Führende Rolle für deutsche Firmen Energie ohne Grenzen

Von Wärmepumpen bis zum Solarpark: Deutsche Anbieter von Anlagen und Service rund um Erneuerbare Energie wollen ihr Know-how im Ausland ausspielen. Eine wichtige Exportbranche hat sich entwickelt.
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Die deutsche Energiewende wird zum Exportgut. Quelle: dapd

Die deutsche Energiewende wird zum Exportgut.

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Doha/KölnNächster Halt: Jordanien. Vor knapp zwei Monaten schloss die dortige Regierung die zweite Ausschreibungsrunde für den Aufbau von Photovoltaik-Großanlagen mit einer Kapazität von 200 Megawatt ab. Die Nutzung von Solarkraft soll das Land wirtschaftlich voranbringen – und zahlreiche Unternehmen aus aller Welt wollen dabei sein. Insgesamt 33 internationale Bewerber hätten ein Gebot abgegeben, teilte das jordanische Ministerium für Energie und Mineralische Ressourcen mit.
Das Beispiel Jordanien zeigt: Das Geschäft mit den erneuerbaren Energien ist global. Deutsche Anbieter streben mit ihren Anlagen und Dienstleistungen eine führende Rolle auf dem Weltmarkt an. „Der Export spielt für die Unternehmen eine große Rolle“, erläutert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), einer gemeinsamen Informationsstelle von Ministerien sowie Verbänden und Firmen der Branche.

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Dass sich mittelständische Unternehmen, die im Ausland neue Absatzmärkte erschließen möchten, nicht alleine auf die derzeitige Schwäche des Euro verlassen sollten, zeigt eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. Demnach können die deutschen Unternehmen zwar in diesem Jahr mit zusätzlichen Ausfuhren im Wert von 36 Milliarden Euro rechnen (+2,7 Prozent), im letzten Jahr konnte die Exportbranche jedoch noch um 45 Milliarden Euro wachsen. Unter anderem die schwere Russland-Krise wird die Exporte bremsen, so die Experten von Euler Hermes. Sie raten deshalb dazu, gezielt wachstumsstarke Länder zu erschließen, in denen die hiesige Wirtschaft bislang unterrepräsentiert ist.

15. Südafrika
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In Südafrika wird für das Jahr 2015 eine Wachstumsrate von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erwartet. Zum Vergleicht: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) prognostiziert für Deutschland im selben Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent.

14. Estland
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Mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 2,5 Prozent steht Estland noch ein wenig besser da. Der seit 1991 unabhängige Staat mit der malerischen Hauptstadt Tallinn (Bild) ist seit 2011 Mitglied der Eurozone.

13. Slowakei
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Auch die Slowakei ist Euro-Mitglied und dies schon seit 2009. Das Bild zeigt die Hauptstadt Bratislava. Für die Slowakei prognostizieren die Experten von Euler Hermes ein Wachstum von 2,7 Prozent des BIP.

12. Uruguay
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Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Uruguay. Bei ausländischen Investoren ist das Land bisher eher unbekannt. Das prognostizierte Wachstum beträgt 2015 2,8 Prozent.

11. Lettland
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Lettlands Bruttoinlandsprodukt soll voraussichtlich um 3,2 Prozent wachsen. Seit 2004 ist das baltische Land in der Europäischen Union, seit 2014 in der Euro-Zone. Diese verliert für die deutschen Exporteure zunehmend an Gewicht. 2014 machten sie nur noch 36,6 Prozent ihres Auslandsumsatzes in den Ländern der Währungsgemeinschaft, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr 2005 hatte der Anteil noch 44,7 Prozent betragen. Grund für den Rückgang ist die Finanz- und Wirtschaftskrise.

10. Polen
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Gleichzeitig werden die EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Währungsunion angehören, immer wichtiger. Deren Anteil an den deutschen Exporten erhöhte sich von 2013 auf 2014 von 20,1 auf 21,4 Prozent. 1993 lag er bei nur 16,2 Prozent. Zu diesen Staaten gehört auch Polen, welches einen Aufschwung erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich um 3,3 Prozent wachsen.

Für das Jahr 2013 beziffern Verbände den Exportumsatz der deutschen Erneuerbaren-Branche auf etwa zehn Milliarden Euro – Tendenz steigend. Etwa 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland, so schätzt die AEE, würden durch die Ausfuhr von Anlagen und Services für die regenerative Energieerzeugung gesichert. So meldete die Solarindustrie für das vergangene Jahr eine Exportquote von 65 Prozent. Auch von 120.000 in Deutschland produzierten Wärmepumpen wurden 80.000 außerhalb des Landes in Betrieb genommen. Die Biogasindustrie erwartet für das laufende Jahr einen Exportanteil von 70 Prozent am gesamten Geschäft.
Der Anteil des Auslandsgeschäfts wird auch deshalb immer größer, weil sich viele Unternehmen in ihrem Heimatmarkt von politischen Entwicklungen ausgebremst fühlen. In der Kritik steht dabei vor allem das 2014 reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Folge seien dramatische Einbrüche beim Ausbau der Solarenergie und von Biogasanlagen, teilte die deutsche Sektion von Eurosolar, einer europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien, zu Jahresbeginn mit. „Die Abwärtsspirale beim Zugpferd der Energiewende, der Windkraft an Land, ist eingeleitet worden“, heißt es in der Jahresbilanz weiter.

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1 Kommentar zu "Führende Rolle für deutsche Firmen: Energie ohne Grenzen"

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  • Dies ist eine hochsubventionierte Exportbranche, weil die Erneuerbaren Enerigen einzig und alleine auf politischen Gesetzen basieren. In Deutschland auf dem EEG. In den USA sind die sog. Erneuerbaren Energien zum Steuerabschreibungsmodell verkommen (Fragen Sie mal bei Warren Buffett nach).
    Die sog. Erneuerbaren Energien hatten noch nie den Energiemarkt im Griff. Nur die Politik macht mit ihren Gesetzen (EEG usw.) einen "Scheinmarkt" daraus. Das wird früher oder später ein Böses erwachen für die Unternehmen geben und vor allen für die deutsche Volkswirtschaft.

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