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Indien und China Die Märkte von morgen

Schwellenländer, vor Jahren noch ein Mega-Anlagethema, hinken den Industrieländern hinterher - aus Börsensicht. Doch mutige Investoren verdienen auch im schwierigeren Fahrwasser Geld.
31.05.2015 - 15:05 Uhr Kommentieren
Aus dem Länderpaket überzeugen nur noch die letzten beiden. Quelle: Getty Images
Brasilien - Russland - Indien - China

Aus dem Länderpaket überzeugen nur noch die letzten beiden.

(Foto: Getty Images)

Frankfurt Der Lack hat Kratzer bekommen. Das ja. Doch trotz mehrerer Einbrüche gibt es hohe Anlageträge. Aktienexperten schauen nach Indien und China. Das belegt die jüngste Rangliste der besten kleinen Fondsanbieter in Deutschland von Feri Eurorating. Es führt das reinrassige Aktienhaus Comgest. Fast alle Fonds des 22 Milliarden Euro verwaltenden französischen Anbieters bekommen ein gutes Rating. „Man fühlt sich gut aufgehoben bei Häusern wie Comgest, die sich stark auf ein Anlagethema konzentrieren“, sagt Feri-Analyst André Härtel. Die Hälfte des Comgest-Kapitals entfällt auf Schwellenländerfonds wie die milliardenschweren Flaggschiffe „Magellan“ und „Growth Emerging Markets“.

Auf lange Sicht waren Investments in den aufstrebenden Ländern der Renner: Die Aktienkurse haben sich seit Ende der achtziger Jahre mehr als verzehnfacht, an den Industrieländerbörsen war nur etwas mehr als eine Vervierfachung drin. Dazwischen jedoch gab es heftige Schwankungen in beide Richtungen.

In der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends zogen Hoffnungen auf die stark wachsenden Schwellenländer mit junger Bevölkerung Anleger an, China war das große Thema. Die Börsen dieser Länder boomten. Es war eine Neuauflage der ersten Hälfte der neunziger Jahre, als die Börsen der Schwellenländer denen der Industrieländer schon einmal enteilt waren.

Wo es in den Wachstumsmärkten noch klemmt
Weed is collected from the lake to feed cattle
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Indien

Die deutsche Wirtschaft hat in Indien ein schweres Jahr hinter sich. Um zwölf Prozent brach das Volumen der Exporte für den Subkontinent im Jahr 2013 ein. Gegenwind kam gleich aus mehreren Richtungen. Einerseits hat sich Indiens konjunkturelle Lage deutlich verschlechtert - noch für das Jahr 2011 meldeten die Statistikbehörden ein Wirtschaftswachstum von über neun Prozent. Mittlerweile ist die Wachstumsrate der drittgrößten Volkswirtschaft in Asien auf unter fünf Prozent abgesackt. Noch härter traf die deutschen Exporteure der rasante Verfall der Landeswährung Rupie: Produkte "made in Germany" konnte sich in Indien kaum noch jemand leisten.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 31393452 A worker sweeps in front of Taj Mahal in Agra, India, early Monday morning, June 3, 2013. The Taj Mahal, a UNESCO Heritage site
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Doch die Hoffnung auf eine Trendwende wächst - und ruht zu großen Teilen auf einem einzigen Mann: Narendra Modi, der mit seiner Bharatiya-Janata-Partei die indischen Parlamentswahlen überraschend deutlich gewinnen konnte, hat als neuer Premier gute Aussichten, die Wirtschaft zu beleben: Er will Bürokratie abbauen, Korruption bekämpfen und in Infrastruktur investieren. Weil seine Partei eine absolute Mehrheit holte, kann Modi die Pläne umsetzen, ohne dabei auf Koalitionspartner angewiesen zu sein.

(Foto: ap)
Sikhs perform 'Sewa' at the Golden Temple in Amritsar
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Ein großer Wurf wäre dringend nötig: In globalen Vergleichsstudien schneidet Indien schlecht ab. Bei der Qualität der Infrastruktur landet das Land im "Global Competitiveness Report" des Weltwirtschaftsforums nur auf Rang 85 - hinter Ländern wie Iran, Guatemala und Georgien. Bei der Effizienz des Arbeitsmarktes liegt Indien gar nur auf Platz 99. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der "Doing Business Report" der Weltbank: Die Autoren heben die große Rechtsunsicherheit in Indien hervor. Wer Verträge vor Gericht durchsetzen will, steht vor einer zermürbenden Aufgabe: 1 420 Tage dauert ein Rechtsstreit zwischen Firmen in Indien im Schnitt. Nur in Angola, Myanmar und Osttimor muss man noch länger auf ein Urteil warten.

