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Äthiopien Der neue Wachstumsstar in Afrika

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Ein kleines Wunder
Seit dem Sturz des kommunistischen Militärregimes im Jahre 1991 folgt Äthiopien strikt dem chinesischen Entwicklungsweg: so wenig Demokratie wie nötig, so viel Staatskapitalismus wie möglich. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Der chinesische Weg

Seit dem Sturz des kommunistischen Militärregimes im Jahre 1991 folgt Äthiopien strikt dem chinesischen Entwicklungsweg: so wenig Demokratie wie nötig, so viel Staatskapitalismus wie möglich.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Ein weiteres Prestigeprojekt ist der rund 3,5 Milliarden Euro teure Renaissance-Staudamm, den das Land seit knapp drei Jahren am wasserreichen Blauen Nil nahe der Grenze zum Sudan baut. Er soll nach seiner Fertigstellung 2018 Äthiopien zum größten Energieproduzenten in Afrika machen. Das Land will das Wasser fast ausschließlich zur Stromgewinnung nutzen, um die Abhängigkeit von Rohölimporten zu reduzieren und Devisen zu erwirtschaften, mit denen der Umbau vom Agrar- zum Industriestaat finanziert werden soll.

Seit dem Sturz des kommunistischen Militärregimes im Jahre 1991 folgt Äthiopien strikt dem chinesischen Entwicklungsweg: so wenig Demokratie wie nötig, so viel Staatskapitalismus wie möglich. Das heißt aber auch, dass sich unter den 547 Parlamentariern inzwischen kein einziger Oppositioneller mehr befindet. Das Bündnis um die äthiopische Regierungspartei Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRFD) gewann bei den Parlamentswahlen vor sechs Monaten glatte 100 Prozent.

Dabei hatte der äthiopische Premierminister Hailemariam Desalegn, der seit 2012 regiert, zu Beginn seiner Machtübernahme versprochen, das politische System etwas zu öffnen. Das Gegenteil ist der Fall. „Das politische Umfeld ist sehr repressiv, es gibt kaum Pluralismus“, resümiert Jason Mosley von der Londoner Denkfabrik Chatham House. Der Fokus der Regierung liege allein auf dem wirtschaftlichen Vorankommen. Äthiopien ist eine Entwicklungsdiktatur.

Die Brics-Schwellenländer stecken in der Krise
Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika
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Es ist eine radikale Maßnahme: Chinas Notenbanker schwächten vor kurzem die Landeswährung Yuan (Renminbi) per Beschluss so stark wie nie zuvor an einem Tag. Das soll, so Experten, den Export ankurbeln. Denn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde kriselt. Und das Reich der Mitte ist nicht der einzige Staat aus der Riege der sonst so selbstbewussten Schwellenländer, der mit Wirtschaftsproblemen zu kämpfen hat. Ein Überblick über die Brics-Gruppe.

Brasilien
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Richtig düster steht es um Brasilien. Die Industrie im fünftgrößten Land der Erde ist in der ersten Jahreshälfte um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit schießt in die Höhe, und die Behörden rechnen für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 1,1 Prozent, nach plus 0,1 Prozent im Vorjahr. Die Inflation ist mit knapp 10 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

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Innenpolitisch ist die Lage ähnlich brisant: Korruptionsskandale reichen in höchste Regierungskreise, und in Umfragen sprechen sich zwei Drittel gegen Präsidentin Dilma Rousseff aus. Dabei muss das Ausrichterland der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 dringend sparen und reformieren, denn die Investoren werden zunehmend skeptisch.

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Russland
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Die russische Wirtschaft steckt in der Klemme. Die Talfahrt der Ölpreise macht dem von Rohstoffen abhängigen Riesenreich mächtig zu schaffen. Hinzu kommen westliche Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise. Der zeitgleich schwache Rubel macht alles noch schlimmer und treibt die Inflation auf über 15 Prozent.

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Gleichzeitig wollen die Notenbanker mit möglichst niedrigen Zinsen die Wirtschaft wieder auf Trab bringen. Das aber schwächt den Rubel weiter. Die Folgen sind verheerend: Die russische Wirtschaft ist laut Zahlen vom Montagabend von April bis Juni um fast 5 Prozent geschrumpft.

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Indien
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Mit einem jüngst gemeldeten Wachstum von 7,3 Prozent kommt die indische Wirtschaft anscheinend wieder in Fahrt. Doch auch der Zentralbankchef sieht diese Zahlen mit Skepsis, denn die Regierung hat die Berechnungsmethode geändert - und sich mehr als zwei Prozent dazu addiert. Wichtige Sektoren wie die industrielle Produktion entwickeln sich weiter schwach.

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Und die Opposition legt das Parlament lahm, so dass wichtige Gesetze zum Landerwerb und zur Mehrwertsteuerreform feststecken. Die Infrastruktur ist völlig unzureichend. Andererseits profitiert das Öl- und Gas-Importland von den niedrigen Rohstoffpreisen. Und auf dem Subkontinent steigt die Konsumlaune, was sich etwa an anziehenden Autoverkäufen sehen lässt.

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In nur zehn Jahren ist der hinter Nigeria bevölkerungsreichste Staat Afrikas zur fünftgrößten Volkswirtschaft in Subsahara-Afrika aufgestiegen. Addis Abeba ist zugleich Sitz der Afrikanischen Union (AU). Obwohl Äthiopien trotz des Aufschwungs beim Pro-Kopf-Einkommen weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, wird es international heftig umworben: Auch für die USA ist es wegen seiner Nähe zum Mittleren Osten ein wichtiger Partner in Sicherheitsfragen. Kein Wunder, dass US-Präsident Barack Obama bei seiner Afrika-Visite im Juli neben der kenianischen Heimat seines Vaters nur noch Äthiopien eine Aufwartung machte.

Der Hungerstaat ist zum Selbstversorger geworden
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