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Arbeitsmarkt Emerging Market „Offene Kritik ist tabu, Hierarchie ist alles“

Fast wie eine Familie: Um gute Beschäftigte zu finden, brauchen Unternehmen in weniger entwickelten Volkswirtschaften eine spezielle Führungskultur. Dabei gelten ganz andere Regeln als in weiter entwickelten Ländern.
20.09.2015 - 19:13 Uhr
Die Arbeitsmärkte in den Wachstumsländern bieten vielen Chancen und noch mehr Herausforderungen. Quelle: Getty Images

Die Arbeitsmärkte in den Wachstumsländern bieten vielen Chancen und noch mehr Herausforderungen.

(Foto: Getty Images)

Vientiane/Kapstadt/Sao Paulo Wer in Laos gute Mitarbeiter halten will, muss gelegentlich selbst Hand anlegen. „Als meine Angestellte wieder einmal mit einem blauen Auge ins Büro kam, hatte ich mit ihrem Mann ein ‚ernstes Wort‘. „Tim“ - nennen wir den Europäer mal so - ist überzeugt: „In einem Land wie Laos bleiben einem die Mitarbeiter nur treu, wenn man sich um sie kümmert, ja, sie fast zur Familie werden lässt“.

Der Mittvierziger betreibt in der Unesco-Kulturstadt Luang Prabang mehrere Restaurants und Hotels. „Die zwischenmenschliche Kommunikation ist sehr subtil“, erklärt „Tim“. „Es gelten ganz andere Regeln als in weiter entwickelten Ländern.“ Das zeige sich beim Finden und Halten von Angestellten: „Offene Kritik ist tabu, Hierarchie ist alles“. Ein Europäer, der sich an diese Regeln halte, werde geschäftlich Erfolg haben. Wer nicht, verliere rasch den Respekt der Angestellten, der Behörden, seiner Nachbarn. „Und das war’s dann. Du bist fertig“.

Das südostasiatische Land ist für europäische Geschäftsleute ein „Frontenstaat“ mit vielen Chancen und noch mehr Herausforderungen: erst seit ein paar Jahren spielt das kommunistische Regime mit dem Kapitalismus. Kritik an der Regierung ist fatal. „Wer sich beklagt, hat genau 24 Stunden Zeit, die Koffer zu packen“, sagt ein deutscher Geschäftsmann in der laotischen Hauptstadt Vientiane. „Ich habe das mehrfach miterlebt“.

Laos ist exemplarisch für die Situation in vielen wirtschaftlich aufstrebenden, kulturell und sozial aber stark traditionellen Wachstumsländern: die wirklich erfolgreichen Unternehmer – ob Einheimische oder Eingeflogene - sind eng mit dem Leben ihrer Mitarbeiter verflochten. Peter Weinbrenner, Gründer des Textildruckunternehmens Eurotech in Vientiane, hat seinen Angestellten im Hof der Firma das „Leben auf dem Dorf nachgebaut“.

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    Das haben Sie vor der Arbeit im Ausland zu tun
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    Visa, Zoll, Steuern, Dokumente
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    Lesen Sie immer die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und informieren Sie sich über Visa und Zoll; Sie brauchen schließlich eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn Sie im Ausland arbeiten wollen. Genauso wichtig können ein Konto und ein neuer Handyvertrag sein, den Sie im Ausland abschließen. Was den Arbeitsvertrag betrifft, sollten Sie Sonderkonditionen verhandeln, denn das Leben im Ausland ist nicht nur für Ihren Arbeitgeber sehr teuer. Klären Sie vorab auch, wer die Kosten für Dokumente (Beglaubigungen, Übersetzungen, Gebühren) übernimmt und welche zusätzlichen Versicherungen Sie brauchen. Und sprechen Sie mit Ihrem Chef über eine Look&See-Reise – im Idealfall für die ganze Familie – vor der Entsendung.

