Konkurrenzfähige Patente Das neue Reich der Ideen

Chinas Regierung fördert gezielt Innovationen in Firmen. Mit Erfolg: Inzwischen meldet das Land mehr Patente an als Deutschland – und auch die Qualität der meisten Erfindungen steigt.
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Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei: Die IT-Firmen sind inzwischen international konkurrenzfähig. Quelle: Reuters

Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei: Die IT-Firmen sind inzwischen international konkurrenzfähig.

(Foto: Reuters)

PekingDeutschlands Unternehmen sind starke Forscher, chinesische Firmen hingegen kopieren die Ideen nur. Ein altes Klischee, das inzwischen eindrucksvoll widerlegt wurde: Im vorigen Jahr ist China gemessen an der Zahl neu angemeldeter Patente erstmals an Deutschland vorbeigezogen.

„Das Land hat sehr starke Leistungen gezeigt“, sagte Francis Gurry, Generaldirektor der World Intellectual Property Organization (Wipo), bei der Vorstellung der internationalen Patentstatistik für 2013. Die Wirtschaftsmacht kommt damit nun auf Platz drei hinter den USA und Japan.

Bemerkenswert ist die schnelle Verschiebung der Gewichte. Vor zehn Jahren haben Firmen und Institutionen aus dem Reich der Mitte nur knapp 1.800 internationale Patente angemeldet, im vergangenen Jahr waren es 21 500. Der Wert für Deutschland ist in dieser Zeit weitgehend gleich geblieben, er lag 2013 bei 17.900.

Die Wipo ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Sie zählt internationale Patentanmeldungen in 150 Ländern. Aus Sicht der Experten demonstriert China nun auch seine Stärke in der Forschung und Entwicklung. Zwar werden auch in China wie üblich viele nutzlose Patente angemeldet. Doch der Anteil wertvoller Neuerungen vor allem in der IT-Industrie steigt rasant.

Das plötzliche Vorpreschen geht auf die konsequente Innovationspolitik der Regierung in Peking zurück. Es gibt sogar ein Planziel für die jährlichen Patentanmeldungen: Bis 2015 sollen es im Inland zwei Millionen sein. Firmen, die Patente anmelden, werden gezielt gefördert. Die Universitäten versuchen derweil, optimale Bedingungen für Forscher zu schaffen, die aus den USA oder der EU zurückkehren.

Chinas Hochschulen steuern ihre Studenten zudem gezielt in betont nützliche Fächer wie Technik und Naturwissenschaften. „Es ist wie auf dem Reißbrett geplant, welche Universitäten in welchen Bereichen Schwerpunkte aufbauen“, sagt Philipp Sandner vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TU München. Dazu kommt eine gezielte Industrieansiedlung um die Unis herum. „Diese Elemente greifen wie Zahnräder ineinander“, sagt Sandner.

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