Alpecin Fahrradfahren für die Globalisierung

Die Wolff-Gruppe will mit einem Radsportteam die Männershampoo-Marke Alpecin weltweit bekannt manchen – vor allem in China. Warum ein Gesellschafter des Bielefelder Unternehmens dafür nach Singapur gezogen ist.
Der nächste Absatzmarkt für das Männershampoo Alpecin soll China werden. Quelle: dpa
Dr. Wolff Gruppe

Der nächste Absatzmarkt für das Männershampoo Alpecin soll China werden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs war ein Horrorbild: gebrochene Fahrradrahmen, verbogene Felgen, platte Reifen und überall herumliegende Fahrradhelme. Rennrad-Star John Degenkolb und fünf seiner Kollegen vom Team Giant-Alpecin wurden beim Zusammenstoß mit einem Auto beim Training in Spanien schwer verletzt. Der Unfall im Januar dieses Jahres war nicht nur bitter für das Team, sondern auch für Eduard R. Dörrenberg, den geschäftsführenden Gesellschafter der Wolff-Gruppe in Bielefeld.

Denn das Familienunternehmen investiert seit einem Jahr kräftig in das gemeinsame Profi-Team mit Giant. „Der Radsport ist die Speerspitze unserer Globalisierung“, formuliert es Dörrenberg auf seine Art. Mit dem Radsportteam will er die Männershampoo-Marke Alpecin weltweit bekannt machen.

„China ist unser nächster Markt, in dem wir jetzt starten wollen“, sagte er bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. In Deutschland wie in Malaysia, in Thailand und in Singapur hat er Büros eröffnet. Um zu zeigen, wie ernst ihm das Geschäft in Asien ist, ist Dörrenberg vor rund eineinhalb Jahren samt seiner Familie nach Singapur gezogen. Von dort leitet er den Vertrieb des weltweiten Geschäfts der Gruppe.

Die Exportquote des Bielefelder Unternehmens, das all seine Produkte in Deutschland fertigt, ist im vergangenen Jahr auf 21 Prozent des Umsatzes von 265 Millionen Euro gestiegen. Zum Gewinn der Firmengruppe wollte sich Dörrenberg nicht detailliert äußern. „Wir sind mit dem letzten Jahr zufrieden“, sagte der Familienunternehmer.

Das ist die Mogelpackung des Jahres
Negativpreis
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Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht den Negativpreis Mogelpackung des Jahres seit 2013. An der Wahl 2016 nahmen insgesamt 26.132 Verbraucher teil, sechs Mal so viele wie im vergangenen Jahr. 2014 erhielt die Windelmarke Pampers von Procter & Gamble den Negativpreis. Diese Produkte waren in diesem Jahr nominiert...

Nominiert: „Dentagard“ von Colgate-Palmolive
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Der Konsumgüterriese hat im vergangenen Jahr die Füllmenge seiner Dentagard-Zahnpasta von 100 Milliliter auf 75 Milliliter reduziert. Doch die Tube sei weiterhin in den meisten Drogerien und Supermärkten zum gleichen Preis verkauft worden, sagen die Verbraucherschützer. Der geschrumpfte Inhalt entspreche einer versteckten Preiserhöhung von 33,3 Prozent.

Nominiert: „Herta Finesse Schinken“ von Nestlé
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Auf den ersten Blick wurden die Schinkenspezialitäten von Herta sogar billiger. Statt 2,19 Euro oder 2,29 Euro kosteten sie laut Verbraucherzentrale nur noch 1,89 Euro oder 1,99 Euro. Gleichzeitig sei die Füllmenge der neuen Packungen aber drastisch reduziert worden – von 150 auf 100 Gramm. Dadurch ergebe sich eine Preiserhöhung von rund 30 Prozent.

Nominiert: „Curry Ketchup“ von Heinz
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Bei der sogenannten Kopfsteher-Flasche seines Curry Ketchups hat das Unternehmen die Füllmenge von 500 auf 400 Milliliter reduziert. Da gleichzeitig auch der Preis etwas gestiegen sei, entspreche das einer versteckten Preiserhöhung von bis zu 28 Prozent, beklagen die Verbraucherschützer. Zudem sei die ganze Palette der verschiedenen Heinz-Kopfsteherflaschen kleiner geworden.

Nominiert: „Jacobs Latte macchiato classico“ von Jacobs Douwe Egberts
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Der Kaffeekonzern hat die Füllmenge der Kapselpackung um fast die Hälfte reduziert. Sie sank von 475,2 auf 264 Gramm. Außerdem hat das Unternehmen laut den Verbraucherschützern statt echter Milch in Form von Vollmilchkonzentrat nun „Mogelmilch“ verwendet. Diese werde aus Sahneerzeugnis, Milchproteinen, Milchmineralien und Wasser zusammengefügt und von Verdickungsmittel zusammengehalten.

Der Sieger: „Bebe Zartcreme“ von Johnson & Johnson
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Die Mogelpackung des Jahres ist nach Ansicht von Verbrauchern die Bebe Zartcreme. In einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg votierte knapp ein Drittel von insgesamt mehr als 26.000 Verbrauchern für das Kosmetikprodukt aus dem Hause Johnson & Johnson, wie die Verbraucherschützer am Montag mitteilten. Die Bebe Creme ist ihren Angaben zufolge durch neue Füllmengen um bis zu 84 Prozent teurer geworden.

Der Gewinn reicht anscheinend, um die Investitionen von acht bis zehn Millionen Euro in Produktion, Verwaltung und Logistik dieses Jahr zu stemmen, und die Beschäftigtenzahl um 70 auf 595 zu erhöhen.

Für die nächsten fünf Jahre rechnet Dörrenberg mit einem wachsenden Auslandsgeschäft. „Ich erwarte, dass unser Gesamtumsatz bis dahin jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent steigt.“ Die weitere Expansion ins Ausland hat Auswirkungen auf das Deutschlandgeschäft. Dort hat der Mittelständler, wie Dörrenberg betonte, „zum ersten Mal einen Mitarbeiter eingestellt, der nicht deutsch spricht.“

Das Deutschlandgeschäft will der Neu-Singapurer nicht vernachlässigen. Alle vier Wochen fliegt er für ein paar Tage von Singapur in seine alte Heimat. Hier liegt die Wolff-Gruppe mit Alpecin im Markt für Haarshampoos laut Nielsen auf Platz neun. Und die Marke Plantur rangiert auf Platz zwölf.

Online-Geschäft ist Chefsache
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