Siemens Joe Kaeser baut Geschäfte im Iran aus

Seit dem Ende der Sanktionen gegen Iran herrscht unter deutschen Unternehmen Goldgräberstimmung am Persischen Golf. Siemens hatte als einer der ersten Konzerne einen Deal an Land gezogen. Jetzt legen die Münchner nach.
Erst vor wenigen Wochen war der Siemens-Chef im Iran, um bei der Regierung um Großaufträge zu buhlen. Quelle: Reuters
Joe Kaeser

Erst vor wenigen Wochen war der Siemens-Chef im Iran, um bei der Regierung um Großaufträge zu buhlen.

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FrankfurtSiemens baut zusammen mit einem iranischen Partner Gasturbinen im Iran und plant eine umfassende Kooperation im Energiebereich. Die iranische Mapna-Gruppe wird im Rahmen einer Lizenzvereinbarung Gasturbinen von Siemens im Iran produzieren, wie die Münchener am Mittwoch mitteilten. Die Kooperation umfasse die Lieferung von mehr als 20 Gasturbinen sowie der dazugehörigen Generatoren in den nächsten zehn Jahren. Als erstes Projekt unterzeichneten beide Unternehmen einen Vertrag für ein Kraftwerksprojekt in der Hafenstadt Bandar Abbas. Siemens werde dafür zwei Gasturbinen und Generatoren liefern.

Zudem unterschrieben der Dax-Konzern und die Iraner eine Absichtserklärung zur Modernisierung der iranischen Stromversorgung. „Mit diesen wichtigen Vereinbarungen lassen wir die langfristige Partnerschaft zwischen Mapna und Siemens im Energiebereich wieder aufleben“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser.

Diese deutschen Unternehmen drängen in den Iran
Gabriel bei Irans Ministerpräsident Rohani
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Sigmar Gabriel schüttelt dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani zwar schon die Hand, doch noch müssen sich deutsche Unternehmen gedulden. Die Hoffnungen aber sind groß. Der Iran ist ein reiches Land, gemessen an der Kaufkraft lag die Wirtschaftsleistung 2014 hinter Spanien und der Türkei weltweit auf Rang 18. Das Land hat zudem laut US-Energieagentur die weltweit viertgrößten nachgewiesenen Erdölreserven.

Freude nach dem Atom-Abkommen
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Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel: Vor den Sanktionen 2005 importierte der Iran Waren „Made in Germany“ im Wert von nur rund 4,4 Milliarden Euro. 2014 waren es weniger als 2,4 Milliarden – Rang 50 der deutschen Handelspartner. Am deutlichsten gelitten hätten vor allem Maschinen- und Fahrzeugexporte, schreibt der Deutsche-Bank-Experte Heiko Peters.

Siemens
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„Wir reden hier über 80 Millionen Menschen, die Energieversorgung benötigen, die natürlich auch Gesundheitsversorgung brauchen, die im Öl- und Gasgeschäft wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Chancen habe der Elektrokonzern durchaus. Ab 2010 hatte Siemens keine neuen Aufträge aus dem Iran mehr angenommen – das Umsatzvolumen wurde damals auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert.

Autokonzerne
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Die deutschen Autohersteller geben sich vorsichtig. Man sei erst am Anfang, heißt es bei BMW, bei VW werden erste Gespräche auf politischer Ebene geführt. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche sind die Nutzfahrzeuge der Stuttgarter im Land begehrt. Branchenkenner sind aber skeptisch, ob deutsche Oberklassewagen im Iran schnell viele Käufer finden.

Chemiebranche
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Die deutsche Chemie bewertet die jüngste Entwicklung wohlwollend. Es könne sich „nur belebend“ auswirken, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Die Branche habe in der Region eine „lange Tradition“. Das gilt seit den 1970er-Jahren auch für den Konsumgüterkonzern Henkel. „Derzeit erwirtschaften wir in dem Land einen dreistelligen Millionenumsatz und sind zuversichtlich, dass wir dort auch weiter wachsen werden“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Henkel ist Rorsted zufolge im Iran führend bei Waschmitteln, aber auch gut im Rennen im Geschäft mit Klebstoffen.

SAP
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Auch Softwarekonzerne stehen im Iran in den Startlöchern. SAP-Finanzchef Luka Mucic meint: „Der Iran kann für uns ein sehr interessanter Markt werden. Historisch haben wir im Iran eine Industriestruktur, die uns bei SAP entgegenkommt, eine starke Öl- und Gasindustrie etwa.“

Münchener Rück
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Unter den Finanzunternehmen verspricht sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re einiges. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Rückversicherer dort eine Rolle spielen“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard.

Seit dem Ende der Sanktionen gegen Iran herrscht unter deutschen Unternehmen Goldgräberstimmung am Persischen Golf. Siemens hatte als einer der ersten Konzerne eine Absichtserklärung über die Modernisierung der Eisenbahn mit den Iranern unterschrieben. Erst vor wenigen Wochen war Kaeser im Iran, um bei der Regierung um Großaufträge zu buhlen.

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