Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Südamerika Der ausgebremste Kontinent

Südamerika erlebt eine politische und wirtschaftliche Krise. Es wäre jedoch ein Fehler, den Kontinent abzuschreiben. Es gibt weiterhin Regionen, die Investoren anziehen. Auch für deutsche Konzerne ergeben sich Chancen.
11.10.2015 - 11:36 Uhr
Noch bis vor einem Jahr konsumierten die Südamerikaner, als gäbe es keine Krise. Quelle: Photolibrary/Getty Images
Perus Hauptstadt Lima

Noch bis vor einem Jahr konsumierten die Südamerikaner, als gäbe es keine Krise.

(Foto: Photolibrary/Getty Images)

São Paulo Die Begeisterung in Peru war riesig, als der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank ankündigten, dass sie ihr Jahrestreffen 2015 in der peruanischen Hauptstadt Lima abhalten werden. Denn es ist schon fast 50 Jahre her, dass das letzte Treffen der beiden Institutionen in Südamerika stattfand. IWF und Weltbank würdigten mit der Wahl ihres Austragungsorts Peru als einen der weltweiten Wachstumssieger der vergangenen 15 Jahre. Allgemein hatte Südamerika die Weltwirtschaftskrise 2009 erstaunlich unbeschadet überwunden.

Doch bei dem Treffen, das am Freitag begann, wird von der Euphorie wenig übrig sein: Ganz Südamerika erlebt eine wirtschaftliche und politische Krise – nicht nur linkspopulistisch regierte Länder wie Argentinien und Venezuela. Sie leiden schon länger unter dirigistischen Regierungen und Stagflation. Doch inzwischen folgt ihnen auch Brasilien: Die Wirtschaft des Amazonaslandes wird dieses Jahr um fast drei Prozent schrumpfen. Das belastet die ganze Region, denn Brasilien steht für fast die Hälfte der Wirtschaftskraft des Kontinents und ist ein wichtiger Markt für die Nachbarländer.

Das spüren auch die sonst stabilen Andenländer Chile, Peru und Kolumbien: Zwar wachsen sie dieses Jahr laut IWF jeweils um bis zu 2,5 Prozent – nur noch knapp die Hälfte gegenüber 2013. Die Aussichten auf eine baldige Besserung sind gering: „Die Konjunktur in Südamerika wird sich noch stärker abschwächen und auch für 2016 ist eine Erholung nicht garantiert“, sagt Alejandro Werner, beim IWF zuständig für Lateinamerika und die USA. Die Investmentbank Morgan Stanley rechnet gar damit, dass Lateinamerikas Wirtschaft dieses Jahr stagniert und 2016 nur um 0,3 Prozent wachsen wird.

Die Brics-Schwellenländer stecken in der Krise
Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika
1 von 11

Es ist eine radikale Maßnahme: Chinas Notenbanker schwächten vor kurzem die Landeswährung Yuan (Renminbi) per Beschluss so stark wie nie zuvor an einem Tag. Das soll, so Experten, den Export ankurbeln. Denn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde kriselt. Und das Reich der Mitte ist nicht der einzige Staat aus der Riege der sonst so selbstbewussten Schwellenländer, der mit Wirtschaftsproblemen zu kämpfen hat. Ein Überblick über die Brics-Gruppe.

Brasilien
2 von 11

Richtig düster steht es um Brasilien. Die Industrie im fünftgrößten Land der Erde ist in der ersten Jahreshälfte um mehr als sechs Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit schießt in die Höhe, und die Behörden rechnen für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 1,1 Prozent, nach plus 0,1 Prozent im Vorjahr. Die Inflation ist mit knapp 10 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

(Foto: dpa)
3 von 11

Innenpolitisch ist die Lage ähnlich brisant: Korruptionsskandale reichen in höchste Regierungskreise, und in Umfragen sprechen sich zwei Drittel gegen Präsidentin Dilma Rousseff aus. Dabei muss das Ausrichterland der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 dringend sparen und reformieren, denn die Investoren werden zunehmend skeptisch.

(Foto: dpa)
Russland
4 von 11

Die russische Wirtschaft steckt in der Klemme. Die Talfahrt der Ölpreise macht dem von Rohstoffen abhängigen Riesenreich mächtig zu schaffen. Hinzu kommen westliche Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise. Der zeitgleich schwache Rubel macht alles noch schlimmer und treibt die Inflation auf über 15 Prozent.

(Foto: dpa)
5 von 11

Gleichzeitig wollen die Notenbanker mit möglichst niedrigen Zinsen die Wirtschaft wieder auf Trab bringen. Das aber schwächt den Rubel weiter. Die Folgen sind verheerend: Die russische Wirtschaft ist laut Zahlen vom Montagabend von April bis Juni um fast 5 Prozent geschrumpft.

(Foto: dpa)
Indien
6 von 11

Mit einem jüngst gemeldeten Wachstum von 7,3 Prozent kommt die indische Wirtschaft anscheinend wieder in Fahrt. Doch auch der Zentralbankchef sieht diese Zahlen mit Skepsis, denn die Regierung hat die Berechnungsmethode geändert - und sich mehr als zwei Prozent dazu addiert. Wichtige Sektoren wie die industrielle Produktion entwickeln sich weiter schwach.

(Foto: dpa)
7 von 11

Und die Opposition legt das Parlament lahm, so dass wichtige Gesetze zum Landerwerb und zur Mehrwertsteuerreform feststecken. Die Infrastruktur ist völlig unzureichend. Andererseits profitiert das Öl- und Gas-Importland von den niedrigen Rohstoffpreisen. Und auf dem Subkontinent steigt die Konsumlaune, was sich etwa an anziehenden Autoverkäufen sehen lässt.

(Foto: dpa)

Die Gründe sind schnell aufgezählt: Für die rohstoffreichen Exportländer ist vor allem China ein wichtiger Markt für ihre Produkte – doch dort schwächelt die Konjunktur. Deshalb exportiert Lateinamerika weniger Kupfer, Öl und Soja nach Fernost – und zu deutlich niedrigeren Preisen. Die Regierungen können ihre Budgets nicht mehr mit sprudelnden Exportdollars ausgleichen. Ihre Haushaltsdefizite verdoppelten sich auf 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Mit Direktinvestitionen ausländischer Konzerne sowie Krediten aus dem Ausland finanzieren sie bisher ihre Defizite.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Große Chancen für deutsche Unternehmen
    Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Südamerika - Der ausgebremste Kontinent
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%