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Robo Advisor

Comdirect Robo-Advisor: Cominvest im Test

Die Comdirect Bank AG mit Sitz in Quickborn besteht seit 1994 und ist eine der größten Direktbanken Deutschlands. 2017 übernahm sie in Kooperation mit ihrer Muttergesellschaft Commerzbank AG den seit 2003 aktiven Robo-Advisor Cominvest.

Er steht mittlerweile unter der Leitung des promovierten Volkswirts Frank Silber und verspricht ein dynamisches Risikomanagement zu einem günstigen Preis.

InfoCominvest Robo-Advisor
Angebotene Strategien5
Anlage­klassenAktien
Anleihen
Rohstoffe
Eingesetzte Produkt­typenAktive Fonds
ETCs
ETFs
RebalancingBei Abweichung
Eingesetzte Produkte4 – 20
Mindest­anlage3.000 €
Kosten
Depotführung0,00 €
Jahresgebühr (p. a.)0,95 %
Performance­gebührNein
Kostenbeispiel
10.000 €95 €
50.000 €475 €
100.000 €950 €
250.000 €2.375 €
Service
Sparplan / AuszahlplanJa (nach Leistung der Mindestanlage) / Nein
Halte-/­Kündigungs­fristenJa (Kündigungsfrist, 2 Wochen vor Monatsende)
Anlage­beratungJa
Hotline / Online-Chat / AppJa / Ja / Ja
Sicherheit
Markengründung2002
DepotführungComdirect Bank AG
LizenzVollbanklizenz
Kontroll­organBaFin
Webseitecomdirect.de/geldanlage/cominvest

Cominvest im Detail

Welche Anlagestrategien gibt es?

Bei Cominvest sucht sich der Anleger entweder das Produktangebot „Wir für sie” oder „Wir gemeinsam” aus. Unterschied der Beiden ist die Mitbestimmung des Anlegers, der entweder auf Vorschlag des Programms hin selber Entscheidungen über sein Investment treffen oder diese dem Robo-Advisor überlassen kann.

In beiden Fällen kann er bei Cominvest zwischen fünf verschiedenen Anlagestrategien wählen, deren mögliche Risiken sich aufgrund verschieden hoher Aktienanteile voneinander unterscheiden.

Diese weist der Robo-Advisor anhand der Volatilität (also der Schwankungsbreite der Kursentwicklung) den Portfolios zu.

Wie hoch sind die Risiken einer Anlage?

Auf die risikoärmste Strategie „Ertrag” (10 % Aktien) entfällt eine erwartete Volatilität von 4 Prozent, auf die mittleren drei Strategien 6 bis 15 Prozent und auf die risikoreichste Strategie „Chance” (100 % Aktien) eine Volatilität von 20 Prozent.

Zwischen den verschiedenen Anlagestrategien kann der Anleger bei Bedarf kostenlos wechseln.

Wie werden die Portfolios zusammengestellt?

Die Portfolios bei Cominvest bestehen aus ETFs, ETCs und gemanagten Fonds, die der Robo-Advisor in einem mehrstufigen Prozess aus rund 40.000 Wertpapieren in 14 Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe zusammenstellt.

Das System überwacht die Portfolios börsentäglich und achtet auf die Einhaltung der vereinbarten Risikoobergrenzen.

Wenn die Portfolios diese überschreiten oder sich Marktchancen ergeben, schlägt der Algorithmus eine Anpassung vor, beziehungsweise setzt diese selbstständig um (je nach „Mitbestimmungstyp”).

Durch regelmäßiges Rebalancing hält Cominvest den prozentualen Anteil an Aktien immer ungefähr gleich.

Ein Kritikpunkt an Cominvest ist das Fehlen eines nachhaltigen, also ökologischen und ethisch-sozialen, Angebots.

Die Kosten im Detail

In der jährlichen Servicegebühr in Höhe von 0,95 Prozent sind die Mehrwertsteuer sowie alle Transaktionskosten, Ausgabeaufschläge und Orderentgelte zusammengefasst.

Für die Konto- und Depotführung sowie für Geldeinzahlungen und -entnahmen fallen keine weiteren Kosten an. Zudem gibt Cominvest bis zum 31.12.2020 die Mehrwertsteuersenkung an seine Kunden weiter.

Die externen Produktkosten für die Wertpapiere betragen bei Cominvest zwischen 0,07 und 1,49 Prozent im Jahr. Die Schwankungsbreite ist darauf zurückzuführen, dass Cominvest nicht nur in ETFs und ETCs, sondern auch teilweise in allgemein teurere gemanagte Fonds investiert.

Comdirect
  • Keine Depotgebühren, keine Performancegebühren
  • Mindesteinlage 3.000 €
  • Jahresgebühr 0,95 %

Mindestanlage

Bei Cominvest beträgt die Mindestanlage 3.000 Euro Einmalzahlung. Ein Sparplan in Höhe einer monatliche Rate von 100 Euro kann ebenfalls eingerichtet werden, allerdings erst dann, wenn die Mindestanlage bereits geleistet wurde.

