Wert sogar verschlechtert. 2014 lag der Anteil noch bei 21 Prozent.
  • Ein Blick auf die Branchenverteilung der deutschen Start-ups zeigt: Unternehmen, die in der Informations- und Kommunikationstechnologie angesiedelt sind, bilden die große Mehrheit mit rund 31,6 Prozent. Deutlich vor Start-ups in den Bereichen Nahrungsmittel und Konsumgüter (9,7 Prozent), Medizin- und Gesundheitswesen (8,5 Prozent) und dem Bereich Automobil, Logistik und Verkehr (5,2 Prozent). Bei den Geschäftsmodellen liegt der Bereich „Software as a Service“, also die Nutzung eines Softwareangebots gegen Gebühr, vorne (23,8 Prozent). Es folgen Softwareentwicklung (14 Prozent) und andere digitalen Dienstleistungen (12,9 Prozent), rund 11,4 Prozent der für die Studie befragten Start-ups finden sich in der Entwicklung und Produktion von Technologie mit 11,4 Prozent.
  • Glückliche Gründer: Junge Unternehmer leben zwischen den Extremen „Juhu, mir gehört die Welt“ und „Oh Gott, das Geld ist alle“ und arbeiten entsprechend viel: Im Schnitt arbeiten Gründer mit 56 Stunden pro Woche überdurchschnittlich viel, bescheinigen sich aber selbst eine gute Work-Life-Balance. Gründen macht zudem glücklich: 49 Prozent der befragten Gründer gaben an, mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein – laut DSM liegen sie damit über der Gesamtbevölkerung, in der das gerade einmal 32 Prozent angeben.
  • 40 Prozent der befragten Gründer haben Kinder. Das kann auch am Alter der Gründer liegen. Sie haben laut Studie ein Durchschnittsalter von 35,2 Jahren.
  • Start-ups trauen sich selten ins Ausland. Den meisten Umsatz machen sie in Deutschland (83 Prozent), nur etwas über fünf Prozent generieren laut eigenen Angaben Umsätze in Asien oder Nordamerika.
  • Im DSM ordnet sich rund ein Drittel der Gründer der „Green Economy“ zu. Sie sagen also, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen einen Beitrag zum Umwelt-, Ressourcen- oder Klimaschutz beitragen. Studien, wie der vom Borderstep Institut und der von der Universität Oldenburg erstellte Green Economy Gründungsmonitor (GEMO) kommen hingegen zu dem Schluss, dass in dem Bereich im Durchschnitt nur 15 Prozent der Gründungen liegen.
  • Gründer schaffen Jobs. Deutsche Start-ups haben sich mittlerweile als bedeutender Wirtschaftsfaktor etabliert: Durchschnittlich zwölf Mitarbeiter sind bei den Jungunternehmen angestellt. Und es herrscht weiter Einstellungsfreude: Die am DSM teilnehmenden Start-ups planten innerhalb der nächsten zwölf Monate insgesamt rund 9.200 Neueinstellungen. Besonders die Gründer in Berlin und München haben Bedarf. Hier sollen im Durchschnitt rund fünf Jobs pro Unternehmen entstehen, in der Metropolregion Rhein-Ruhr sind es 3,5 Mitarbeiter, der Bundesdurchschnitt liegt bei drei.
  • Ganz oben auf der Wunschliste an die Politik steht für Start-ups weiter der Abbau von Bürokratie und Regeln.
  • Politisch sind die Gründer vor allem der FDP zugeneigt. Rund 38 Prozent der Befragten würden die Liberalen wählen. Auf Rang zwei sind die Grünen, die 22 Prozent wählen würden. Auf Platz drei liegen CDU/CSU, die rund 20 Prozent präferieren.
  • Die größte Gründungskompetenz der Parteivorsitzenden sehen die Befragten bei FDP-Chef Christian Lindner.
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