Wärme-, Strom- und Energiekosten: Gaspreisschock für die Weltwirtschaft: „Energiekrise wird für viele Firmen zur Überlebensfrage“
Die Weltwirtschaft erleidet einen Energieschock.
(Foto: Smetek)
Foto: Handelsblatt- Die Weltwirtschaft, die gerade erst begonnen hatte, sich von der Pandemie zu erholen, schlittert in eine Energiekrise. Die Preise für Öl, Kohle und Gas steigen rasant.
- Um das Problem zu verstehen, hilft es, es in seine Einzelteile zu zerlegen. Deshalb lohnt ein Blick auf einzelne Regionen der Erde und die dortige Energie- und Rohstoffsituation.
- Die hohen Gaspreise könnten laut dem Chef des Chemiepark-Betreibers Infraleuna einen Dominoeffekt auslösen. Einige Firmen haben schon jetzt zu kämpfen.
Wladimir Putin atmet schwer durch, seine Miene wirkt noch ernster als sonst. Der russische Präsident schiebt seine Sprechzettel auf dem Schreibtisch zurecht, dann wendet er sich per Video von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau aus an seine Regierung, das russische Volk – und ein Stück weit auch die Welt da draußen.
„Kollegen, wir haben heute eine sehr ernsthafte und wichtige Frage zu beraten“, liest Putin am Dienstag von seinem Zettel ab. Es gehe um Klimaschutz und die Pandemie – und es gehe vor allem um die Energieversorgung und die Weltwirtschaft. Um die steht es dieser Tage nicht gut.
Die Preise für die wichtigsten Energieträger sind auf Rekordkurs. Viele Menschen in den westlichen Ländern machen Putin dafür verantwortlich, sie mit einer Verknappung des Erdgases unter Druck zu setzen. Die Preise zu treiben. Abhängigkeiten zu schaffen.
Putin ist heute vor die Kameras getreten, um dem entgegenzutreten. Er klagt an: Europa befinde sich in einem Zustand der „Hysterie und Verwirrung“. Russland habe mit dem Preisanstieg nichts zu tun. Dabei werfen nicht nur einige europäische Staaten Russland vor, die Gaslieferungen im Sommer so reduziert zu haben, dass angesichts der stark anziehenden Nachfrage ein Defizit und in der Folge die historisch höchsten Preise für Erdgas in Europa erreicht wurden.