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Werner-Bonhoff-Preis Fall 2: Freier Blick für Hunde

Welche Folgen neue Verordnungen und ihre konsequente Umsetzung durch die Behörden haben können, mussten Egon und Claudia Huttner schmerzhaft erfahren.

bef BERLIN. Das Ehepaar betreibt im hessischen Weiterstadt-Gräfenhausen seit 37 Jahren eine Hundepension, in der die Tiere etwa während des Urlaubs ihrer Herrchen betreut werden. Familie Huttner nahm sich vor einigen Jahren die Erweiterung ihrer Tierpension vor, doch die Baugenehmigung dafür bekam sie nicht. Statt dessen verlangte das Kreisveterinäramt den Umbau der bestehenden Hundezwinger entsprechend der neuen Tierschutz-Hundeverordnung aus dem Jahr 2001.

Und die hat es in sich: Sie sieht vor, dass bei Hundezwingern einer Größe zwischen sechs und zehn Quadratmetern keine Seite kürzer als zwei Meter sein darf. Die Huttners hatten ihre Zwinger in der Größe von sieben mal 1,5 Meter gebaut, damit die Hunde nicht im Kreis laufen. Die Behörde verlangte nach Angaben der Familie einen Umbau entsprechend ihrer Vorgaben. Dazu gehörte etwa die Ausstattung der Hundehütten mit Flachdächern. Die von den Huttners geplanten Aufzüge lehnte die Behörde ab, weil „Aufzugsfahrten für Hunde unzumutbar seien“, berichtet das Ehepaar in der Bewerbung.

Eine weitere Auflage sei die Entfernung eines milchfarbenen Zauns in der Tierpension gewesen, da es in der neuen Tierschutzverordnung heißt: „Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Hund der freie Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.“ Der Streit mit den Behörden hat für die Familie bereits schwerwiegende wirtschaftliche Folgen, da seit Sommer 2004 der Betrieb der Pension nur eingeschränkt möglich ist.

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