Asean-Märkte Zusammen Stärke zeigen

Südostasien ist auf dem Weg zur neuen globalen Wirtschaftsmacht. Mit einem gemeinsamen Binnenmarkt wollen die Asean-Staaten auch mehr ausländische Investoren anlocken. Eine spannende Entwicklung.
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Der Asean-Markt ist äußerst heterogen – vom armen Laos bis zum reichen Singapur, vom kleinen Brunei bis zum riesigen Indonesien; alles Länder mit eigenen Gesetzen, Sprachen und oft sogar Schriftzeichen. Quelle: dpa

Der Asean-Markt ist äußerst heterogen – vom armen Laos bis zum reichen Singapur, vom kleinen Brunei bis zum riesigen Indonesien; alles Länder mit eigenen Gesetzen, Sprachen und oft sogar Schriftzeichen.

(Foto: dpa)

BangkokEnde März, Hochsaison in der thailändischen Strandmetropole Pattaya. Andreas Schick, Asien-Pazifik-Chef des Automobilzulieferers Schaeffler, ist auch angereist – allerdings nicht, um in der Sonne zu liegen. Drei Tage lang hat er sich mit anderen Konzernmanagern in einem Hotel am Rande des Ferienorts eingemietet, um eine drängende Frage zu erörtern: Wie kann sein Unternehmen Südostasien erschließen?

Schick gerät ins Schwärmen. Er spricht von einem „riesigen Wachstumsmarkt“, guten Absatzchancen durch die „extreme Bevölkerungsgröße“ und den nach China höchsten Zuwächsen der Automobilbranche. Rund 600 Millionen Menschen leben hier. Doch die Präsenz des Unternehmens aus Herzogenaurach ist bisher gering: Ein Distributorennetz und eine kleine, angemietete Fabrik gibt es. Die meisten Produkte für die Region importiert Schaeffler – unter anderem aus Osteuropa. Transportdauer mit dem Schiff: sieben bis acht Wochen.

„Eine schnelle Reaktionsfähigkeit kann so nicht gewährleistet werden“, sagt Schick. Die Konkurrenz, vor allem aus Japan, droht davonzuziehen. Schick will das nicht hinnehmen: Vor wenigen Wochen begann der Bau des ersten Schaeffler-Werks in der Region: „Wir haben erkannt, dass es ein wichtiger Markt ist. Und den wollen wir auch besetzen.“

Südostasien entwickelt sich zum wirtschaftlichen Gegengewicht zu den BRIC-Staaten – und lockt so internationale Unternehmen an. Bei den ausländischen Direktinvestitionen übertrumpfte die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean, der zehn Länder angehören, zuletzt zweimal in Folge China. Auch bei der jährlichen Wirtschaftsleistung strebt die Region nach vorne – und hat mit 2,5 Billionen Dollar inzwischen Brasilien sowie Russland und Indien hinter sich gelassen. Asean steht für drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

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