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Viel Kapital Indien will den Schatz der Götter heben

Gold ist auf dem Subkontinent traditionell beliebt – rund 20.000 Tonnen lagern in indischen Tempeln und Haushalten. Jetzt will die Regierung Modi die gigantischen Bestände produktiv nutzen.
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In indischen Tempeln und Haushalten lagern 20.000 Tonnen Gold. Quelle: dpa

In indischen Tempeln und Haushalten lagern 20.000 Tonnen Gold.

(Foto: dpa)

Bangkok Der Schatz ist groß, da kann schon mal was verloren gehen. Hunderte Kilogramm Gold im Wert von rund zehn Millionen Euro seien aus dem Padmanabhaswamy-Tempel hinausgetragen worden, bemerkte jüngst ein von der indischen Regierung eingesetzter Sonderkontrolleur. Wohin, konnte er nicht sagen. Eventuell wurde es bei Reinigungsarbeiten entwendet.

Das Gold der Inder weckt Begehrlichkeiten. Jetzt hat es auch der Premierminister Narendra Modi darauf abgesehen. Diese Woche hat die Regierung Pläne vorgestellt, wie die gigantischen Goldvorräte im Land monetarisiert und produktiv genutzt werden können.

Allein in den heiligen Stätten des Landes lagern schätzungsweise rund 3.000 Tonnen Gold. Hinzu kommen noch einmal gewaltige Reserven der privaten Haushalte: In Indien wird die immer noch weitverbreitete Mitgift größtenteils in Gold bezahlt, außerdem ist es ein beliebter Inflationsschutz und natürlich Statussymbol. Der World Gold Council, eine Lobby-Organisation der Goldindustrie, schätzt die Goldvorräte des Subkontinents auf mehr als 20.000 Tonnen.

Viel Kapital, das weder für Investitionen noch für den Konsum verwendet wird. Es steht im Wohnzimmer oder wird an Feiertagen aus dem Tempel geholt und im Kreis herumgetragen. Jetzt sollen Tempel und Haushalte mit steuerfreien Zinszahlungen überzeugt werden, das Gold bei Banken zu deponieren, teilte die indische Regierung mit. Die Banken sollen das Gold dann Schmieden für die Weiterverarbeitung zur Verfügung stellen oder es möglicherweise auch als Sicherheit bei der Zentralbank angeben können.

Die Regierung will so unter anderem die teuren Goldimporte des Landes verringern. Kein anderer Staat importiert so viel Gold wie Indien. Das Edelmetall treibt das indische Handelsdefizit in die Höhe, das die Regierung seit Jahren unter anderem mit Einfuhrrestriktionen bekämpft.

In diesem Haushaltsjahr soll es nun endlich auf weniger als ein Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Medienberichten zufolge hofft die Regierung, dass durch das Programm die Importe von derzeit bis zu 1.000 Tonnen um ein Viertel sinken könnten.

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Dass sich mittelständische Unternehmen, die im Ausland neue Absatzmärkte erschließen möchten, nicht alleine auf die derzeitige Schwäche des Euro verlassen sollten, zeigt eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. Demnach können die deutschen Unternehmen zwar in diesem Jahr mit zusätzlichen Ausfuhren im Wert von 36 Milliarden Euro rechnen (+2,7 Prozent), im letzten Jahr konnte die Exportbranche jedoch noch um 45 Milliarden Euro wachsen. Unter anderem die schwere Russland-Krise wird die Exporte bremsen, so die Experten von Euler Hermes. Sie raten deshalb dazu, gezielt wachstumsstarke Länder zu erschließen, in denen die hiesige Wirtschaft bislang unterrepräsentiert ist.

(Foto: dpa)
15. Südafrika
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In Südafrika wird für das Jahr 2015 eine Wachstumsrate von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erwartet. Zum Vergleicht: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) prognostiziert für Deutschland im selben Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent.

(Foto: ap)
14. Estland
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Mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 2,5 Prozent steht Estland noch ein wenig besser da. Der seit 1991 unabhängige Staat mit der malerischen Hauptstadt Tallinn (Bild) ist seit 2011 Mitglied der Eurozone.

(Foto: dpa)
13. Slowakei
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Auch die Slowakei ist Euro-Mitglied und dies schon seit 2009. Das Bild zeigt die Hauptstadt Bratislava. Für die Slowakei prognostizieren die Experten von Euler Hermes ein Wachstum von 2,7 Prozent des BIP.

(Foto: dpa)
12. Uruguay
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Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Uruguay. Bei ausländischen Investoren ist das Land bisher eher unbekannt. Das prognostizierte Wachstum beträgt 2015 2,8 Prozent.

(Foto: Reuters)
11. Lettland
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Lettlands Bruttoinlandsprodukt soll voraussichtlich um 3,2 Prozent wachsen. Seit 2004 ist das baltische Land in der Europäischen Union, seit 2014 in der Euro-Zone. Diese verliert für die deutschen Exporteure zunehmend an Gewicht. 2014 machten sie nur noch 36,6 Prozent ihres Auslandsumsatzes in den Ländern der Währungsgemeinschaft, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr 2005 hatte der Anteil noch 44,7 Prozent betragen. Grund für den Rückgang ist die Finanz- und Wirtschaftskrise.

(Foto: dpa)
10. Polen
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Gleichzeitig werden die EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Währungsunion angehören, immer wichtiger. Deren Anteil an den deutschen Exporten erhöhte sich von 2013 auf 2014 von 20,1 auf 21,4 Prozent. 1993 lag er bei nur 16,2 Prozent. Zu diesen Staaten gehört auch Polen, welches einen Aufschwung erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich um 3,3 Prozent wachsen.

(Foto: dpa)

In der Goldwirtschaft stoßen die Pläne auf Zustimmung: „Warum sollte Indien diese Goldvorräte nicht produktiv nutzen?“, sagt Sribash Dasmohapatra, Direktor des Verbandes der Edelstein- und Schmuckindustrie, dem Handelsblatt. „Ich hoffe, dass auch Tempel das Angebot annehmen.“

Der Goldrausch der Inder stört die Regierung schon lange. Bisherige Programme scheiterten aber aufgrund geringer Anreize. Ärmere Haushalte waren außerdem wegen zu hoher Mindestmengen ausgeschlossen. Wie hoch das Gold nun aber verzinst werden soll, diese Entscheidung obliegt den Banken. Analysten rechnen mit bis zu drei Prozent. Frühere Programme haben nur ein Prozent eingebracht. Trotzdem hat eine Stiftung, die im Bundesstaat Kerala das Vermögen Tausender Tempel verwaltet, schon abgewinkt: Das Gold sei für die Götter bestimmt, und nicht für Banken.

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1 Kommentar zu "Viel Kapital: Indien will den Schatz der Götter heben"

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  • Inder, versteckt Euer Gold, denn Euer Staat ist am Ende !!!