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Kasper Rorsted Übertriebene Sorgen um die Emerging Markets

Kasper Rorsted, der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Konsumgüterkonzerns Henkel, hält nichts von einer pessimistischen Betrachtung der Schwellenländer. Ein Gastbeitrag wider die Schwarzmalerei.
  • Kasper Rorsted
21.10.2015 - 14:05 Uhr
Der Autor ist Vorstandsvorsitzender von Henkel. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: Reuters

Der Autor ist Vorstandsvorsitzender von Henkel. Sie erreichen ihn unter: [email protected]

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Weltwirtschaft wächst langsamer als in den vergangen Jahren - und kurzfristig ist kein Aufschwung in Sicht. Den Beweis dafür hat die amerikanische Zentralbank geliefert: Sie hat die vor wenigen Monaten noch sicher geglaubte Zinswende verschoben. Das liegt nicht an den Vereinigten Staaten, die sich insgesamt positiv entwickeln. Auch die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa sind nicht der Hauptgrund dafür. Vielmehr gilt die Sorge den aufstrebenden Wachstumsmärkten.

In den sogenannten Emerging Markets ist das gewohnte starke Wachstum deutlich zurückgegangen, auf geschätzte drei bis vier Prozent. Das ist der geringste Zuwachs seit der Finanzkrise. Die Währungen dieser Länder sind so schwach wie seit 2002 nicht; jede Menge Kapital fließt ab.

Dazu kommt China: Dort sind die Aktienkurse binnen drei Monaten rund 40 Prozent eingebrochen. Die chinesische Zentralbank hat im Sommer den Yuan in kurzer Folge mehrfach abwerten lassen und damit Schockwellen durch die Weltwirtschaft geschickt. Gründe genug, um Schwarzmaler auf den Plan zu rufen.

Die Brics-Schwellenländer stecken in der Krise
Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika
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Es ist eine radikale Maßnahme: Chinas Notenbanker schwächten vor kurzem die Landeswährung Yuan (Renminbi) per Beschluss so stark wie nie zuvor an einem Tag. Das soll, so Experten, den Export ankurbeln. Denn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde kriselt. Und das Reich der Mitte ist nicht der einzige Staat aus der Riege der sonst so selbstbewussten Schwellenländer, der mit Wirtschaftsproblemen zu kämpfen hat. Ein Überblick über die Brics-Gruppe.

Brasilien
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Richtig düster steht es um Brasilien. Die Industrie im fünftgrößten Land der Erde ist in der ersten Jahreshälfte um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit schießt in die Höhe, und die Behörden rechnen für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 1,1 Prozent, nach plus 0,1 Prozent im Vorjahr. Die Inflation ist mit knapp 10 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

(Foto: dpa)
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Innenpolitisch ist die Lage ähnlich brisant: Korruptionsskandale reichen in höchste Regierungskreise, und in Umfragen sprechen sich zwei Drittel gegen Präsidentin Dilma Rousseff aus. Dabei muss das Ausrichterland der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 dringend sparen und reformieren, denn die Investoren werden zunehmend skeptisch.

(Foto: dpa)
Russland
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Die russische Wirtschaft steckt in der Klemme. Die Talfahrt der Ölpreise macht dem von Rohstoffen abhängigen Riesenreich mächtig zu schaffen. Hinzu kommen westliche Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise. Der zeitgleich schwache Rubel macht alles noch schlimmer und treibt die Inflation auf über 15 Prozent.

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Gleichzeitig wollen die Notenbanker mit möglichst niedrigen Zinsen die Wirtschaft wieder auf Trab bringen. Das aber schwächt den Rubel weiter. Die Folgen sind verheerend: Die russische Wirtschaft ist laut Zahlen vom Montagabend von April bis Juni um fast 5 Prozent geschrumpft.

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Indien
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Mit einem jüngst gemeldeten Wachstum von 7,3 Prozent kommt die indische Wirtschaft anscheinend wieder in Fahrt. Doch auch der Zentralbankchef sieht diese Zahlen mit Skepsis, denn die Regierung hat die Berechnungsmethode geändert - und sich mehr als zwei Prozent dazu addiert. Wichtige Sektoren wie die industrielle Produktion entwickeln sich weiter schwach.

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Und die Opposition legt das Parlament lahm, so dass wichtige Gesetze zum Landerwerb und zur Mehrwertsteuerreform feststecken. Die Infrastruktur ist völlig unzureichend. Andererseits profitiert das Öl- und Gas-Importland von den niedrigen Rohstoffpreisen. Und auf dem Subkontinent steigt die Konsumlaune, was sich etwa an anziehenden Autoverkäufen sehen lässt.

(Foto: dpa)

In vielen Schwellenmärkten ist zu Recht Ernüchterung eingetreten. Eine Reihe rohstoffreicher Länder hat die Boomjahre mit hohen Rohstoffpreisen nicht genutzt, um ihre Abhängigkeit von Bodenschätzen zu reduzieren oder ihre Wirtschaftssysteme weiterzuentwickeln. Aber von einer fundamentalen Krise der Emerging Markets sind wir weit entfernt. Die Lektion aus der Asienkrise Ende der 90er-Jahre ist fast überall angekommen: Die Währungen der meisten dieser Länder sind nicht mehr fixiert, es wurden zum Teil beträchtliche Devisenreserven und Leistungsbilanzüberschüsse aufgebaut, und auch die Abhängigkeit von Auslandskapital wurde reduziert.

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    Eine ganz wesentliche Rolle spielt die Politik, die die Rahmenbedingungen setzt. In Indien forciert die Regierung den industriellen Aufbau. Auch in China will die Politik strukturelle Reformen zur Stärkung der Wirtschaft beschleunigen. Die Bundesregierung schickte kürzlich ähnliche Forderungen Richtung Brasilien, um der drohenden Rezession entgegenzuwirken.

    „Ich verschließe nicht die Augen vor Problemen“
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