    (Foto: dpa)
    Führerschein, Medikamente, Reintegration
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    Beantragen Sie einen internationalen Führerschein und gegebenenfalls einen Studentenausweis. In den USA brauchen Sie irgendwann eine Driver’s License des jeweiligen Bundesstaats – hierüber informieren die US-bundesstaatlichen State Boards. Legen Sie außerdem eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern an, um ggf Bank- oder Kreditkarten sperren zu lassen und um die Botschaft oder wichtige Versicherungen schnell kontaktieren zu können. Schon vor der Abfahrt sollten Sie auch die Reintegration nach der Rückkehr mit dem Chef klären. Diabetiker und Allergiker sollten ausreichend Medikamente bzw. Rezepte organisieren.

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    Diese Dokumente gehören in Ihr Gepäck
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    Reisepass, Impfpass, Personalausweis, Gesundheitspass, Brillenpass, Krankenversicherungsnachweis, internationaler Studentenausweis, wenn Sie studieren, internationaler Führerschein, Arbeitsvertrag, Kreditkarte, ggf. Visum, polizeiliches Führungszeugnis, Geburts- und Heiratsurkunde sowie relevante Unterlagen für die Schulen der Kinder. Sinnvoll vor allem für Krisengebiete: Testament, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht.

    (Foto: ZB)
    So organisieren Sie Ihren Umzug
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    Verkaufen, kündigen oder vermieten Sie die Wohnung in Ihrem Heimatland unter. Möbel lassen sich in einem Mietlager oder bei Freunden unterbringen. Wenn Sie etwas mitnehmen möchten, erkundigen Sie beim Zoll nach den Formalitäten und informieren Sie Post, Banken, Finanzamt, Versicherungen, Einwohnermeldeamt, Kindertagesstätten und Schulen über die neue Adresse.

    (Foto: dpa)
    Versicherungen, Mitgliedschaften, Haustiere
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    Klären Sie mit allen Versicherungen den Status ab und denken Sie bei Abonnements über eine Kündigung nach oder lassen Sie den Vertrag ruhen; insbesondere Internet, Telefon, TV, Radio, GEZ, Strom- und Gas-/Wasserversorger. Wenn Sie ein Haustier haben, organisieren u.a. Einfuhrbestätigungen, Impfungen, Quarantäne und den Transport. Not least: Feiern Sie Ihre Abschiedsparty!

    (Foto: Getty Images)
    Das ist zu tun, wenn Sie zurück nach Hause wollen
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    Lassen Sie sich im Ausland erworbene Qualifikationen anerkennen und holen Sie Bestätigungen über geleistete Sozialversicherungsbeiträge und die Dauer des Aufenthalts ein. Verhandeln Sie ggf. die Übernahme von Maklerkosten und eine Kostenpauschale für den Umzug – Unterstützung gibt es dabei auch von einem Relocation Service. Ändern Sie wieder die Adressen bei Post, Banken, Finanzamt & Co. und klären Sie den Status mit allen Versicherungen und Verträgen (Internet, Telefon, TV, Radio etc.) ab.

    Die meisten Mitarbeiter stammten aus der Provinz - Reisbauern, die in der Hauptstadt zum ersten Mal Elektrizität erleben. Offene Feuerstellen, Hühner, ein kleiner Garten, eine strohbedeckte Laube – das erinnert an das einfache Zuhause. „Nur so kann ich die Leute halten“, sagt der Deutsche, der seine Arbeiter selber im Textildruck ausbildet.

    Ohne derartige Annehmlichkeiten würden die Mitarbeiter bald nach Thailand abwandern. Dort lockt die Hoffnung auf ein besseres Gehalt. Auch Sateesh Vallipuram, Leiter der Textilfirma Alpilao in Laos, hat dieses Problem. 900 junge Frauen nähen in einer Halle T-Shirts für europäische Modefirmen wie Benetton. „Sie bleiben uns treu, weil wir sie gut behandeln“, sagt er. Ein gutes Gehalt, anständige Arbeitsbedingungen, Ruhezeiten und ein Rentensystem. Trotzdem hat er Mühe, Leute anzulocken. Bei einer Arbeitslosenrate von 1,29 Prozent – ein Attribut vieler Wachstumsländer - gibt es mehr „Jobs“ als Jobsuchende.

    Südafrika: nur keine Schwächen offenbaren
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