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Safri-Initiative Afrika – Kontinent der Chancen?

Wer erfolgreich in Afrika sein will, braucht nicht nur Geduld und Hartnäckigkeit, sondern muss sich auch noch mit den unterschiedlichsten Fallstricken auskennen. Entscheidend sind verlässliche Partner vor Ort.
07.09.2015 - 14:57 Uhr
Dockarbeiter im Hafen von Conakry (Guinea): Rohstoffboom in Afrika. Quelle: AFP

Dockarbeiter im Hafen von Conakry (Guinea): Rohstoffboom in Afrika.

(Foto: AFP)

Kapstadt Seit einigen Jahren gilt Afrika nicht mehr nur als Armenhaus, sondern als ein Kontinent der Chancen. Schließlich sind die 49 Länder südlich der Sahara im Zuge des (gerade zu Ende gegangenen) Rohstoffbooms seit 2005 im Schnitt um 5 Prozent gewachsen - stärker als zu jeder anderen Zeit seit Beginn der Unabhängigkeit vieler Staaten in den 1960ern. Dennoch gehen bisher nur knapp zwei Prozent der deutschen Exporte in die Region.

Schon deshalb will Heinz-Walter Große, Chef des Medizintechnikkonzerns B. Braun in Melsungen und Vorsitzender der neu formierten Subsahara-Initiative der Deutschen Wirtschaft (Safri), das Engagement der deutschen Geschäftswelt in Afrika stärken. Zu diesem Zweck veranstaltet die Safri diesen Montag und Dienstag in Berlin den 1. German-African Business Summit. „Wir dürfen Afrika nicht nur als Absatzmarkt begreifen. Vielmehr muss es darum gehen, Arbeitsplätze zu schaffen und auch vor Ort zu produzieren - für den afrikanischen Bedarf und im Idealfall auch für andere Weltregionen“, sagte Große dem Handelsblatt.

Für sein eigenes Unternehmen sieht er schon deshalb viel Aufholpotenzial, weil auch Braun bislang nur etwa 100 Millionen seines Gesamtumsatzes von sechs Milliarden Euro in Afrika verdient. In einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, die einige Erfolgsgeschichten in Afrika präsentiert, weist Große darauf hin, dass Afrika inzwischen nicht nur Produkte für die Basisversorgung, sondern zunehmend auch hochspezialisierte Geräte für Intensivstationen und Operationsräume in Afrika nachfrage. Allerdings werde der Umsatz zum überwiegenden Teil in Südafrika gemacht, dem einzigen Industriestaat des Kontinents.

Wie viele andere Unternehmer hat auch Große keine Illusionen über die Fallstricke, die ein Engagement in Afrika birgt. Wer erfolgreich sein wolle, brauche nicht nur Geduld und Hartnäckigkeit, sondern müsse sich auch so wie sein Unternehmen mit 54 zum Teil sehr unterschiedlichen Gesundheitssystemen beschäftigen. Entscheidend seien verlässliche Partner vor Ort.

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    Die oft „extreme Bürokratie“ in Afrika beklagt in der Studie auch Burkhard Wollborn, Geschäftsführer von Jos. Hansen, einem führenden Produzenten von Anlagen zur Wasserver- und Abwasserentsorgung. Das Unternehmen stehe beim Ausbau der afrikanischen Infrastruktur inzwischen in hartem Konkurrenzkampf mit chinesischen und indischen Billigkonkurrenten. Wollborn beklagt zudem „finanzielle und währungspolitische Probleme“. Ein Beispiel ist der vermeintliche Vorzeigestaat Ghana, dessen Schulden seit 2008 um 700 Prozent stiegen - und der daher 2014 beim IWF um Finanzhilfe bitten musste.

    Das sind die vier größten Risiken für unsere Wirtschaft
    China
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    Erst der Börsencrash, dann ein Exporteinbruch, jetzt eine Währungsabwertung: In China läuft es nicht mehr rund. In diesem Jahr droht das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert.

    (Foto: Reuters)
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    Das sind schlechte Nachrichten für die deutsche Wirtschaft, hat sich die Volksrepublik doch zu einem ihrer wichtigsten Kunden entwickelt. Waren im Wert von 75 Milliarden Euro verkaufte sie 2014 dort - nur in Frankreich, den USA und Großbritannien setzte sie noch mehr um.

    (Foto: ap)
    Schwellenländer
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    Auch in anderen großen Schwellenländern ist nach Jahren des Booms Ernüchterung eingetreten. Russland steckt auch durch die westlichen Sanktionen wegen des Vorgehens in der Ukraine in einer schweren Rezession.

    (Foto: ap)
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    Brasilien macht der Preisrückgang bei vielen Rohstoffen zu schaffen, während Korruptionsskandale die Wirtschaft lähmen. Auch in der Türkei ist die Hoch-Zeit erst einmal vorbei. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen inzwischen in die großen Schwellenländer. Die Flaute dort dämpft die Nachfrage nach Waren "Made in Germany".

    (Foto: dpa)
    Griechenland
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    Der klamme Staat ringt derzeit mit seinen internationalen Geldgebern um ein drittes Hilfspaket von rund 92 Milliarden Euro. Die dafür geforderten Sparmaßnahmen und Reformen drohen allerdings die Regierungspartei Syriza zu zerreißen, weshalb es noch in diesem Jahr zu Neuwahlen kommen könnte.

    (Foto: dpa)
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    Zwar gehen nicht einmal 0,5 Prozent der deutschen Exporte nach Griechenland. Doch eine verschärfte Debatte um einen Euro-Abschied könnte deutsche Unternehmen wegen der dann drohenden Marktturbulenzen verunsichern und zurückhaltender investieren lassen.

    (Foto: dpa)
    US-Zinswende
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    Im September wird wohl die US-Notenbank Fed erstmals seit Jahren ihren Leitzins anheben, erwarten die meisten Ökonomen. Weil Anlagen in der weltgrößten Volkswirtschaft damit attraktiver würden, könnten Investoren Geld aus vielen anderen Ländern abziehen - von Lateinamerika bis Asien. Dadurch drohen Turbulenzen an den Aktien- und Devisenmärkten, die Gift für Investitionen und Konsum sind.

    (Foto: AFP)

    Umstritten ist unter Experten auch das Ausmaß der afrikanischen Mittelklasse. Einer Studie der südafrikanischen Standard Bank zufolge hätten fast nur die Eliten vom wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre profitiert. Obwohl das Einkommen in Afrika zweifellos gewachsen wäre, sei es stark überzeichnet worden, schreiben die Autoren. So zählten in den elf am schnellsten wachsenden Staaten in Afrika 85 Prozent aller Haushalte zur Kategorie mit sehr niedrigem Einkommen. Im jüngsten afrikanischen Hoffnungsträger Äthiopien, der zuletzt mit bemerkenswerten 10 Prozent wuchs, waren es sogar 99 Prozent aller Haushalte.

    Selbst viele Afro-Optimisten gestehen hinter vorgehaltener Hand, sie wüssten nicht, ob das vor allem von Chinas hoher Rohstoffnachfrage getragene Wachstum in Afrika diesmal nachhaltiger als früher sei. „Euphoriewellen“ habe es immer wieder gegeben, meint etwa der Afrika-Experte Robert Kappel, lange Präsident des Hamburger Giga-Forschungsinstituts. „Doch dann folgten oft Enttäuschungen.“

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