Sanktionen: Keine Ersatzteile, keine neuen Jets – der russischen Luftfahrt droht der Kollaps
Die noch recht junge russische Fluggesellschaft muss wegen des Ukrainekriegs und der Sanktionen ihre Expansionspläne vorerst begraben.
Foto: imago images/ITAR-TASSFrankfurt. In Europa wachsen die Sorgen, dass Flugzeuge russischer Fluggesellschaften nicht mehr sicher genug sind, um in Ländern der EU zu starten und zu landen. EU-Verkehrskommissarin Adina Valean hat vor wenigen Tagen 21 Airlines mit Sitz in Russland auf die „schwarze Liste“ gesetzt und ein Start- und Landeverbot verhängt. Einen deutlicheren Hinweis darauf, dass die russische Luftfahrt mit heftigen Problemen zu kämpfen hat, gibt es wohl nicht.
Direkte Folgen hat der Beschluss nicht, schließlich hat die EU Airlines aus Russland wegen der Sanktionen ohnehin schon verbannt. Doch die Entscheidung ist ein Beleg für die existenziellen Probleme der russischen Luftfahrt. Weil westliche Unternehmen wegen der Sanktionen weder neue Flugzeuge noch Ersatzteile in das Land liefern dürfen, das die Ukraine überfallen hat, bleiben viele Flotten am Boden.
Pobeda, der Billigableger von Aeroflot, hat bereits vorsorglich 16 der 41 Boeing 737 außer Dienst gestellt. Damit will Airlinechef Andrei Yurikov die Ersatzteile, die noch auf Lager sind, für die restlichen Boeing-Flieger zeitlich so weit strecken, bis westliche Firmen wieder liefern dürfen, wie er der russischen Nachrichtenagentur Interfax erklärte.