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Autozulieferer Bosch setzt auf Reformen in Indien

Der Subkontinent könnte für den Autozulieferer und Technikkonzern zu den wichtigsten Märkten weltweit aufsteigen. Indien-Chef Steffen Berns hofft auf die Reformen des neuen Premierministers Narendra Modi.
11.04.2015 - 09:42 Uhr Kommentieren
Für den Konzern ist Indien ein „attraktiver Wachstumsmarkt“. Quelle: dpa

Für den Konzern ist Indien ein „attraktiver Wachstumsmarkt“.

(Foto: dpa)

Stuttgart Indien könnte für den Autozulieferer und Technikkonzern Bosch zu den wichtigsten Märkten weltweit aufsteigen. „Wir gehen davon aus, dass Indien bis 2030 die viertgrößte Volkswirtschaft auf der Welt sein wird - und größer als jede europäische Wirtschaft“, sagte Boschs Indien-Chef Steffen Berns der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sehen Indien nach einigen Jahren der Stagnation wieder sehr positiv.“

Die Schwäche anderer BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) ist nach den Worten von Berns auf dem Subkontinent nicht zu spüren: „Indien ist ein attraktiver, stabiler Wachstumsmarkt, allein aus der lokalen Nachfrage ergibt sich ein erhebliches Potenzial“, sagt Berns. „Die größten Treiber in Indien sind die schnell wachsende Bevölkerung und die wachsende Mittelschicht.“

„Unsere weiteren Investitionen hängen vom Wachstum in Indien ab“

2013 machte Bosch 1,2 seiner 46 Milliarden Euro Umsatz in dem Land. Dabei habe sich der Umsatz in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Der Konzern betreibt elf Produktions- und sieben Entwicklungsstandorte und beschäftigt 28.000 Mitarbeiter in Indien - knapp ein Zehntel der Belegschaft weltweit. Seit 2010 hat der Technikkonzern rund 680 Millionen Euro in Indien angelegt, weltweit waren es rund 13 Milliarden Euro.

„Das zeigt deutlich, wie wichtig Indien für uns ist“, sagt Berns. Bosch werde aber auch weiterhin in lokale Entwicklung und Fertigung in Indien investieren. Wie viel das sein wird wollte Berns nicht beziffern: „Unsere weiteren Investitionen hängen vom Wachstum in Indien ab.“

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    Vom Autopionier zum Technologiekonzern
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    1886

    Robert Bosch gründet die "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" in Stuttgart. Ein Jahr später baut er im Auftrag eines Maschinenbauers seinen ersten Magnetzünder. Mit dem Bau der Niederspannungs-Magnetzündung für Kraftfahrzeugmotoren im Jahr 1897 und deren Nachfolgesystem, der 1902 von Bosch eingeführten Hochspannungs-Magnetzündung, gelingt der entscheidende kommerzielle Durchbruch zum erfolgreichen und führenden Automobilzulieferer. 1903 siegt Camille Jenatzy überlegen beim Gordon-Bennett-Rennen auf einem 60 PS Mercedes-Rennwagen, der mit einer Niederspannungs-Magnetzündung von Bosch ausgerüstet ist.

    Fotos: Bosch

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    1898

    Die Geschichte der Internationalisierung beginnt 1898 mit der ersten Auslandsniederlassung in London. Die erste amerikanische Bosch-Vertretung entsteht 1906 in New York. In diesem Jahr nutz Robert Bosch den wirtschaftlichen Aufschwung, um für seine 526 Mitarbeiter den Acht-Stunden-Tag und das Zwei-Schicht-System einzuführen. Hier auf dem Bild ist die Firma F. Hoppert in Südafrika zu sehen, die im "Magneto-House" Bosch-Produkte verkaufte.

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    1913

    Bosch bringt das so genannte "Bosch-Licht" für das Automobil auf den Markt – eine elektrische Beleuchtungsanlage mit eigener Stromversorgung durch Generator und Batterie. Ein Jahr später kommt der erste elektrische Bosch-Anlasser auf den Markt. Davor mussten Automobile von Hand angekurbelt werden – eine kraftraubende und wegen der Kurbelrückschläge oft auch gefährliche Angelegenheit. Es folgen Innovationen wie Horn, Scheibenwischer, Servobremse und Winker.

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    1927

    Die erste Bosch Diesel-Einspritzpumpe entsteht. Ohne die Einspritzsysteme ist der LKW-Güterverkehr heute nicht mehr denkbar. Wenige Jahre später stellt Bosch auch Diesel-Einspritzpumpen für kleinvolumige PKW-Motoren her.

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    1932

    Mit dem elektrischen Kleinmotor erschließt Bosch neue Anwendungsbereiche. Die erste Bohrmaschine erleichtert die Arbeit in Industrie und Handwerk. Ein Jahr später übernimmt Bosch die Ideal-Werke AG für drahtlose Telephonie in Berlin und baut das erste Autoradio unter dem Markennamen Blaupunkt. Im selben Jahr steigt Bosch mit der Übernahme von Junkers in die Heizgerätesparte ein. 1933 präsentiert das Unternehmen den ersten Kühlschrank und steigt in den Haushaltsgerätemarkt ein.

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    1951

    In diesem Jahr stellt Bosch auf der Frankfurter Automobilausstellung erstmals die Benzineinspritzung vor, mit der sich bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen lässt.

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    1964

    Die gemeinnützige Vermögensverwaltung Bosch GmbH, ab 1969 Robert Bosch Stiftung GmbH, übernimmt die Kapitalmehrheit am Unternehmen. Im gleichen Jahr präsentiert Bosch den ersten Geschirrspül-Automaten sowie 1967 das erste elektronische System Jetronic.

    „Wir sehen großes Potenzial in allen unseren Geschäftsfeldern - ob in Mobilitätslösungen, in der Industrietechnik oder in der Energie- und Gebäudetechnik“, sagt Berns. Alles was in Richtung Infrastruktur gehe, verspreche Geschäft. „Auch der Konsumgüterbereich mit Hausgeräten und Elektrowerkzeugen wächst.“

    Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner

    Dabei setzt Berns seine Hoffnungen auf den Reformkurs des neuen Premierministers Narendra Modi, der am Sonntag die Hannover Messe bei seinem ersten Deutschlandbesuch zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Berns sieht den Subkontinent auf einem guten Weg: „Wir dürfen nicht ungeduldig werden. Das ist ein großes, föderales Land.“ Deutschland ist für Indien der wichtigste Handelspartner in Europa - umgekehrt liegt das Land bei den deutschen Ein- und Ausfuhren auf Rang 25. Indien ist in diesem Jahr Partnerland der weltgrößten Industrieschau.

    „Die indische Regierung hat sich Wachstum auf die Fahnen geschrieben“, sagt Berns. Die wichtigsten Punkte seien Investitionen in Infrastruktur und Erleichterungen für Unternehmen unter dem Schlagwort „ease of doing business“. „Wir gehen davon aus, dass die angestoßenen Programme Früchte tragen.“

    Zusätzlich sei eine stärkere Förderung gewerblicher Ausbildung nötig. „Es gibt viele Hochqualifizierte in Indien, aber auch weniger und nicht Qualifizierte“, sagt Berns. „Wir dürfen Indien nicht nur als verlängerte Werkbank sehen, sondern müssen die komplette Wertschöpfungskette nutzen, einschließlich kompletter Entwicklungsprojekte und sogar Forschung.“ Viele lokale Lösungen von Bosch aus Indien kämen inzwischen auch weltweit zum Einsatz.

    • dpa
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