(Foto: dpa)
Narendra Modi
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Dass Indiens neue Regierung unter Narendra Modi die Vielzahl der Probleme auf einen Schlag lösen kann, ist nicht zu erwarten. Doch der 63-jährige Politiker ist sich der Kraft wirtschaftspolitischer Reformen bewusst. Als Regierungschef des Bundesstaats Gujarat verschlankte er die Verwaltung und öffnete den Bundesstaat für Investoren. Das Ergebnis: In elf von zwölf Regierungsjahren entwickelte sich die Wirtschaft unter Modi besser als im nationalen Schnitt.

(Foto: ap)
File picture showing Widodo and his wife casting their ballot papers during voting in the parliamentary elections in Jakarta
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Indonesien

Er präsentiert sich als einer, der gerne anpackt: Joko Widodo, der aussichtsreichste Kandidat im indonesischen Präsidentschaftswahlkampf. Als Gouverneur der Hauptstadt Jakarta machte er Politik nicht primär vom Schreibtisch aus, sondern mischte sich seit seiner Wahl vor anderthalb Jahren regelmäßig unter das Volk: Bei unangekündigten Besuchen auf Märkten, Baustellen oder in Behörden sprach er mit Bürgern über ihre Probleme, von der Verkehrsbelastung bis zu Lebensmittelpreisen.

(Foto: Reuters)
Indonesian Stock Exchange
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Mit dieser volksnahen Politik, die die Indonesier "Blusukan" nennen, erlangte der politische Neuling landesweit eine hohe Beliebtheit: Nun steht der 52-Jährige kurz davor, die Politik von ganz Indonesien umzukrempeln. Umfragen zufolge ist Widodo im Rennen um die Präsidentschaft kaum einzuholen. Investoren zeigen sich darüber erfreut: Entschieden wird zwar erst am 9. Juli, doch bereits bei Widodos Nominierung zum Kandidaten im März reagierte die Börse in Jakarta mit einem Kursfeuerwerk.

(Foto: dpa)
Poverty in Indonesia
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Die Erwartungen sind hoch: Nach der zehnjährigen Amtszeit von Susilo Bambang Yudhoyono soll Widodo neue Impulse setzen, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. 2013 musste das Land besorgniserregende Kapitalabflüsse hinnehmen. Indonesien, das kurz zuvor noch als Liebling der Investoren galt, zählte zu den Fragilen Fünf - jenen Staaten, die fürchten müssen, ihre enormen Leistungsbilanzdefizite nicht mehr finanzieren zu können.

Auch die Wachstumsraten der größten Volkswirtschaft Südostasiens fielen zuletzt enttäuschend aus. Ist Joko Widodo der Mann, dem eine Kehrtwende gelingen kann? Analysten üben sich in Zurückhaltung: Ein umfassendes wirtschaftspolitisches Programm hat Widodo noch nicht vorgelegt. Jedoch scheint er bereit zu sein, auch unpopuläre Reformen umzusetzen: So sprach er sich für ein Ende der beliebten, aber auch sehr teuren Benzinpreissubventionen aus. Das könnte Spielräume für dringend nötige Infrastrukturprojekte schaffen.

(Foto: dpa)

Das gute Image wurde zwischendurch mehrere Male angegriffen. So ließ die Finanzkrise die Emerging Markets kollabieren. Zuletzt dämpften die abgespeckten Wachstumsperspektiven. „Die Schwellenländer sind immer noch in einer Anpassungsphase“, sagt Jan-Peter Dolff, Partner bei Comgest. Das gilt insbesondere seit dem vergangenen Jahr. Der starke Dollar und fallende Rohstoffpreise machen den teilweise rohstoffreichen Ländern zu schaffen. Ein Paradebeispiel ist Russland, Brasilien leidet außerdem unter Korruption. „Die größten Risiken sind anhaltend fallende Rohstoffpreise, schwindende Dollar-Liquidität und Mangel an Reformen in einzelnen Ländern“, bündelt Dolff die Belastungen.

Manche Analysten warnen sogar. Die Experten von Société Générale blicken beispielsweise auf die gestiegene Verschuldung. Nach ihren Angaben hat sich die Unternehmensverschuldung insbesondere in Lateinamerika in den vergangenen Jahren vervielfacht. Ein weiterhin starker Dollar könnte diese Dollar-Verbindlichkeiten zum Problem werden lassen. Darum sorgt sich auch Nick Price, Emerging-Markets-Fondsmanager bei Fidelity.

Erfolgreich anlegen in Schwellenländern
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