Ein Kritikpunkt ist hier, dass sich Anleger mit geringem zur Verfügung stehenden Einkommen eine Anlage bei Cominvest nicht leisten können.

Wie sicher ist Cominvest?

Als Depotbank für Kunden von Cominvest agiert die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) lizenzierte Comdirect Bank selbst. Sie ist Mitglied des freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) und schützt im Rahmen der gesetzlichen und freiwilligen Einlagensicherung die Kundengelder in einer Höhe von mindestens 750.00 Euro pro Anleger.

Da ETFs als Sondervermögen der Kunden gelten, sind die angelegten Gelder bei einer Insolvenz der Comdirect von der Insolvenzmasse ausgeschlossen.

Wie sah die Performance von Cominvest innerhalb der letzten Jahre aus?

Die erzielten Renditen bei Cominvest lagen von 2003 bis 2018 zwischen 4 Prozent (Strategie „Ertrag”) und knapp 8,5 Prozent (Strategie „Chance”). Allerdings ist dabei zu beachten, dass Cominvest schon aktiv war, als das Zinsniveau noch höher lag. Andererseits spricht ein langer Betrachtungszeitraum auch eher für repräsentative Ergebnisse.

Ausgewogene Strategie mit guter Performance 2019

2019 belegte Cominvest im Performance-Vergleich von biallo.de unter 20 Anbietern den ersten Platz in der ausgewogenen Strategie. Das Portfolio „Wachstum” (50 % Aktien) verbuchte innerhalb von zwölf Monaten einen Zuwachs von 17,9 Prozent.

Während des im Februar folgenden Corona-Crashs performte Cominvest laut private-banking-magazin.de mit 12,1 Prozent Kurseinbruch über den anderen Robo-Advisorn.

Im Zwölf-Monats-Vergleich von biallo.de liegt er noch 3,55 Prozent im Minus.

Depoteröffnung bei Cominvest

Zur Eröffnung eines Depots müssen Anleger auf der Website zunächst ihre gewünschte Anlagesumme und Anlagedauer angeben. Danach schätzen sie ihre eigene Risikobereitschaft ein und wählen dabei zwischen den Optionen „sicherheitsorientiert”, „ausgewogen” und „gewinnorientiert”.

Anschließend entscheiden sie sich für einen „Mitbestimmungstyp” („Wir für sie” oder „Wir gemeinsam”) und schließen dementsprechend entweder einen Depot- und Vermögensverwaltungsvertrag oder einen Depot- und Anlageberatungsvertrag ab.

Nach der Angabe der persönlicher Daten und der persönlichen Kenntnisse über Geldanlagen können die Anleger ihre Legitimation per Post- oder VideoIdent vornehmen.

Für wen ist Cominvest geeignet?

Der Robo-Advisor Cominvest ist sowohl für Anleger geeignet, die ein vollautomatisches Investment bevorzugen, als auch für solche, die über ihr Investment mitentscheiden wollen.

Durch die lange Laufzeit seiner Anlagen, die erzielten Renditen und die gute Performance während des Corona-Crashs verspricht er mit Blick auf die Zukunft eine hohe Stabilität und einen sicheren Zuwachs seiner Kurse.

Während die Gebühren im Vergleich zu anderen Robo-Advisors mittelmäßig hoch ausfallen, ist die Mindestanlage von 3.000 Euro bei Cominvest zudem relativ gering.

Ein Nachteil ist hier, dass ein Sparplan erst dann eingerichtet werden kann, wenn die Mindestanlage vorher geleistet wurde. Auch das Fehlen eines nachhaltigen Angebots macht den Robo-Advisor für einige Anleger ungeeignet.

Comdirect
  • Keine Depotgebühren, keine Performancegebühren
  • Mindesteinlage 3.000 €
  • Jahresgebühr 0,95 %

Alternativen zu Cominvest

Ein weiterer aktiver Robo-Advisor ist Whitebox, der mit einer Einmalzahlung von 5.000 Euro eine etwas höhere Mindestanlage verlangt. Hier ist jedoch der Vorteil, dass Anleger unabhängig davon einen Sparplan in monatlichen Raten von 5 Euro ansetzen können.

Whitebox Robo Advisor
  • 10 Risikoklassen
  • Mindesteinlage 5.000 €
  • Depotführung: 0 € (Flatex)
  • Jahresgebühr: 0,93 % – 0,34 %

Beim passiven Robo-Advisor Growney ist Mindestanlage schon bei einer Summe von 500 Euro oder monatlichen Raten von 25 Euro im Sparplan möglich. Zudem gibt es hier alle fünf Risikostufen auch in der nachhaltigen Variante.

growney
  • Seit 2016 am Markt
  • Regulierung durch BaFin
  • Mindesteinlage 500 €
  • Depotführung 0 €